Anschlag in Ankara Erdogan macht Kurdenmiliz verantwortlich

Der türkische Staatschef Erdogan ist überzeugt, dass die syrische Kurdenmiliz hinter dem Anschlag von Ankara steckt. Doch die Kurden bestreiten eine Verantwortung für das Attentat.

REUTERS/ Murat Cetinmuhurdar/ Presidential Palace

Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein Premier Mehmet Davutoglu geben den Kurden die Schuld für den Anschlag von Ankara. 14 Menschen seien verhaftet worden, teilte der Staatschef am Donnerstag mit.

Hinter dem Attentat stecke die PYD, der politische Arm der syrischen Kurdenmiliz YPG, sagte Erdogan im türkischen Fernsehen. Auch wenn die Kurden eine Verantwortung abstreiten würden, spiele das keine Rolle. Der türkische Geheimdienst und das Innenministerium habe entsprechende Informationen.

Die Kurden hatte zuvor auch Davutoglu verantwortlich gemacht. Bei dem Attentäter habe es sich um einen Syrer gehandelt, sagte er. Ein 1992 in Syrien geborener YPG-Kämpfer habe den Anschlag in der Hauptstadt mit Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" PKK in der Türkei verübt. Insgesamt seien bei dem Anschlag vom Mittwoch mindestens 28 Menschen gestorben und mehr als 60 verletzt worden, sagte Davutoglu.

Die PKK wies jede Verantwortung für den Anschlag in Ankara zurück. "Wir wissen nicht, wer das getan hat", sagte Kommandeur Cemil Bayik der PKK-nahen Agentur Firat am Donnerstag. "Es könnte aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein." Auch ein Sprecher der syrischen Kurdenmiliz bestritt eine Verantwortung.

Zuvor hatte bereits die regierungsnahe Zeitung "Yeni Safak" berichtet, ein Mann aus Syrien habe die Autobombe gezündet. Der Täter heiße Salih N. und sei anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden. Eine Quelle für die Behauptung wurde bei der Meldung nicht angegeben. Eine Bestätigung gibt es auch nicht.

Quelle: BBC, *ungefähre Stelle
Die Fingerabdrücke seien von dem Mann genommen worden, als dieser als Flüchtling in die Türkei eingereist sei. Das Auto, in dem die Bombe explodierte, wurde demnach vor rund zwei Wochen in der Stadt Izmir im Westen der Türkei angemietet.

als/Reuters/AFP



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