Anschlag in Istanbul Türkei erlässt Haftbefehle gegen weitere 17 Verdächtige

Die türkische Polizei geht nach dem Anschlag am Istanbuler Flughafen gegen mutmaßliche IS-Anhänger vor. Insgesamt sitzen nun 30 Verdächtige in Untersuchungshaft.

Sicherheitskräfte am Flughafen in Istanbul (Archivbild)
AFP

Sicherheitskräfte am Flughafen in Istanbul (Archivbild)


Rund eine Woche nach dem Selbstmordanschlag auf den Flughafen in Istanbul hat die türkische Justiz Haftbefehle gegen weitere 17 Verdächtige erlassen. Elf von ihnen seien russische Staatsbürger, meldete die Nachrichtenagentur DHA.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern demnach Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor. Die Verdächtigen waren am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Zwei von ihnen, Kirgisen im Alter von 25 und 35 Jahren, wurden am Flughafen aufgegriffen. Im Gepäck der Festgenommenen wurden demnach Nachtsichtfernrohre, militärische Kleidung und zwei Pässe gefunden, die nicht ihnen gehören.

Insgesamt sitzen der Agentur zufolge mittlerweile 30 Verdächtige in Untersuchungshaft. Bereits am Sonntag war Haftbefehl gegen 13 Verdächtige aus dem Umfeld der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erlassen worden. Die Männer waren bei Razzien in Istanbul festgenommen worden.

Unter ihnen soll auch einer der Hintermänner sein: Der Hauptverdächtige habe am Tag vor dem Anschlag mit einem der drei Selbstmordattentäter telefoniert. Die drei Attentäter hatten am Flughafen zunächst das Feuer auf umstehende Menschen eröffnet und dann Bomben gezündet. Sie sollen aus Russland, Usbekistan und Kirgisien stammen. 45 Menschen starben, fast 240 Menschen wurden verletzt, etliche von ihnen werden noch im Krankenhaus behandelt.

Die Türkei macht den IS für das Attentat am Atatürk Airport verantwortlich, die Terrormiliz hat sich bislang nicht zu der Tat bekannt. Türkischen Medienberichten zufolge wird der aus Tschetschenien stammende Achmed Schatajew als Drahtzieher des Anschlags vermutet. Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtete, ist er der Anführer der Istanbuler IS-Zelle. (Lesen Sie hier, warum der IS im Ramadan besonders brutal zuschlägt.)

Im Video: Anschlag auf Atatürk-Flughafen in Istanbul

brk/dpa

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