Auto rast in Haltestelle Baby bei Anschlag in Jerusalem getötet

Mit hoher Geschwindigkeit soll ein Palästinenser in eine Bahnhaltestelle in Jerusalem gerast sein. Ein drei Monate altes Baby stirbt, acht Menschen werden verletzt. Die Polizei spricht von einem Terroranschlag.

Kaputtes Auto an der Haltestelle: Angreifer soll aus Ost-Jerusalem stammen
DPA

Kaputtes Auto an der Haltestelle: Angreifer soll aus Ost-Jerusalem stammen


Jerusalem - Schock in Jerusalem: Als Passagiere aus einer Straßenbahn aussteigen, rast ein Autofahrer in die Menge. Bei dem Anschlag sei ein drei Monate altes Baby gestorben, mindestens acht Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei in der israelischen Hauptstadt mit. "Wir können bestätigen, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt hat", sagte ein Polizeisprecher.

Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben von Sicherheitskräften angeschossen als er zu fliehen versuchte. Der 21 Jahre alte Palästinenser, der aus Ost-Jerusalem kommen soll, erlag am frühen Donnerstagmorgen im Krankenhaus seinen Verletzungen. Nach Angaben seiner Familie war er erst kürzlich aus dem Gefängnis freigekommen. Er ist ein Neffe eines mittlerweile getöteten Bombenbauers der radikalen Palästinenserbewegung Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Israels Regierung hatte den Angreifer zuvor als "palästinensischen Terroristen" bezeichnet.

Zwei der Verletzten befanden sich nach Angaben von Rettungskräften zunächst in einem kritischen Zustand. Darunter sei eine 20-jährige Frau, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz". Dort hieß es, der mutmaßliche Täter sei mit seinem Auto 14 Meter weit auf den Schienen gefahren und habe dabei aussteigende Passagiere angefahren.

In Israel ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Anschlägen mit Autos und gekaperten Baggern gekommen. Zuletzt hatte ein Palästinenser im August im Zentrum Jerusalems mit einem Baufahrzeug einen Bus gerammt und einen Menschen getötet.

Wenige Stunden zuvor waren israelische Soldaten an der Grenze zu Ägypten unter Beschuss geraten. Nach Angaben der Armee sei eine Patrouille an der Grenze zur Sinai-Halbinsel von ägyptischem Gebiet aus beschossen worden. Mindestens zwei Soldaten seien verletzt worden.

brk/dpa/AFP/Reuters

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