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Anschlag in Pakistan Selbstmordattentäter reißt viele Menschen in den Tod

Anschlagsort in Charsadda: Viele Tote und VerletzteZur Großansicht
AP/ Express News

Anschlagsort in Charsadda: Viele Tote und Verletzte

Bei der Detonation einer Autobombe auf einer belebten Geschäftsstraße in der pakistanischen Stadt Charsadda sind mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Es ist der dritte Anschlag binnen drei Tagen in der Region.

Islamabad - Bei einem Bombenanschlag in der Nähe der nordwestpakistanischen Stadt Peschawar sind am Dienstag mindestens 20 Menschen getötet worden, mehr als 55 weitere wurden nach Angaben von Krankenhaus-Mitarbeitern und eines Polizeivertreters verletzt. Demnach explodierte die Autobombe in einer belebten Geschäftsstraße der Stadt Charsadda, 40 Kilometer von Peschawar entfernt. Mindestens 50 Geschäfte wurden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vollständig zerstört.

Es handelt sich bereits um den dritten Anschlag in Peschawar und seiner Umgebung innerhalb von drei Tagen. Erst am Montag waren bei einem Selbstmordanschlag in Peschawar drei Menschen getötet worden. Am Tag zuvor hatte ein Selbstmordattentäter in der Nähe der Stadt 13 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter einen Taliban-feindlichen Bürgermeister.

Peschawar ist die Hauptstadt der Nordwestprovinz. In den benachbarten Stammesgebieten in Süd- Waziristan führt die pakistanische Armee seit Oktober eine Großoffensive gegen Aufständische, dabei wurden nach Militärangaben 495 Taliban getötet. Die eigenen Verluste gibt die Armee mit 48 getöteten Soldaten an.

Die radikal-islamischen Taliban und pakistanische Aufständische haben in den vergangenen Wochen viele Anschläge im ganzen Land verübt. Sie haben am Donnerstag erneut einen langwierigen Guerilla-Krieg um ihre Hochburg Süd-Waziristan angekündigt. In der unwegsamen Bergregion an der Grenze zu Afghanistan werden nicht nur die Anführer der Taliban, sondern auch Qaida-Chef Osama Bin Laden vermutet.

Die Armee täusche sich, wenn sie bei ihrer Offensive in der Grenzregion zu Afghanistan auf einen leichten Sieg gehofft habe, sagte Taliban-Sprecher Azam Tariq der Agentur Reuters: "Sie dachten, sie könnten Waziristan leicht einnehmen, aber der Kampf dort wird härter sein als in Kaschmir." In der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen, vorwiegend von Muslimen bewohnten Himalaja-Region Kaschmir sind bei Auseinandersetzungen zwischen Separatisten und der indischen Armee seit 1989 Zehntausende Menschen ums Leben gekommen.

ffr/AFP/dpa/Reuters/AP

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Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Zitat von sysopImmer rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Wenn sie das immer tun, muss man damit leben, nicht? Vielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
mauskeu 04.05.2009
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall [...]
Zitat von sysopImmer rücken die Taliban an die Pakistanische Hauptstadt heran und werden zu einer ernsteren Bedrohung für die Regierung. Wie soll sich der Westen verhalten? Was ist generell die richtige Strategie?
Ich könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Justus F. 04.05.2009
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!
Zitat von eigentlicher_SchwanVielleicht sollte die pakistanische Regierung ihre Hauptstadt verlegen?
Genau, nach Berlin. Dann ist unser Kampf sogar gerechtfertigt!
X-Man 04.05.2009
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den [...]
Zitat von mauskeuIch könnte mir vorstellen, dass die pakistanische Führung das SWAT "freiwillig" aufgegeben hat um jetzt eine bessere Front vor sich zu haben. Jetzt haben die Islamisten eine Heimat in Pakistan anstatt überall verstreut als Guerrillas zu fungieren. Jetzt weiss man besser wo die Feinde sind und die Herrschaft der Taliban wird den Rest besorgen. Wäre vielleicht keine schlechte Strategie.
Nettes Gedankenspiel, aber leider Unsinn. Seit dem Rückzug der afghanischen Taliban über die Grenze stand fest dass die FATA die neue Basis der Gotteskrieger sind. Von 2002-2005 entstanden weit über 190 Ausbildungslager in den Stammesgebieten, lokale Milizen verschmolzen durch Allianzen mit Taliban-Elementen, ausländische Gruppen allen voran Al Qaida nisteten sich ein, es entstand eine nicht homogene aber ideologisch eng verstrickte Bewegung deren mächtigster Flügel heute die Tehrik e-Taliban ist. Für die pakistanische Führung war also längst klar welche Gebiete die neue Heimat der Taliban sind, man musste ihnen keinen Spielplatz zur Verfügung stellen. Der Einzug in Swat hat vielmehr damit zutun dass es Kreise des ISI und des Militärs gibt die sich nicht von amerikanischer Seite in die Terror-Bekämpfung hineinquatschen lassen wollen. Sie hegen zum Teil große Sympathie für die Taliban, bieten ihnen mit dem Swat ein Gebiet was sich weit weg von den üblichen Terrornestern Waziristans befindet und somit den Radius der Drohnenangriffe erweitert. Zudem erhofft man sich natürlich dort eine kashmir-nahe islamistische Bastion gegen den allgegenwärtigen Erzfeind Indien.
lupenrein 04.05.2009
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über [...]
Man darf sich über die Ziele der Taliban in Pakistan (und im Dominoeffekt anschliessend Afghanistan) keine Illusionen machen. Die Regierung Pakistans - und indirekt auch Afghanistans - ist in ernster Gefahr. Und auch über einen 'Sieg' über die Taliban , dies besonders als Ausländer (USA usw) darf man sich keine Illusionen machen. Der asymmetrische Kriegsführung der Taliban ist mit normalen militärischen Mitteln (Terrorismus) nur sehr schwer wirksam zu begegnen. Am Beispiel der somalischen Piraten sieht man , wie schwierig es ist, mit militärischen Mitteln in diesem Versteckspiel mitzuhalten. Auch die Taliban führen einen (allerdings ideologischen) 'Versteck-spiel-Krieg' a la David gegen Goliath. Und noch eine Übereinstimmung: beide lassen mit sich nicht über eine Einstellung ihrer terroristischen Kampf nicht verhandeln. Alles in allem eine fatale Situation.
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Fakten über Pakistan
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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .





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