Attentat in Tel Aviv Israel riegelt Westjordanland und Gazastreifen ab

Nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv hat das israelische Militär jetzt die Übergänge zum Gazastreifen und dem Westjordanland geschlossen. Die Einreise nach Israel ist nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Israelische Soldaten bei Yatta
AP

Israelische Soldaten bei Yatta


Die Maßnahme gilt seit Donnerstagnacht und sie soll drei Tage lang in Kraft bleiben: Nach dem tödlichen Anschlag im Stadtzentrum von Tel Aviv hat das israelische Militär die Übergänge zum Gazastreifen und dem Westjordanland geschlossen. Das berichtet die israelische Zeitung "Haaretz" online und beruft sich dabei auf ein Kommuniqué der Streitkräfte. Demnach soll die Abriegelung bis Sonntagnacht aufrecht erhalten werden, wenn das jüdische Shawuot-Fest endet.

Die Einreise nach Israel werde nur noch aus humanitären oder medizinischen Gründen erlaubt. Gläubige dürften zum Freitagsgebet auf den Tempelberg, berichtete "Haaretz".

Am Mittwochabend hatten zwei palästinensische Attentäter im Sarona-Park vier Israelis erschossen und mindestens fünf weitere Menschen verletzt. Sicherheitskräfte fassten die Männer, einer von ihnen wurde dabei verletzt. Die Armee legte am Donnerstag einen Blockadering um das Dorf Yatta im südlichen Westjordanland, aus dem die Angreifer stammen. Nach Polizeiangaben sind sie Cousins.

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Israel: Attentat im Herzen von Tel Aviv

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verurteilte die "kaltblütigen terroristischen Morde" und drohte harte Maßnahmen gegen Terroristen an. Der neue Verteidigungsminister des Landes, der ultrarechte Avigdor Lieberman, sagte: "Ich werde die genauen Schritte, die wir planen, nicht weiter ausführen, aber ich habe keinesfalls vor, mich mit Worten zufriedenzugeben."

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas hatte den Anschlag gelobt und weitere Attentate während des muslimischen Fastenmonats Ramadan angekündigt.

Als Reaktion auf den Anschlag zog Israels Militär rund 83.000 Einreisegenehmigungen für Palästinenser zurück, die Angehörige zum Ramadan besuchen wollten. "Wir verstehen den Wunsch der israelischen Regierung, ihre Bürger schützen zu wollen - und wir unterstützen dieses Recht", hieß es dazu in einer Mitteilung des US-Außenministeriums. Man hoffe jedoch, dass keine unschuldigen Palästinenser unter den Maßnahmen leiden müssten.

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aar/dpa

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