Nigeria Mehr als zwanzig Menschen sterben bei Attentat

Diesmal traf es die Hauptstadt: Bei einem erneuten Anschlag in Nigeria sind in Abuja mehr als zwanzig Menschen ums Leben gekommen. Die Explosion ereignete sich in einem Einkaufszentrum. Ein Verdächtiger wurde erschossen - ein zweiter festgenommen.

Nigerianischer Soldat vor Einkaufszentrum nach Explosion: Verdächtiger auf Motorrad erschossen
AP/dpa

Nigerianischer Soldat vor Einkaufszentrum nach Explosion: Verdächtiger auf Motorrad erschossen


Abuja - Mindestens 21 Menschen sind bei einer Explosion in der nigerianischen Hauptstadt Abuja getötet worden, Dutzende wurden wohl verletzt. Medienberichten zufolge könnte die Opferzahl noch steigen. Der mutmaßliche Anschlag ereignete sich nach Polizei-Angaben in einem Einkaufszentrum eines belebten Shopping-Distrikts. Dunkle Rauchwolken waren noch kilometerweit zu sehen.

Nach dem Bericht eines Augenzeugens soll ein Motoradfahrer eine Bombe vor das Einkaufszentrum geworfen haben. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass Soldaten einen Verdächtigen erschossen haben, als er auf einem Motorrad flüchtete. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete zudem unter Berufung auf einen Polizeisprecher von einer Festnahme.

Nach BBC-Angaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Mediziner leisteten den Opfern erste Hilfe: Viele erlitten Verbrennungen an Händen, Beinen oder im Gesicht. Zunächst bekannte sich dem Sender zufolge keine Gruppierung zu dem Vorfall.

Die Regierung von Nigeria führte die Explosion auf einen "Anschlag" zurück. Zunächst war unklar, was die Detonation konkret verursacht hatte. Das Einkaufszentrum sei bereits mehrfach von der Islamistengruppe Boko Haram als Zielscheibe ausgewählt worden, hieß es.

Der Vorfall vom Mittwoch reiht sich ein in eine Serie von blutigen Anschlägen innerhalb der vergangenen Tagen in dem westafrikanischen Land: Anfang der Woche waren mehrere Menschen bei einer Explosion in der Stadt Kano ums Leben gekommen. Wenige Tage zuvor hatte ein Selbstmordattentäter bei einem Public-Viewing zur Fußball-WM in Damaturu einen Bombenschlag verübt. Mehr als zwanzig Menschen kamen dabei ums Leben. Hinter dem Attentat wird die islamistische Gruppe Boko Haram vermutet.

Boko Haram heißt in deutscher Übersetzung "Westliche Bildung ist verboten". Die Islamisten werden einer Vielzahl von Bombenanschlägen und bewaffneten Angriffen verdächtigt. Im Norden Nigerias will die Gruppe einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia aufbauen. Allein in diesem Jahr sollen fast 2000 Menschen bei Angriffen der Islamisten getötet worden sein.

daf/Reuters/AFP

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