Anschlagspläne FBI fasst Terrorverdächtige in New York

Sie wollten Militärflugzeuge abschießen, Anschläge auf eine Synagoge und ein jüdisches Gemeindezentrum in New York verüben: Vier Terrorverdächtige sind der US-Bundespolizei FBI ins Netz gegangen. Die Männer erwartet bei einer Verurteilung lebenslange Haft.


New York - Wäre der Plan der vier Männer Wirklichkeit geworden, hätte es am Mittwoch blutige Anschläge in New York gegeben - aber die US-Bundespolizei FBI war den Terrorverdächtigen schon lange auf der Spur und nahm sie am Mittwoch fest. Sie sollen am Donnerstag vor einem Bundesgericht in White Plains im Bundesstaat New York erscheinen. Wie die Behörden mitteilten, hatten die Männer Plastiksprengstoffanschläge auf eine Synagoge im Stadtteil Bronx sowie auf ein jüdisches Gemeindezentrum geplant. Außerdem sollten US-Militärflugzeuge auf einem Luftwaffenstützpunkt mit Raketen beschossen werden. Die Maschinen wollten sie mit Boden-Luft-Raketen beim Start oder bei der Landung auf einem Militärflughafen in der Nähe von New York abschießen.

Festnahme in New York: FBI-Polizisten mit einem Terrorverdächtigen
REUTERS

Festnahme in New York: FBI-Polizisten mit einem Terrorverdächtigen

"Die Beschuldigten wollten terroristische Anschläge verüben", sagte Staatsanwalt Lev Dassin. "Sie suchten Ziele aus und bemühten sich um die zu ihrer Ausführung nötigen Waffen." Die Bundespolizei FBI habe vor den Festnahmen über ein Jahr ermittelt, hieß es.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte ein Informant des FBI die Gruppe bereits mit unbrauchbarem Sprengstoff versorgt und auch eine Raketenattrappe übergeben. Wie der New Yorker Kongressabgeordnete Peter King dem Fernsehsender CNN sagte, sollte der Anschlag am Mittwochabend stattfinden. Die Verdächtigen bezeichnete er als "hausgemachte Terroristen".

Bei einem Treffen im Juni vergangenen Jahres habe einer der Verdächtigen seinen Unmut über das Vorgehen der USA in Afghanistan geäußert, hieß es in der Anklageschrift. Demnach sagte er damals, er wolle "Amerika etwas antun".

Ob es sich bei den Verdächtigen um US-Staatsbürger handelt, war zunächst aber unklar. Ihre Namen wurden mit James Cromitie, David Williams, Onta Williams and Laguerre Payen angegeben.

"Glücklicherweise haben die Verdächtigen Unterstützung bei einem Zeugen gesucht, der mit der Regierung zusammenarbeitet", sagte US-Bundesanwalt Lev Dassin. "Während es sich bei den vom Zeugen überreichten Waffen nur um Attrappen handelte, glaubten die Verdächtigen, dass sie absolut echt seien." James Cromitie habe gegenüber dem Informanten auch angegeben, Verbindungen zu einer Terrororganisation in Pakistan zu haben.

Berichten zufolge soll bereits am Donnerstag vor einem Bundesgericht Anklage wegen Verschwörung zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen und Verschwörung zum Erwerb und Einsatz von Luftabwehrraketen erhoben werden. Jedem der vier Verdächtigen drohe lebenslange Haft, hieß es.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001, bei denen in New York rund 3000 Menschen starben, ist es in den USA zu keinen größeren Terrorakten mehr gekommen.

hen/Reuters/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.