Anschlagsplan Attentat auf de Maizière und Westerwelle verhindert

Ein Anschlagsplan auf die Bundesregierung wurde nach SPIEGEL-Informationen knapp vereitelt: Beim Besuch von Verteidigungsminister de Maizière und Außenminister Westerwelle in Afghanistan hatten Aufständische zwei Raketenwerfer schon in Stellung. Als sie entdeckt wurden, flohen sie.

Minister Westerwelle (l.) und de Maizière in Afghanistan: Bundesregierung als Ziel?
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Minister Westerwelle (l.) und de Maizière in Afghanistan: Bundesregierung als Ziel?


Kunduz/Berlin - Anlässlich des Besuchs von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) im nordafghanischen Kunduz planten Aufständische einen Angriff auf das Bundeswehr-Feldlager.

Am Sonntagmorgen vergangener Woche, dem Tag der feierlichen Übergabe des Camps an die Afghanen, entdeckten Aufklärungskräfte mit den hochleistungsfähigen Sensoren eines Überwachungszeppelins zwei Raketenwerfer westlich des Lagers. Aufständische machten die 107-Millimeter-Werfer feuerbereit. Ein sofort entsandter "Tiger"-Kampfhubschrauber konnte die feindliche Stellung wenig später jedoch nicht mehr ausmachen. Die Bundeswehr nimmt an, dass die Aufständischen den Hubschrauber bemerkt und sich sofort zurückgezogen hatten.

Offiziell teilte ein Sprecher zu dem Vorfall nur mit, es habe "Hinweise auf eine Störung der Übergabezeremonie durch Raketenbeschuss gegeben". Details seien geheim. Vor dem Festakt zur Übergabe des Camps, bei dem auch Regierungsvertreter aus Kabul und der amerikanische Chef aller Isaf-Truppen teilnahmen, waren die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht worden.

Helfer der Bundeswehr fürchten um ihr Leben

Angesichts des Abzugs der alliierten Truppen wächst vor Ort die Angst afghanischer Helfer der ausländischen Soldaten. In Deutschland wurde bisher nur über wenige Aufnahmeanträge positiv entschieden. Das ergibt sich aus einer Antwort von Innenstaatssekretär Ole Schröder an den Grünen-Verteidigungsexperten Omid Nouripour.

Demnach wurde bei 5 von 24 Ortskräften aus dem Bereich des Verteidigungsressorts, die im April laut Bundesinnenministerium "eine Gefährdung" angezeigt hatten, "eine Aufnahmezusage erteilt". Insgesamt lägen rund 250 solcher Anzeigen vor. Bundeswehr, Auswärtiges Amt und Innenministerium hatten 1700 Afghanen beschäftigt, etwa als Übersetzer.

Viele Helfer fürchten wegen dieser Zusammenarbeit nun im eigenen Land um ihr Leben. "Wir müssen den Ortskräften großzügig Schutz bieten", sagt Nouripour, "diesen Grundsatz verletzt die Bundesregierung". Staatssekretär Schröder betont in dem Schreiben, die Verfahren würden "zügig und wohlwollend weitergeführt".



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McMacaber 13.10.2013
1. Dieser Anschlag ...
... Hätte die Rede von Westerwelle sicher deutlich konterkarieren können. so scheint alles gesichert, zumindest für diejenigen mit Überwachungstechnik und Kampfhubschraubern.
Reflektierer 13.10.2013
2. Drohne = Zeppelin?
Ein "Zeppelin" ist also die Drohne. Nun entdeckt man den Feind mit dessen "Sensoren" (=Live Video oder verzögertes Bild?) und hat aber nicht mitbekommen wann sich der Feind zurückgezogen hat? Kommen die Bilder etwa im 15min Takt an? Mich wundert wirklich warum die Bundeswehr jetzt nicht wieder nach der Neuauflage des Drohnenprojektes schreit
jupiter999 13.10.2013
3. Geringe Gefahr
Die Gefahr für die beiden wahr hier weit geringer als es klingt. Das Feldlager ist schon dutzende Male mit 107 mm Raketen beschossen worden und wurde in all den Jahren nur einmal von einer einzigen Rakete aus einer ganzen Salve getroffen. Die sowjetischen 107 mm Werfer stammen aus den 50er Jahren. Die schiessen die Raketen aus gezogenen Läufen. Das heißt die sind noch nichtmal Flügel stabilisiert. Zweite Weltkriegstechnologie. Damit was über Kilometer hinweg zu treffen auf das man auch gezielt hat ist reiner Glücksfall. Dafür hätten die Taliban die Dinger schon durchs Haupttor rollen und quasi direkt vor Guido und Thomas aufstellen müssen. :-D Aber schöne Propaganda Wirkung hätten sie schon erzielen können wenn die beiden deutschen Politiker nach nem Knall in der Entfernung gezuckt und vor laufender Kamera in die Schutzbunker gescheucht worden wären. ;-)
whocaresbutyou 13.10.2013
4. erst lesen...
Zitat von ReflektiererEin "Zeppelin" ist also die Drohne. Nun entdeckt man den Feind mit dessen "Sensoren" (=Live Video oder verzögertes Bild?) und hat aber nicht mitbekommen wann sich der Feind zurückgezogen hat? Kommen die Bilder etwa im 15min Takt an? Mich wundert wirklich warum die Bundeswehr jetzt nicht wieder nach der Neuauflage des Drohnenprojektes schreit
... dann labern... Kabelgebundene Zeppeline haben (im Gegensatz zu Drohnen) den Vorteil, dass sie für stationäre Zwecke (z.B. die Überwachung eines Flugplatzes) mit relativ geringem Aufwand hervorragende Ergebnisse erzielen können... 30 Tage unbemannt in der Luft bei 550 Kilometern Überwachungsradius schafft keine Drohne... Überwachung: US-Army testet Tracking-Zeppelin (http://www.chip.de/news/ueberwachung-US-Army-testet-Tracking-Zeppelin_63301860.html)
KingTut 13.10.2013
5. Taliban
Zitat von sysopGetty ImagesEin Anschlagsplan auf die Bundesregierung wurde nach SPIEGEL-Informationen knapp vereitelt: Beim Besuch von Verteidigungsminister de Maizière und Außenminister Westerwelle in Afghanistan hatten Aufständische zwei Raketenwerfer schon in Stellung. Als sie entdeckt wurden, flohen sie. http://www.spiegel.de/politik/ausland/anschlagsplan-attentat-auf-de-maiziere-und-westerwelle-verhindert-a-927611.html
Wenn es diese Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf die Bundesregierung frühzeitig gab, dann frage ich mich, warum dort nicht mehr Militärpräsens zugegen war, damit die Aufständischen erst gar nicht in Stellung gehen können. Auch ist es unverständlich, dass man ihnen nach ihrer Entdeckung nicht sofort zu Leibe rückte. Solche Vorfälle lassen nichts gutes für die Zukunft Afghanistans erahnen, wenn einmal alle ausländischen Truppen abgezogen sind. Es ist zu befürchten, dass die Taliban früher oder später wieder an Einfluss gewinnen, evtl. sogar die Macht ergreifen und dann die Fortschritte der vergangenen Jahre rückgängig machen. Trotzdem ist es gut, dass unsere Soldaten jetzt wieder zu hause sind.
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