Vorwahlen in New York Skandalpolitiker Weiner scheitert als Bürgermeisterkandidat

Anthony Weiner wollte Bürgermeister von New York werden. Schlagzeilen machte der US-Politiker aber vor allem, weil er Fotos von seinem Geschlechtsteil verschickt hatte. Nun landete er in den Vorwahlen nur auf dem fünften Platz. Und zeigte sich auch noch als schlechter Verlierer.

AP/dpa

New York - Anthony Weiner hatte die New Yorker um eine zweite Chance gebeten. Nach seinen Sexskandalen wollte er Bürgermeister der Metropole werden. Bei den Vorwahlen ist er aber spektakulär gescheitert.

Weiner belegte bei der Vorwahl der Demokraten nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen den letzten Platz der fünf demokratischen Kandidaten und darf bei der endgültigen Bürgermeisterwahl im November somit nicht mehr antreten.

Weiner kam laut der letzten Hochrechnungen auf gerade einmal fünf Prozent. In einer Rede vor Unterstützern gestand er seine Niederlage ein. Er sagte: "Wir hatten die besten Ideen, aber leider war ich nicht der perfekte Botschafter."

Womöglich um diesen Satz zu untermauern, griff Weiner nach seiner Rede zu einer besonderen Geste. Auf Twitter und in amerikanischen Medien kursiert ein Foto, das Weiner nach seinem Auftritt zeigen soll. Auf dem Bild zeigt der Politiker einem Reporter den Mittelfinger.

Weiner musste vor zwei Jahren als Kongressabgeordneter zurücktreten, nachdem er via Twitter Nacktfotos von sich verschickt hatte. Die Kandidatur für das Bürgermeisteramt sollte sein Comeback werden, doch im Juli musste er eine erneute "Sexting"-Affäre einräumen, es ging um Online-Chats und Telefonsex mit einer 22-Jährigen und gemailten Nacktfotos.

Die Vorwahlen für die Bürgermeisterwahl gewannen bei den Republikanern der frühere Chef der New Yorker Verkehrsbehörde, Joseph Lhota, und bei den Demokraten der derzeitige Bürgerbeauftragte der Millionenmetropole, Bill de Blasio. Ob de Blasio sich noch bei einer Stichwahl mit dem Zweitplatzierten William Thompson messen muss, wird sich aufgrund des knappen Ergebnisses erst nach Auszählung aller Stimmen ergeben.

Außer Weiner flog bei der Vorwahl noch ein weiterer Skandalpolitiker aus dem Rennen: Der wegen einer Prostituiertenaffäre 2008 von seinem Amt als New Yorker Gouverneur zurückgetretene Eliot Spitzer wollte oberster Bilanzprüfer werden, konnte aber nicht genügend Stimmen einsammeln. Stattdessen darf sein Gegenkandidat Scott Stringer, derzeit Bezirksbürgermeister von Manhattan, bei der Wahl im November als demokratischer Kandidat für das Amt antreten.

fab/dpa

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Seite 1
c.PAF 11.09.2013
1.
Zitat von sysopAP/dpaAnthony Weiner wollte Bürgermeister von New York werden. Schlagzeilen machte der US-Politiker aber vor allem, weil er Fotos von seinem Geschlechtsteil verschickt hatte. Nun landete er in den Vorwahlen auf dem letzten Platz. Und zeigte sich auch noch als schlechter Verlierer. http://www.spiegel.de/politik/ausland/anthony-weiner-scheitert-bei-new-yorker-buergermeisterwahl-a-921563.html
Selbst ohne die Sex-Affäre: ich hätte mich rein subjektiv sehr schwer getan, diesen Mann zu wählen, da er auf mich vollkommen unsympathisch wirkt. Da hätte er fachlich wirklich deutlich den anderen überlegen sein müssen (was er aber nicht war), um für mich wählbar zu werden.
oberallgaeuer 11.09.2013
2. Herr Weiner lebt im falschen Land.
Bei uns in Bayern hätte er alle Chancen auf einen Spitzenplatz in der Politik.
saw10 11.09.2013
3.
Da bleibt den Bürgern von New York diese Schande erspart.
wildthin9 11.09.2013
4. Nun..
..wenn das Bild mit dem Mittelfinger echt sein sollte ist Er wenigstens ein Politiker, der Sich und seiner Linie Treu bleibt, wieviele Politiker tun das schon ? :D
nazfalas 11.09.2013
5.
Zitat von c.PAFSelbst ohne die Sex-Affäre: ich hätte mich rein subjektiv sehr schwer getan, diesen Mann zu wählen, da er auf mich vollkommen unsympathisch wirkt. Da hätte er fachlich wirklich deutlich den anderen überlegen sein müssen (was er aber nicht war), um für mich wählbar zu werden.
Vor seinem Carlos-Danger-Skandal (genialer Nickname, unter dem er die Bilder verschickt hat beim 2. mal ;) ) war er ein durchaus erfolgreicher Politiker und einige hatten ihm vor der zweiten Weiner-Wiener-Affäre große Chancen ausgerechnet. Im Rahmen der extrem überhöhten Medienaufmerksamkeit nach angesprochenem Skandal kamen dann aber noch andere seltsame Eigenheiten des Anthoy Weiner zum Vorschein, die sonst wohl weniger Beachtung gefunden hätten oder in anderem Licht erschienen wären.
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