Internationale Koalition IS soll besiegt werden - aber ohne Bodentruppen

Der Einfluss der Terrororganisation "Islamischer Staat" in Libyen wächst. Westliche Staaten wollen dem entgegenwirken. Bodentruppen will aber kein Land versprechen.

US-Außenminister Kerry: Assad ein "Magnet für Terrorismus"
DPA

US-Außenminister Kerry: Assad ein "Magnet für Terrorismus"


Die US-geführte Internationale Koalition will stärker gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgehen. Der "barbarischen Organisation" solle eine dauerhafte Niederlage beigebracht werden, heißt es in der Abschlusserklärung des Treffens der sogenannten "Small Group" in Rom. Die Vertreter von 25 teilnehmenden Staaten und Institutionen kündigten zudem an, die Machtausweitung des IS in Libyen um jeden Preis verhindern zu wollen.

"Wir haben unsere Entschlossenheit bekräftigt, gegen die globalen Ambitionen des IS und seine Ausbreitung über den Irak und Syrien hinaus vorzugehen", heißt es in der Erklärung weiter. Den wachsenden Einfluss der Islamisten in Libyen beobachte man mit großer Sorge, erklärten die Teilnehmer.

Umstritten ist allerdings, wie der IS in Libyen bekämpft werden soll. Die USA hätten nicht vor, Bodentruppen nach Libyen zu schicken, machte US-Außenminister John Kerry deutlich. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius dementierte Berichte über angebliche Pläne für einen Militäreinsatz seines Landes in dem nordafrikanischen Land.

Die Koalition verständigte sich darauf, den Kampf auf mehreren Ebenen zu verstärken sowie "den Druck und die Offensive an allen Fronten" aufrechtzuerhalten, so Kerry. Dazu gehöre es auch, die "Lügen zu entlarven", die die Dschihadisten über den Islam verbreiteten, um neue Anhänger zu gewinnen. Zudem müsse dem IS die wirtschaftliche Grundlage entzogen werden. Mehr finanzielle und humanitäre Hilfe sei dringend notwendig, um teilweise völlig zerstörte und mittlerweile zurückeroberte Städte wieder aufbauen zu können.

Laut Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sind 25 Prozent der an den IS verlorenen Gebiete mittlerweile zurückerobert. Man dürfe in den Bemühungen jedoch nicht nachlassen, mahnte er. "Es kommt jetzt darauf an, dass nicht nur militärische Siege gefeiert werden, sondern dass die befreiten Gebiete auch stabilisiert werden."

Ziel der Koalition müsse es sein, dem IS an jeder möglichen Front "die Luft zum Atmen" zu nehmen, sagte Kerry. Allerdings sei von Anfang an klar gewesen, dass es sich beim Kampf gegen die Terroristen um ein Langzeitprojekt handele, sagte Kerry. "Jeder von uns muss mehr tun, um den IS möglichst schnell und gänzlich zu besiegen", forderte er.

Es war die dritte Konferenz der "Small Group", also jener Staaten, die am stärksten in den Kampf gegen den IS eingebunden sind. Einige Staaten beteiligen sich seit Ende 2014 an Luftangriffen gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak.

brk/dpa/AFP

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