Anti-Islam-Film: Rechtspopulist Wilders zu Geldstrafe verurteilt

Geert Wilders war angeklagt wegen Volksverhetzung - und gewann den Prozess. Jetzt stand er wegen Verletzung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten vor Gericht - und verlor. Weil er einen niederländischen Rapper unerlaubt in seinem Skandalfilm "Fitna" zeigte.

Den Haag - Es ist schon absurd: Erst vor wenigen Tagen entschied ein Den Haager Gericht, dass man den Rechtspopulisten Geert Wilders nicht wegen Volksverhetzung verurteilen könne. Sein Anti-Koran-Film "Fitna" stachle nicht zu Hass und Gewalt an - er falle unter das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Rechtspopulist Wilders: Urheberrechte verletzt
AFP

Rechtspopulist Wilders: Urheberrechte verletzt

Nun musste Wilders erneut vor Gericht. Diesmal verlor er den Prozess, wegen Verletzung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten. Wilders habe in seinem Film unerlaubt ein Bild des niederländischen Rappers Salah Edin verwendet, entschied ein Gericht in Amsterdam. Der Rechtspopulist muss Edin nun 3000 Euro Schadenersatz zahlen, Edins Fotografen sogar 5000 Euro.

Wilders hatte seinen 17-minütigen Film "Fitna" (Zwietracht) Ende März im Internet veröffentlicht. Das Video, das Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen kombiniert, wurde weltweit als Beleidigung für Muslime kritisiert.

Inzwischen hat Wilders eine neue Version ins Internet gestellt, in der Edins Bild nicht mehr gezeigt wird. Auch die Mohammed-Karikatur des dänischen Zeichners Kurt Westergaard, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist in dem überarbeiteten Streifen nicht mehr zu sehen. Westergaard hatte Wilders ebenfalls mit rechtlichen Schritten gedroht.

ssu/AFP

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