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Anti-Islam-Film: Videoportal stellt "Fitna" wieder online

Aus Sorge um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter hatte das Portal "Liveleak" den Film des niederländischen Politikers Wilders von der Seite genommen - jetzt ist "Fitna" wieder online. "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, Material zu zensieren, das legal ist", heißt es in einer Erklärung.

Den Haag - Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter sind verbessert worden - deshalb habe man sich dafür entschieden, "Fitna" wieder online zu stellen, heißt es in einer Erklärung auf dem Videoportal "Liveleak": "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, Material zu zensieren, das legal ist und unseren Regeln entspricht."

Der niederländische Parlamentarier Geert Wilders hatte seinen 17-minütigen Anti-Islam-Film "Fitna" (Zwietracht) am Donnerstag auf Liveleak.com veröffentlicht. Das Video war anschließend wegen Drohungen gegen Mitarbeiter für drei Tage vom Server genommen worden; es wurde aber auf anderen Internetseiten weiterverbreitet. Millionen von Menschen haben den Film inzwischen gesehen. Wilders kombiniert darin Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen. Der Film rief weltweit Kritik hervor.

Unterdessen äußerte sich der niederländische Außenminister Maxime Verhagen zufrieden über die bisher gemäßigten Reaktionen auf den antiislamischen Film. Gleichzeitig forderte er Schutz für niederländische Bürger und Einrichtungen in islamischen Ländern.

Boykottaufruf gegen die Niederlande in Malaysia

Die Rhetorik in manchen Ländern zeige, dass man aufmerksam bleiben müsse, sagte Verhagen den Angaben seines Ministeriums zufolge. Verletzte Gefühle könnten niemals eine Entschuldigung für Drohungen und Gewalt sein". Erneut distanzierte sich Verhagen von dem Film, in dem Wilders Texte des Koran in Verbindungen mit den Gräueltaten islamischer Extremisten setzt.

In Indonesien demonstrierten derweil etwa 100 Anhänger einer fundamentalistischen islamischen Gruppe vor der niederländischen Botschaft und warfen mit Eiern. Einer der Organisatoren des Protestes von der islamischen Verteidigungsfront FPI forderte von der indonesischen Regierung, die Beziehungen zu den Niederlanden abzubrechen und niederländische Staatsbürger auszuweisen.

Aus Protest gegen den Film hat die Islamische Partei PAS in Malaysia zu einem Boykott niederländischer Waren aufgerufen. "Wir fordern die Muslime der ganzen Welt dazu auf, ab sofort alle niederländischen Produkte zu boykottieren", sagte der PAS-Politiker Salahuddin Ajub am Montag.

Der Politiker Wilders will nach Angaben der Agentur ANP seinen Film leicht verändern, um juristische Verfahren zu vermeiden. So will er unter anderem auf eine Beschwerde des dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard hin dessen Karikatur von Mohammed mit einer Bombe im Turban nicht mehr verwenden. Westergaard hatte das nicht genehmigt und von Missbrauch gesprochen.. Der Zeichner kündigte rechtliche Schritte an.

anr/AFP/dpa

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