Anti-Sparproteste in Griechenland Vermummte greifen friedliche Demonstranten an

Zehntausende Griechen gingen erneut gegen das Sparprogramm der Regierung auf die Straße. Dabei kam es zu Kämpfen mit der Polizei - und Hunderte Krawallmacher attackierten sogar friedliche Demonstranten mit Brandsätzen und Knüppeln.

AFP

Athen - Bei den Protesten gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung kam es am Donnerstag erneut zu Krawallen. Zehntausende Griechen protestierten überwiegend friedlich auf dem Platz vor dem Parlament, bis rund 500 Randalierer die Demonstration angriffen: Die zum Teil vermummten Randalierer warfen mehrere Brandsätze in Flaschen auf die Teilnehmer und lösten eine Panik aus.

Die Polizei setzte daraufhin massiv Tränengas ein, um die Menschenmenge aufzulösen. Tausende Menschen flohen in Panik von dem Platz. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums etwa 16 Menschen verletzt. Bereits am Mittwoch hatte es schwere Krawalle in Athen gegeben.

Nach den Protesten kam ein Mann im Krankenhaus ums Leben. Es gab zunächst widersprüchliche Angaben, ob der Tod ursächlich mit den Protesten im Zusammenhang stand. Bei dem Toten soll es sich nach ersten Berichten griechischer Medien um den 53 Jahre alten Bauarbeiter Dimitris K. handeln. Der Gewerkschafter sei von einem Stein am Kopf getroffen worden, hieß es zunächst.

"Der Demonstrant starb an einem Herzinfarkt", sagte ein Regierungsmitglied. Er betonte allerdings, dass er nicht bei den Demonstrationen verletzt worden sei. Auch der griechische TV-Sender Skai berichtete unter Berufung auf Verwandte des Toten, D. habe keine Verletzungen aufgewiesen, die auf einen Treffer mit einem Stein hindeuteten. Vielmehr sei der Mann gesundheitlich angeschlagen gewesen.

Auch in anderen Städten demonstrierten Griechen gegen das Sparprogramm: Das griechische Fernsehen berichtete von Protesten in der Hafenstadt Thessaloniki im Norden des Landes, in der westgriechischen Hafenstadt Patras, auf Kreta in der Hafenstadt Heraklion sowie in der Stadt Ioannina im Nordwesten des Landes. Zudem streikten Mitarbeiter von Ministerien, Fährbetrieben, der Bahn, Taxi-Fahrer und Angestellte öffentlicher Verkehrsbetriebe weiterhin.

Das neue Sparprogramm sieht massive Entlassungen im staatlichen Bereich vor. Es ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche der Griechenland-Hilfe von acht Milliarden Euro. Zudem sollen die Gehälter von Staatsbediensteten um 20 Prozent gekürzt werden.

suc/luk/AFP/fln/dapd/dpa

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insgesamt 147 Beiträge
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Marcus_XXL, 20.10.2011
1. Ein Land wird zerstört.
Griechenland wird kaputt gespart. Was sollen die ganzen entlassenen Menschen denn machen und was wäre in der BRD los, wenn Renten und Löhne um erst 30% und dann noch einmal deutlich gekürzt würden? Dabei steigen die Lebenshaltungskosten -wie bei uns- permanent massiv an! Wie soll das Land so jemals ins Plus kommen? Das ist doch völlig unmöglich und vermutlich auch beabsichtigt. Griechenland ist der Test für Europa. Kommt man dort damit durch, dann haben wir bald 5% reiche Eliten und 95% Sklaven in unserer Brüsseler EUdssr!
fallbeilspiel 20.10.2011
2. Wahrscheinlich werden wir hier im Forum
schon bald von den üblichen Antiwestlern lesen, daß die Brandsätze von Agent Provocateurs der griechischen Regierung oder der CIA geworfen wurden. Dabei haben in der Vergangenheit die Anarchos/Schwarzer Block schon gezeigt, dass ihnen bei der Verfolgung ihrer Interessen ein Menschenleben egal ist.
irobot 20.10.2011
3. HIer könnte Ihre Werbung stehen!
Zitat von Marcus_XXLGriechenland wird kaputt gespart. Was sollen die ganzen entlassenen Menschen denn machen und was wäre in der BRD los, wenn Renten und Löhne um erst 30% und dann noch einmal deutlich gekürzt würden? Dabei steigen die Lebenshaltungskosten -wie bei uns- permanent massiv an! Wie soll das Land so jemals ins Plus kommen? Das ist doch völlig unmöglich und vermutlich auch beabsichtigt. Griechenland ist der Test für Europa. Kommt man dort damit durch, dann haben wir bald 5% reiche Eliten und 95% Sklaven in unserer Brüsseler EUdssr!
Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied, wenn man z.B. als Lokführer in Griechenland 3500 netto und in Deutschland 3500 brutto verdient (wenn überhaupt).
Fischkopp-Cop 20.10.2011
4. .
---Zitat von SPIEGEL ONLINE--- [...]Rund 500 Krawallmacher griffen die friedliche Demonstration auf dem Platz vor dem Parlament an und lösten Panik aus. Die zum Teil vermummten Randalierer warfen mehrere Brandsätzen in Flaschen auf Teilnehmer.[...] ---Zitatende--- Die bei Demonstrationen immer wieder auftauchenden gewalttätigen Randalierer habe ich schon immer für Soziopathen gehalten. Aber das hat ja eine ganz neue Qualität.
gerd1407 20.10.2011
5. Ja toll
Zitat von Marcus_XXLGriechenland wird kaputt gespart. Was sollen die ganzen entlassenen Menschen denn machen und was wäre in der BRD los, wenn Renten und Löhne um erst 30% und dann noch einmal deutlich gekürzt würden? Dabei steigen die Lebenshaltungskosten -wie bei uns- permanent massiv an! Wie soll das Land so jemals ins Plus kommen? Das ist doch völlig unmöglich und vermutlich auch beabsichtigt. Griechenland ist der Test für Europa. Kommt man dort damit durch, dann haben wir bald 5% reiche Eliten und 95% Sklaven in unserer Brüsseler EUdssr!
und was ist ihrer Meinung nach die Alternative?
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