Nach dem Terror in Paris Antimuslimische Vorfälle in Frankreich verdoppelt

Seit den Anschlägen in Paris hat es in Frankreich 116 Vorfälle gegen Muslime gegeben - mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Januar. Darunter fallen Drohbriefe ebenso wie Angriffe auf Moscheen.

Polizei vor der Großen Moschee in Paris: Mehr Vorfälle nach Anschlägen
REUTERS

Polizei vor der Großen Moschee in Paris: Mehr Vorfälle nach Anschlägen


Paris - Seit den Terroranschlägen in Paris gibt es in Frankreich deutlich mehr antimuslimische Vorfälle. Verglichen mit dem gesamten Monat Januar des Vorjahres hat sich die Zahl bereits jetzt mehr als verdoppelt.

Eine Beobachtungsstelle der islamischen Dachorganisation in Frankreich (CFCM) zählte 28 Aktionen gegen muslimische Einrichtungen sowie 88 weitere Drohungen, die seit dem Attentat auf "Charlie Hebdo" am 7. Januar etwa in Briefen formuliert waren.

Der Chef der Beobachtungsstelle gegen Islamphobie, Abdallah Zekri, nannte diese Entwicklung unerträglich. Er forderte die Politik zu konkreten Aktionen auf. Reden, die beruhigen sollten, reichten nicht mehr.

Die sozialistische Regierung in Paris hatte der muslimischen ebenso wie der jüdischen Gemeinde nach der Anschlagsserie verstärkten Schutz zugesagt. So wurden etwa knapp 5000 Polizisten für den Schutz jüdischer Schulen abgestellt.

Drei islamistische Attentäter hatten bei den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo", auf eine Polizistin sowie auf einen jüdischen Supermarkt insgesamt 17 Menschen getötet.

fab/AFP/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 73 Beiträge
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Levator 19.01.2015
1. Ich gehe jetzt nicht davon aus,
dass sich die Muslime in Frankreich darüber wundern.
jamesfrazer 19.01.2015
2. Gutmenschen
Aussage des Stellvertr. Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Arnold Plickert : Plickert sagte zu den wachsenden Gefahren, in manchen Vorstädten im Ruhrgebiet regierten mittlerweile Jugendbanden mit Migrationshintergrund, die der Polizei signalisierten: "Hier haben wir das Sagen, hier gilt kein deutsches Recht." Das ist seit Jahren bekannt wird aber von unserer Politik hartnäckig weggelogen und vertuscht !
hansdampf01 19.01.2015
3.
Zitat von Levatordass sich die Muslime in Frankreich darüber wundern.
Sie meinen also, dass sie es verdient haben?
TomTheViking 19.01.2015
4. es wäre ein einfaches den orthodoxen Islam
zu verbieten. Der Islam ist keine Religion die in das liberale aufgeklärte Europa gehört. Zu viele Handlungsweisen und Richtlinien widersprechen unserer Gesetzgebung. Darum werd das Gesetz zugunsten des Islam mit Ausnahmeregelungen gebeugt oder man toleriert die Verstöße oder hat - wenn es denn zur Anklage kam - die Religionszugehörigkeit strafmildernd angesehen. Letzteres hat sich aber in den letzteren Jahren verbessert. Der katholische Kirche sollte das als Warnung dienen sich nicht weiter in die Gesetzgebung des Staates einmischen zu wollen. Denn ein paar Reste wären auch mit dieser Fraktion Christi in Deutschland zu klären. Und so absolut säkular verhalten sich auch die Vertreter der Protestanten und Protestantinnen (hier gibt es ja welche) nicht. Aber im Großen und Ganzen (was Ausnahmen einschließt) akzeptieren letzere Vereinigungen das Grundgesetz
cato. 19.01.2015
5.
Der Chef der Beobachtungsstelle gegen Islamphobie, Abdallah Zekri, nannte diese Entwicklung unerträglich. Er forderte die Politik zu konkreten Aktionen auf. Reden, die beruhigen sollten, reichten nicht mehr. Die erste konkrete Maßnahme könnte der Mann mal selber ergreifen und den islamistischen Propagandabegriff Islamophobie durch etwas sinnvolleres ersetzen. Dann kann man sein Anliegen vielleicht auch ernst nehmen.
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