Kämpfe in Ost-Ghuta Putin willigt in tägliche Kampfpausen ein

Uno-Generalsekretär Guterres hat die Kriegsparteien im syrischen Ost-Ghuta dazu aufgerufen, die Waffenruhe umzusetzen - und Russlands Präsident Putin stimmt zu. Zumindest ein bisschen.

Ost-Ghuta am 22.02.2018
DPA

Ost-Ghuta am 22.02.2018


Antonio Guterres wählt deutliche Worte: "Es ist höchste Zeit, diese Hölle auf Erden zu stoppen", sagte der Uno-Generalsekretär mit Blick auf die dramatische Lage in Ost-Ghuta. Doch bislang gehen die Kämpfe unvermindert weiter - obwohl am Samstag eine 30-tägige Waffenruhe für Syrien vereinbart worden war. Völkerrechtlich bindende Druckmittel enthielt der Resolutionstext nicht.

Nun aber hat Russlands Präsident Wladimir Putin tägliche Kampfpausen für die syrische Rebellenhochburg angeordnet. Durch einen "täglichen humanitären Waffenstillstand" sollten von Dienstag an "Verluste unter den Zivilisten in Ost-Ghuta vermieden werden", erklärte Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut Medienberichten.

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Die Vereinten Nationen erklärten davon unabhängig, dass sie bereitstünden, lebensrettende Hilfe in die Rebellenhochburg östlich von Damaskus zu bringen und Schwerverletzte von dort zu evakuieren. In dem Gebiet leben rund 400.000 Menschen, die wegen der Blockade durch Regierungstruppen fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten sind. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage.

"Die Lage bleibt dramatisch"

Am Montagmorgen hatten Aktivisten über einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf Ost-Ghuta berichtet. Ein Mensch soll dabei gestorben, mehr als ein Dutzend verletzt worden sein. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Angaben dieser Organisation können nicht unabhängig überprüft werden, haben sich aber in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen.

"Die Lage in Ost-Ghuta bleibt auch heute dramatisch", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. "Leid und Not der Menschen haben ein Ausmaß erreicht, das schwer zu ertragen ist." Die syrische Regierung verhindere weiter Hilfslieferungen nach Ost-Ghuta. Deutschland stehe bereit, humanitäre Hilfe zu leisten, sobald es Zugang zu der Region gebe.

höh/dop/dpa/Reuters/AFP



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