Nordkorea-Krise Uno-Generalsekretär warnt vor Weltkrieg

Neue Provokation aus Nordkorea: Man werde auf Sanktionen und Druck der USA mit "unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten". Die Uno ist alarmiert und dringt auf Beendigung des verbalen Wettrüstens.

Antonio Guterres
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Antonio Guterres


Uno-Generalsekretär António Guterres hat den Atomwaffentest Nordkoreas als weitere Verletzung internationaler Abkommen verurteilt. Zugleich appellierte er an alle Staaten, dass ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel unbedingt verhindert werden müsse. Vor Journalisten in New York sagte der Chef der Vereinten Nationen, es müsse dringend deeskaliert werden. Konfrontative Rhetorik könne zu unbeabsichtigten Konsequenzen führen, die Lösung müsse politisch sein.

"Wenn man sich die Geschichte des Ersten Weltkrieges anschaut, passierte alles Schritt für Schritt. Die eine Partei tat dieses, die nächste reagierte mit jenem. Und plötzlich stellten alle fest: Wir sind im Krieg", zitiert die ARD den Uno-Generalsekretär. Dieses Risiko müsse in Bezug auf Nordkorea unbedingt vermieden werden, so der Uno-Politiker.

Guterres bot an, selbst zu vermitteln. Er wisse, dass der Einfluss der Vereinten Nationen begrenzt sei, aber er stehe zur Verfügung. Verhandlungen, fügt Guterres hinzu, könne es aber nur geben, wenn die Parteien auch verhandeln wollten.

Nordkorea droht mit "Gegenoffensive"

Nordkorea scheint dazu nicht bereit. Für den Fall neuer Sanktionen drohte das Land mit Gegenmaßnahmen. Das Außenministerium in Pjöngjang unterstellte den USA, eine feindselige Politik und dazu eine "hektische Sanktionskampagne" zu betreiben. "Wir werden auf die verabscheuungswürdigen Sanktionen und den Druck der USA mit unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten", wurde ein Ministeriumssprecher am Dienstagabend von den Staatsmedien zitiert. Welche Art von Maßnahmen ergriffen werden sollen, blieb unklar.

Die USA sollten nicht vergessen, dass Nordkorea eine "voll entwickelte Atommacht ist, die im Besitz von Interkontinentalraketen (ICBM) wie auch einer Atom- und Wasserstoffbombe" sei, hieß es. Der Sprecher habe auf eine Frage mit Blick auf neue Sanktionen geantwortet. Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der eine ICBM bestückt werden soll.

Die USA werfen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen und drängen im Uno-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen". Der Rat war am Montag wegen des sechsten und bisher größten Atomtests durch Nordkorea auf Antrag der USA, Japans, Frankreichs, Großbritanniens und Südkoreas zunächst zu einer Sondersitzung zusammengekommen.

Nordkorea hat den jüngsten Atomtest als "Geschenkpaket" an die USA bezeichnet. Das sagte Han Tae Song, Uno-Botschafter des Landes. Er kündigte der Genfer Abrüstungskonferenz der Uno weitere ähnliche Maßnahmen an.

jat/dpa

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