António Guterres Uno-Generalsekretär warnt vor immer längeren Konflikten

Die internationalen Spannungen bereiten Uno-Generalsekretär Guterres Sorgen. Besonders Atomwaffen seien wieder in das Zentrum der größten Gefahren gerückt - er sieht aber noch weitere Probleme.

António Guterres
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Politische Krisen und Konflikte halten im Schnitt 20 Jahre an - und dauern immer länger. Das sagte Uno-Generalsekretär António Guterres während eines Sicherheitsratstreffens. Meist seien mehrere bewaffnete Gruppen daran beteiligt, die Regierung, Land und die natürlichen Ressourcen des Landes kontrollieren wollten.

Bei dem Treffen ging es um die wachsenden Herausforderungen der internationalen Gemeinschaft, für Frieden und Sicherheit zu sorgen. Auf welche Länder sich die Aussagen beziehen, erklärte der Uno-Generalsekretär nicht. Allerdings ließ sich anhand der Sätze ableiten, wen Guterres unter anderem als eine besondere Gefahr sieht: Nordkorea.

"Nuklearwaffen sind weiterhin die zentrale Gefahr", sagte der Portugiese. Die Spannungen seien so noch höher als am Ende des Kalten Krieges.

Pjöngjang hatte in diesem Jahr 19 Raketentests unternommen - die Uno sanktionierte das Land daraufhin mit Wirtschaftssanktionen. Guterres selbst hatte Nordkorea mehrfach aufgefordert, das Atomprogramm einzustellen und die Raketenabschüsse zu unterlassen.

Als weitere Gefahren für Frieden und Sicherheit sieht der Generalsekretär die Bereiche der Cybersecurity, die Auswirkungen des Klimawandels und der Wasserknappheit.

Insgesamt gebe es laut Guterres zwar langfristig gesehen eine Abnahme der bewaffneten Konflikte, jedoch habe es einen Anstieg der Krisen im Mittleren Osten und Teilen Afrikas gegeben.

mho/AP



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alternativlos 21.12.2017
1. Lieber Guterres,
der Wesenskern eines jeden Konfliktes beginnt immer in einem Mangel an Aufklärung. Gehe sie zur Quelle zurück und vermitteln einen vertrauensseligen Beweggrund, dann lösen sich die Konflikte aus sich selbst heraus auf. Weiterhin Alles Gute
touri 21.12.2017
2.
Zitat von alternativlosder Wesenskern eines jeden Konfliktes beginnt immer in einem Mangel an Aufklärung. Gehe sie zur Quelle zurück und vermitteln einen vertrauensseligen Beweggrund, dann lösen sich die Konflikte aus sich selbst heraus auf. Weiterhin Alles Gute
Nö, Konflikte, insbesondere politische, entstehen durch gegensätzliche Interessen. Mit welcher Form der Aufklärung möchten Sie den bitte den Israel-Palästina Konflikt lösen? Die Palästinenser wollen ihr Land zurück und einen Staat gründen, die Israelis möchten beides nicht. Der mit mehr Macht setzt sich dann durch.
friedrich.grimm@gmx.de 21.12.2017
3. Lösungen!
Und was bietet unsere "Friedenstaube" Merkel dazu an? Steigerung der Rüstungsausgaben und Steigerung der Rüstungsexporte durch deutsche Waffenschmieden, Einsätze bewaffneter Soldaten in allen möglichen Ländern der Welt. Daraus resultieren neben steigender Terrorgefahren Unsicherheiten bei der Bevölkerung, die wegen Umschichtung finanzieller Mittel, zugunsten der Mehrausgaben im militärischen Bereich, letztendlich im Sozialen fehlen, darunter zu leiden haben. In den letzten Tagen wurde mehrfach die "Würdigung" der Leistung deutscher Sodaten in Auslandseinsätzen betont, indem Frau v.d. Leyen "ihre" Soldaten besucht; was für eine strohdumme Legitimierung dieser zumeist unnützen Einsätze, die noch so manchem jungen Menschen das Leben kosten werden. Aber wir haben ja eine gewachsene Verantwortung für die Geschehnisse in der Welt. Eine Verantwortung die bislang nicht wahrgenommen wird. Denn dann müssten friedensschaffende Maßnahmen, wie z.B. faire Handelsbedingungen, oder die Anerkennung, dass Rohstoffe dem jeweiligen Land und nicht irgendwelchen Konzernen gehören, im Mittelpunkt stehen; dürften nicht Konzerne wie Nestle den Afrikanern das Wasser klauen usw. Die derzeitigen weltweiten Vorkommnisse machen eines deutlich: das legalisierte Verbrechen führt die Hand der Politik.
hdwinkel 21.12.2017
4. Bewaffnete Konflikte
Gregor Gysi hat in einem Interview mal von einer Begegnung mit Francoir Mitterand berichtet, in dem Gysi die These aufstellte, daß ihn die gegenwärtige politische Lage stark an den Vorabend des WK2 erinnern würde. Mitterand widersprach: nicht WK2, sondern WK1. Ich denke, man muß ihm recht geben. Die Welt ist wieder imperialer geworden. Nicht mehr der Sieg einer Ideologie (diverse ..ismusse) sind bestimmend, sondern die plumpe Konkurrenz um Resourcen, Macht und Einfluß diverser Machtblöcke. Und jede Partei in diesem globalen Wettstreit scheut keine Mittel, um sich globale Vorteile zu verschaffen, mit dramatischen Auswirkungen auf diverse bewaffnete Konflikte, die es ohne die globalen Konkurrenten so wahrscheinlich gar nicht gäbe. Die Methoden, die eigene Bevölkerung gefügig für Kriege zu machen, sind nach wie vor dieselben wie vor 100 Jahren: Dämonisierung der anderen Seite, man selbst ist aber der moralisch Überlegene. Das Interesse gilt nicht der Beendigung von Konflikten, sondern diese zu gewinnen. Das traurige dabei: Es funktioniert. Bis hinein in das aufgeklärte Bürgertum. Unvergessen für mich die Bemerkung des Herrn Sydow, der die Terroristen von Al-Nusra als letzte Hoffnung für die Bewohner Aleppos sah. Der Grund für diese groteske Verzerrung der Wirklichkeit dürfte auch hier das Blockdenken gewesen sein: lieber die, als die Russen.
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