Antrittsrede in Brasilien Lulas ehrgeizige Ziele

Für seine zweite Amtszeit hat sich der brasilianische Präsident Lula da Silva viel vorgenommen: Bei seiner zweiten Antrittsrede erneuerte der linksgerichtete Politiker sein Versprechen, die Wirtschaft des Landes voranzubringen, und den tiefen Graben zwischen Reich und Arm zu überwinden.


Brasilia - "Eine meiner größten Verpflichtungen besteht darin, dass ich nie vergesse, wo ich hergekommen bin", sagte der Bauernsohn und ehemalige Metallarbeiter vor den Abgeordneten des Parlaments. Zur Konjunktursteigerung sollten Bürokratie abgebaut, Steueranreize geschaffen und die Investitionen des Staates deutlich gesteigert werden.

Start in die zweite Amtszeit: Brasiliens Präsident Lula da Silva
REUTERS

Start in die zweite Amtszeit: Brasiliens Präsident Lula da Silva

Während seiner ersten Amtszeit habe sich hinsichtlich der Verteilung des Wohlstands und des Zugangs zu Bildung, Gesundheit und Wohnungen vieles zum Besseren gewendet, sagte der Präsident. "Aber wir müssen noch viel mehr tun." Später wandte sich Luiz Inácio Lula da Silva auch an mehrere tausend Anhänger seiner Arbeiterpartei, die nach Brasilia gekommen waren. Dabei kündigte er an, mit aller Entschlossenheit gegen die jüngste Welle der Gewalt in Rio de Janeiro vorzugehen. Bei den Angriffen von Angehörigen der organisierten Kriminalität handle es sich um eine Barbarei, die nicht als gewöhnliches Verbrechen, sondern als Terrorismus behandelt werden müsse.

Im Unterschied zum Amtsantritt vor vier Jahren waren diesmal keine hochrangigen Staatsgäste zu der Zeremonie in der Hauptstadt Brasilia eingeladen. Prominentester Gast aus dem Ausland war der italienische Außenminister Massimo D'Alema.

Die erste Amtszeit des früheren Gewerkschaftsführers war von Korruptionsaffären überschattet, die zum Rücktritt mehrerer Regierungsmitglieder führten. Lula selbst bestritt eine Verwicklung in die Skandale und sagte nach seiner Wiederwahl der Korruption den Kampf an. Unterstützung erfährt er insbesondere von den Millionen Armen im größten Land Lateinamerikas.

reh/AP/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.