Mittelmeer Mehrere südeuropäische Staaten nehmen "Aquarius"-Flüchtlinge auf

Die vom Hilfsschiff "Aquarius" geretteten 58 Flüchtlinge dürfen in Malta an Land gehen. Sie sollen auf verschiedene EU-Staaten verteilt werden.

Das Rettungsschiff "Aquarius"
AFP/ SOS MEDITERRANEE / Maud VEITH

Das Rettungsschiff "Aquarius"


Seit Tagen kreuzt das Rettungsschiff "Aquarius" mit 58 Flüchtlingen an Bord auf dem Mittelmeer. Nach Malta und Italien hatte zuletzt Frankreich dem Schiff der Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée verboten, den Hafen von Marseille anzulaufen. Jetzt zeichnet sich eine Einigung ab.

Die Regierung in Valletta teilte mit, ein maltesisches Schiff werde die 58 Personen aufnehmen und nach Malta bringen, von wo aus die Flüchtlinge auf andere EU-Staaten verteilt werden sollen. Das portugiesische Innenministerium gab zuvor bekannt, dass man sich mit Frankreich und Spanien auf die Aufnahme von Flüchtlingen von der "Aquarius" geeinigt habe. Portugal will zehn Menschen aufnehmen. Wie viele nach Frankreich und Spanien gebracht werden sollen, war zunächst nicht bekannt.

Italiens rechtspopulistische Regierung weigert sich

Weil sich Italiens rechtspopulistische Regierung weiter weigert, Rettungsschiffe anlegen zu lassen, hatte die Besatzung der "Aquarius" am Montag um eine Anlegeerlaubnis im Hafen von Marseille gebeten und zunächst eine Absage erhalten. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire berief sich darauf, dass ein Rettungsschiff den nächsten sicheren Hafen anlaufen müsse, das sei nicht Marseille.

Die "Aquarius" irrte bereits mehrmals auf der Suche nach einem Hafen über das Mittelmeer, weil die Regierung in Italien schon seit dem Sommer keine Rettungsschiffe mehr in italienische Häfen lässt. Besonders dramatisch war eine Odyssee des Schiffes im Juni, nachdem es vor der libyschen Küste 630 Flüchtlinge an Bord genommen hatte. Erst nach tagelangem Warten konnten die Geretteten in der spanischen Stadt Valencia von Bord gehen.

Am Wochenende hat zudem Panama auf Beschwerde Italiens angekündigt, dem Rettungsschiff die Flagge zu entziehen. Damit wäre es faktisch lahmgelegt.

flx/AFP/AP



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