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Arabischer Vorschlag: Weltweite Debatte über Uno-Truppen für Syrien

Sollen Blauhelme in Syrien das Blutvergießen beenden? Die Arabische Liga fordert das, doch sie findet kaum Unterstützer. Die Uno-Vetomacht Russland laviert, will den Vorschlag prüfen. Der britische Außenminister schließt eine Beteiligung westlicher Truppen aus - zumindest am Boden.

Anti-Regime-Proteste im syrischen Idlib: Hoffen auf Hilfe Zur Großansicht
AP

Anti-Regime-Proteste im syrischen Idlib: Hoffen auf Hilfe

Kapstadt/Moskau - Die Arabische Liga fordert einen Uno-Friedenseinsatz in Syrien, doch Russland und China vermeiden in der Frage eine klare Positionierung. Vor jedem internationalen Einsatz müsse die Gewalt in dem Nahost-Staat beendet werden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Dazu sei Druck auf Opposition und Regierung in Syrien notwendig. Lawrow äußerte Zweifel am Friedenswillen der Gegner von Staatschef Baschar al-Assad.

Man werde den Vorschlag der Arabischen Liga aber prüfen, hieß es aus Moskau. "Wir prüfen eine solche Initiative und erwarten von unseren Freunden in den arabischen Staaten, uns in einigen Punkten Klarheit zu geben", sagte Lawrow. Für eine solche Mission sei in jedem Fall auch das Einverständnis von Syrien erforderlich, betonte Lawrow. Das syrische Regime hatte jedoch zuvor den Vorschlag der Uno-Friedensmission als "feindlichen Akt" bezeichnet. Russland steht international in der Kritik, als Vetomacht zusammen mit China im Weltsicherheitsrat einen schärferen Kurs gegen Syrien zu verhindern. Russland ist seit Sowjetzeiten Verbündeter und Waffenlieferant Syriens.

Auch China ließ keine klare Zustimmung erkennen, würdigte aber die Friedensbemühungen der Arabischen Liga. Die Uno könnte in dem Konflikt auf der Grundlage ihrer Charta und den Normen diplomatischer Beziehungen ihre konstruktive Hilfe anbieten, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking.

Großbritannien will Einsatz von nicht-westlichen Soldaten

Unterdessen lehnte der britische Außenminister William Hague eine Beteiligung westlicher Bodentruppen an einem möglichen Uno-Friedenseinsatz in Syrien strikt ab. Er sehe es nicht, dass in Zukunft "westliche Stiefel" den Boden in Syrien in irgendeiner Form beträten, auch nicht im Rahmen einer Friedensmission. Die Soldaten müssten aus anderen Ländern kommen, sagte Hague in Kapstadt vor Journalisten. Wenn sich das Konzept einer Friedensmission realisieren ließe, würde Großbritannien es in der üblichen Form unterstützen, so Hague weiter.

Die Arabische Liga hatte am Sonntag angekündigt, der syrischen Opposition umfassende "politische und materielle" Hilfe zukommen zu lassen. Angesichts der Gewalt in Syrien, durch die seit März 2011 Tausende Menschen getötet wurden, forderte die Arabische Liga außerdem eine gemeinsame Friedensmission mit den Vereinten Nationen.

Am Sonntag hatte der Leiter der erfolglosen Beobachtermission für Syrien aufgegeben. Der sudanesische General Mohammed al-Dabi reichte seinen Rücktritt ein. Zugleich bestimmte der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, den früheren jordanischen Außenminister Abdel Elah al-Chatib zum Syrien- Beauftragten der Organisation.

In Syrien haben Rebellen nach Angaben von Aktivisten einen Vorstoß von Regierungstruppen auf die Stadt Rastan zurückgeschlagen. Mindestens drei Soldaten seien bei den Gefechten getötet worden, teilte das Syrische Observatorium für Menschenrechte mit. Die Truppen von Machthaber Assad hätten bei der Offensive auch Panzer eingesetzt. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben nicht bestätigt werden. Die Telefonleitungen in die zentral gelegene Stadt waren am Vormittag allem Anschein nach unterbrochen. Rastan ist seit Ende Januar in der Gewalt von syrischen Aufständischen.

anr/dpa/AFP/dapd/Reuters

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insgesamt 46 Beiträge
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1. Ja ja die "Rebellen"
leser_81 13.02.2012
Erst wollen Sie Hilfe vom Westen, dann kommen Sie an die Macht und das Chaos bricht aus. Dann kommen doch die Islamisten an die Macht und westliche Truppen werden als Unläubige Besatzer empfunden. Naja so oder so ähnlich kennen wir das ja aus anderen Ländern des "Arabischen Fühlings" Aber NEIN ! Offiziell kämpen die Rebellen natürlich nur für Freiheit, Gleicheit, Frauenrechte und Meinungsäußerung.
2. irak-blut,libyen blut
BurnOut_Generation 13.02.2012
Zitat von sysopAPSollen Blauhelme in Syrien das Blutvergießen beenden? Die Arabische Liga fordert das, doch sie findet kaum Unterstützer. Die Uno-Vetomacht Russland laviert, will den Vorschlag prüfen. Der britische Außenminister schließt eine Beteiligung westlicher Truppen aus - zumindest am Boden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814930,00.html
Syrische Diktatur? Vor zwei Jahren war es noch der Reformer..Oder Libyen? Gaddafi hat den Wahlkampf von Sarkozy finanziert ...da war er noch gut und mit Berlusconi Bunga Bunga stand auf dem Programm. Wussten Sie dass unter der Diktatur von Gaddafi kostenlose medizinische Versorgung gab? Keiner musste betteln,es gab Geld vom Staat..Ein Jeep von Kia gab es für 7500 Dollar zu kaufen und ein Brautpaar 50000 dollar,als starthilfe bekommen hat..wussten Sie,dass Gaddafi in den Wüstenregionen Oasen geschaffen hat und es Wasser in den ablegenen Regionen gab. Es sind mehr,als 100 Stämme ohne zentrale Regierung und jeder Stamm sein Gebiet selbst kontrolliert hat..es gab keinen Diktator Gaddafi,weil das land von Stämmen regiert wurde...es gab keine Zinsen auf Kredite...nur die salafisten aus Benghasi haben Gaddafi verflucht,weil Libyen zu "Westlich" geworden ist.... Im März am Anfang der "protesten" gab es eine Versammlung aller Stämme in Tripolis..auch die Stämme aus Benghasi. Keiner wollte das was jetzt in Libyen los ist aber es wurde ausgeblendet und erst mit hilfe der NATO wurden diese Sandalenkämpfer bis nach Tripolis gebombt wurden. Und diese "Demokraten"haben Gaddafi 4 stunden lang missbraucht,es stand eine Schlange der salafisten,damit jeder ihn schlagen konnte,mit Eisenstock aufgeschpisst und erst nach 4 Stunden erlöst mit einem Schuss in den Bauch...und werden diese typen in Damaskus etwas anderes machen? Wohl kaum. Al Arabia hat genüsslich über den Folter von Muhammar Gaddafi berichtet und dokumentiert.
3.
ewspapst 13.02.2012
Zitat von sysopAPSollen Blauhelme in Syrien das Blutvergießen beenden? Die Arabische Liga fordert das, doch sie findet kaum Unterstützer. Die Uno-Vetomacht Russland laviert, will den Vorschlag prüfen. Der britische Außenminister schließt eine Beteiligung westlicher Truppen aus - zumindest am Boden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814930,00.html
Arabischer Vorschlag: Weltweite Debatte über Uno-Truppen für Syrien soll es angeblich geben. Dazu eine Frage: Was sagen denn die "weltweiten Staaten" zu dem Vorschlag der Arabischen Liga, beistpielsweise Indien, Argentinien, Brasilien, Chile, Guatemala, Pakistan, Kasachstan, Weiss Russland, Grönland und, und, und..., oder beschränkt sich "weltweit" auf die Liga der Willigen ?
4. Ein zweiter 'Hindukusch' ?
stefanbodensee 13.02.2012
Zitat von sysopAPSollen Blauhelme in Syrien das Blutvergießen beenden? Die Arabische Liga fordert das, doch sie findet kaum Unterstützer. Die Uno-Vetomacht Russland laviert, will den Vorschlag prüfen. Der britische Außenminister schließt eine Beteiligung westlicher Truppen aus - zumindest am Boden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814930,00.html
Wieso bildet die Arabische Liga nicht selbst Soldaten für solche Missionen aus und schickt sie dann in in entsprechende Einsätze - wie jetzt nach Syrien ? Wieso sollen (europäische) Blauhelmsoldaten den Kopf hinhalten und werden danach auch noch von verschiedenen, den Regimen freundlich gesinnten Nationen, als Okkupanten, Kreuzzügler, Terroristen und was weiß ich was bezeichnet ? Es reicht mir schon, wenn unsere (deutschen) Kameraden 'am Hindukusch' ihren Kopf für eine aussichtslose Mission hinhalten dürfen - und jetzt schreit man schon wieder nach westlicher militärischer Unterstützung ?
5. Die Arabische Liga fordert ???
juergw. 13.02.2012
Zitat von sysopAPSollen Blauhelme in Syrien das Blutvergießen beenden? Die Arabische Liga fordert das, doch sie findet kaum Unterstützer. Die Uno-Vetomacht Russland laviert, will den Vorschlag prüfen. Der britische Außenminister schließt eine Beteiligung westlicher Truppen aus - zumindest am Boden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814930,00.html
Die Arabische Liga kann doch mit eigender "Friedentruppe"in Syrien einmarschieren.Einen reine Muslimische Truppe unter der grünen Fahne des Propheten.Allah Akbar ! Geld müßte doch bei den Ölforderlandern kein Problem sein.
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Bürgerkrieg in Syrien: "Der heftigste Beschuss seit Beginn der Attacke"
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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