Arabisches Meer US-Marine befreit 13 iranische Matrosen aus Piratenhand

Es war ein Anti-Piraten-Einsatz mit diplomatischer Brisanz: Laut Pentagon haben Einheiten der US-Marine 13 iranische Seeleute aus den Händen von Seeräubern gerettet. Entscheidend beteiligt war offenbar jene Flugzeugträger-Flotte, die Teheran aus der Straße von Hormus verbannen wollte.

AFP/ US Navy

Washington - Diese Rettungsmission dürfte das Regime in Teheran in Erklärungsnot bringen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium berichtet, haben Soldaten der Navy im Arabischen Meer insgesamt 13 iranische Matrosen aus der Gewalt von Piraten befreit. Nach Informationen des Pentagon war an dem Einsatz die Begleitflotte des Flugzeugträgers "USS John Stennis" entscheidend beteiligt.

"Die Iraner und ihr Schiff sind auf dem Heimweg", zitiert Reuters den Pentagon-Sprecher John Kirby. Genauere Details über den Einsatz sind noch nicht bekannt. Laut Kirby wurden jedoch 15 Seeräuber festgesetzt, alle sollen somalischer Herkunft sein. Die Piraten wurden demnach an Bord der "USS John Stennis" gebracht.

Die Vorgeschichte: Am 29. Dezember 2011 hatte die Anwesenheit des Flugzeugträgers während eines iranischen Manövers in der Straße von Hormus zu erheblichen Verstimmungen in den ohnehin schon eisigen diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Teheran geführt. Damals hatte Iran mit einer Blockade der wichtigen Seeroute gedroht, sollte der Westen seine Sanktionen gegen das Land verschärfen. Das iranische Regime reagierte auf die Entsendung der "USS John Stennis" und der Begleitflotte mit scharfen Drohungen gegen Washington.

Neues Manöver in der Straße von Hormus geplant

Ungeachtet des jüngsten Anti-Piraten-Einsatzes zeichnet sich bereits der nächste Konflikt in der Region ab. Am Freitag hat auch die Elitetruppe der Revolutionswächter militärische Übungen in der Meerenge angekündigt.

Wie die Führung der sogenannten Pasdaran mitteilte, will sie ihre Manöver in der Zeit vom 21. Januar bis 19. Februar abhalten. Das Verhältnis zwischen dem Westen und Iran ist wegen des drohenden Ölembargos gegen Teheran und einer möglichen Sperrung oder Verminung der Meerenge als Reaktion darauf ohnehin denkbar schlecht. Jetzt könnten sich die Spannungen noch verstärken.

Die Pasdaran wollten beweisen, dass sie über jede Schiffsbewegung in der Straße von Hormus die Kontrolle hätten, teilte ihr Marinekommandeur Ali Fadawi mit. Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman laufen rund 35 Prozent des maritimen Ölhandels.

Bei einem Seemanöver der Pasdaran in vergangenen Juli waren zwei Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern abgefeuert worden.

jok/Reuters



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markus-f 06.01.2012
1. True Seamanship ...
Zitat von sysopEs war ein Anti-Piraten-Einsatz mit diplomatischer Brisanz: Laut Pentagon haben Einheiten der US-Marine 13 iranische Seeleute aus den Händen von Seeräubern gerettet. Entscheidend beteiligt war offenbar jene Flugzeugträger-Flotte, die Teheran aus der Straße von Hormus verbannen wollte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807654,00.html
Wahre Seemannschaft .. Jeder weitere Kommentar überflüssig! "Fair Winds and Following Seas" für die US-Marine und diejenigen unter den seefahrenden Nationen, die diesen Geist teilen!
bayrischcreme 06.01.2012
2.
Zitat von markus-fWahre Seemannschaft .. Jeder weitere Kommentar überflüssig! "Fair Winds and Following Seas" für die US-Marine und diejenigen unter den seefahrenden Nationen, die diesen Geist teilen!
Was hätten sie auch anderes tun sollen? Ich hoffe, die Iraner hätten dasselbe mit US-Seeleuten getan.
Kalaschnikowa 06.01.2012
3. Bravo!
Zitat von sysopEs war ein Anti-Piraten-Einsatz mit diplomatischer Brisanz: Laut Pentagon haben Einheiten der US-Marine 13 iranische Seeleute aus den Händen von Seeräubern gerettet. Entscheidend beteiligt war offenbar jene Flugzeugträger-Flotte, die Teheran aus der Straße von Hormus verbannen wollte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807654,00.html
Ein grosses BRAVO an die US-Marine. Freue mich auch, dass die Iraner auf dem Wege nach Hause sind!
intenso1 06.01.2012
4. ...
Zitat von sysopEs war ein Anti-Piraten-Einsatz mit diplomatischer Brisanz: Laut Pentagon haben Einheiten der US-Marine 13 iranische Seeleute aus den Händen von Seeräubern gerettet. Entscheidend beteiligt war offenbar jene Flugzeugträger-Flotte, die Teheran aus der Straße von Hormus verbannen wollte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807654,00.html
Bei der Rettung auf See, ob aus Seenot oder aus "Piraten-Hand" dürfen weder religiöse, politische oder sonstige Gründe eine Rolle spielen. Die US Einheiten haben sich so verhalten, wie man es von jedem erwarten muss. Glückwunsch für die erfolgreich Aktion an die Befreier und auch an die Befreiten.
bayrischcreme 06.01.2012
5.
Zitat von intenso1Bei der Rettung auf See, ob aus Seenot oder aus "Piraten-Hand" dürfen weder religiöse, politische oder sonstige Gründe eine Rolle spielen. Die US Einheiten haben sich so verhalten, wie man es von jedem erwarten muss. Glückwunsch für die erfolgreich Aktion an die Befreier und auch an die Befreiten.
Zumal die Amerikaner ja auch gar keinen Konflikt mit dem Iranischen Volk haben sondern nur mit dessen durchgeknallten Führung.
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