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Arafats Mausoleum enthüllt: Elf mal elf Meter Sandstein und Glas

Eigentlich wollte Jassir Arafat auf dem Tempelberg in Jerusalem begraben werden, doch die israelische Regierung erlaubte dies nicht. Nun bekommt der Palästinenserführer eine imposante Grabstätte voller Symbolik.

Ramallah - Drei Jahre nach dem Tod Jassir Arafats ist das Mausoleum für den ehemaligen palästinensischen Präsidenten enthüllt worden. Das Bauwerk in Ramallah im Westjordanland sieht aus wie ein Würfel; die Seiten sind jeweils elf Meter lang, hoch und tief. Damit steckt das Mausoleum voller Symbolik: Arafat starb am 11.11.2004 und fast genau elf Jahre nach der Unterzeichnung der Osloer-Verträge zum Nahost-Friedensprozess, wofür Arafat den Friedensnobelpreis erhielt.

Eingeweiht wurde die Gedenkstätte von Arafats Nachfolger Mahmud Abbas. Bei der feierlichen Zeremonie in der Mukata, dem Hauptquartier der palästinensischen Autonomiebehörde, unterstrich Abbas den Wunsch, dass Arafat irgendwann in Jerusalem beigesetzt werden könne. Das Mausoleum sei nur eine vorübergehende Ruhestätte, betonte Abbas. Denn Jerusalem, sei "die Stadt, in der er geliebt und geboren wurde und die das palästinensische Volk einmal zur Hauptstadt seines Staates machen möchte". Abbas legte einen Kranz auf dem Grab Arafats in dem Mausoleum nieder.

Das Arafat-Mausoleum, dessen Bau umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro kostete, besteht aus Glas und cremefarbenem Sandstein, dem sogenannten Jerusalemer Stein. Es ist auf drei Seiten von Wasser umgeben. Direkt neben dem Grab wurde eine Moschee errichtet, im nächsten Jahr soll außerdem ein Museum eröffnet werden.

Im Innern, unter Arafats Grab, befindet sich ein Gleisstück - es soll ebenso wie das Wasser den vorübergehenden Charakter der Stätte symbolisieren: Die Palästinenser hoffen, dass ihr einstiger Präsident einmal in Jerusalem beigesetzt werden kann. Arafat selbst hatte sich gewünscht, seine letzte Ruhestätte nahe der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu finden. Israel lehnte dies ab.

Das Mausoleum ist Teil eines von der Arafat-Stiftung finanzierten Komplexes zum Gedenken an den Palästinenserführer. Arafat gilt für seine Landsleute bis heute als Symbol der Einheit und des Unabhängigkeitskampfes. Er war nach längerer Krankheit im Alter von 75 Jahren in einem französischen Krankenhaus gestorben. Am Sonntag sollen in der Mukata weitere Zeremonien aus Anlass des Todestages stattfinden, dazu werden tausende Menschen erwartet.

amz/AP/AFP

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