Programm gegen Arbeitslosigkeit: EU will 17 Millionen neue Jobs schaffen

Die Arbeitslosigkeit in der EU ist auf einem Rekordwert - die Europäische Union will die Misere jetzt mit einem Beschäftigungsprogramm in den Griff bekommen und so für Wachstum sorgen. Bis 2020 sollen einem Zeitungsbericht zufolge europaweit 17 Millionen neue Jobs geschaffen werden.

Arbeitslose in Portugal: Höchststand in der EU Zur Großansicht
DPA

Arbeitslose in Portugal: Höchststand in der EU

München - Brüssel will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mit einem großangelegten Beschäftigungspaket die hohe Arbeitslosigkeit in der EU bekämpfen. In einem Entwurf für das Programm plädiert EU-Sozialkommissar Laszlo Andor laut der Zeitung für eine Mischung aus weitgehenden Reformen des Arbeitsmarktes und finanzieller Förderung. Mit der Vorlage reagiere die Europäische Kommission auf die Kritik, durch zu strenge Sparvorgaben das Wachstum und damit Jobs zu gefährden.

Zuletzt hatte die Arbeitslosigkeit in Europa einen Rekordwert erreicht. In vielen europäischen Ländern gibt es heute deutlich weniger Jobs als vor der Krise. Nur in Luxemburg, Malta, Polen, Belgien, Deutschland, Österreich, Schweden und Zypern sind mehr Menschen beschäftigt als zuvor.

Um neue Jobs zu schaffen, will Andor nun die nationalen Arbeitsmärkte komplett für Arbeitnehmer aus EU-Ländern öffnen lassen. Insbesondere Jobsuchende aus Rumänien oder Bulgarien sollen gleichberechtigt behandelt werden. Noch immer verweigern ihnen neun der 27 Länder freien Zugang zum Arbeitsmarkt, darunter Deutschland. Generell sollen Stellen im öffentlichen Dienst mit qualifizierten Bewerbern aus anderen Ländern besetzt werden dürfen. Über die Vergabe sei künftig von "Fall zu Fall" zu entscheiden, heißt es demnach in dem Entwurf.

Laut "Süddeutscher Zeitung" macht sich Brüssel außerdem für die Einführung "angemessener Mindestlöhne" stark - die allerdings je nach Branche unterschiedlich hoch sein könnten. "Differenzierte Mindestlöhne, wie es sie in einigen Staaten schon gibt, können ein effektives Mittel sein, um den Bedarf an Arbeitskräften aufrechtzuerhalten" - so stehe es in dem Papier der EU-Kommission. Auch sollen künftig europaweit Berufsabschlüsse anerkannt werden.

Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone war im Februar mit 10,8 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung der Gemeinschaftswährung gestiegen. Insgesamt waren in den 17 Euro-Ländern mehr als 17 Millionen Menschen ohne Beschäftigung - rund 1,48 Millionen Arbeitslose mehr als vor einem Jahr.

Mit einer Quote von 23,6 Prozent war die Arbeitslosigkeit im Februar in Spanien am höchsten. Dort gibt es auch die bei weitem höchste Jugendarbeitslosigkeit. Die Hälfte der Spanier unter 25 Jahren hat keinen Job. Das pleitebedrohte Griechenland kämpft mit der gleichen Job-Misere. Dort liegt die Arbeitslosenquote ebenfalls bei 23,6 Prozent. Und wie in Spanien hat auch hier von den 15- bis 24-jährigen Griechen mehr als die Hälfte keinen Job.

anr/dapd

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1.
schwarzes_lamm 16.04.2012
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit in der EU ist auf einem Rekordwert - die Europäische Union will die Misere jetzt mit einem Beschäftigungsprogramm in den Griff bekommen und so für Wachstum sorgen. Bis 2020 sollen einem Zeitungsbericht zufolge europaweit 17 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Programm gegen Arbeitslosigkeit: EU will 17 Millionen neue Jobs schaffen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827696,00.html)
Will Kommunist Barroso ein paar alte kommunistische Ideen aufgreifen und ein paar Arbeitslager einrichten?
2. tja,
porky1 16.04.2012
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit in der EU ist auf einem Rekordwert - die Europäische Union will die Misere jetzt mit einem Beschäftigungsprogramm in den Griff bekommen und so für Wachstum sorgen. Bis 2020 sollen einem Zeitungsbericht zufolge europaweit 17 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Programm gegen Arbeitslosigkeit: EU will 17 Millionen neue Jobs schaffen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827696,00.html)
wenn das so einfach waere, haette man es laengst gemacht. Man denkt nur an das Ergebnis der Lissabonner-Strategie aus dem Jahr 2000...!
3. 17 Mio
smartphone 16.04.2012
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit in der EU ist auf einem Rekordwert - die Europäische Union will die Misere jetzt mit einem Beschäftigungsprogramm in den Griff bekommen und so für Wachstum sorgen. Bis 2020 sollen einem Zeitungsbericht zufolge europaweit 17 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Programm gegen Arbeitslosigkeit: EU will 17 Millionen neue Jobs schaffen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827696,00.html)
Diese 17 Mio benötigen wir allein hier In Deutschland ! Wir haben hier offiziell 3 Mio ALG1 3 Mio weitere ALG1 in parkmaßnahmen. Weiters knapp 5 Mio sog Hartz4 Dann 4 Mio sog Einzelunternehmer , die typischerweise notgründungen sind - also lockerst 2 Mio kein vernünftiges Überlebenseinkommenhaben ( dazu zählt auch Altersvorsorge ) Mindestens 2 Mio sonstwie rausgekegelte die in keiner Statistik auftauchen .... also 3+3+5+2+2 sind jetzt schon 15 Mio im optimalen ,also Vollerwerbsfähigen Alter ... Wohl bekomms ...
4.
kezia_BT 16.04.2012
Wann hört Ihr endlich auf, Arbeit und Einkommen zu verwechseln ? Arbeit will keiner, Einkommen dagegen alle. Also, setzt nicht immer am falschen Ende an und denkt darüber nach, wie die Bevölkerung ohne die überflüssige Arbeit verköstigt werden kann.
5. "Arbeitsplätze schaffen!"
g.bruno 16.04.2012
Zitat von sysopDie Arbeitslosigkeit in der EU ist auf einem Rekordwert - die Europäische Union will die Misere jetzt mit einem Beschäftigungsprogramm in den Griff bekommen und so für Wachstum sorgen. Bis 2020 sollen einem Zeitungsbericht zufolge europaweit 17 Millionen neue Jobs geschaffen werden. Programm gegen Arbeitslosigkeit: EU will 17 Millionen neue Jobs schaffen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827696,00.html)
Wie bitte? 17 Milionen neue Jobs? Die Arbeitsplätze werden also entstehen, weil es die EU so beschlossen hat? Habe selten so gelacht, wer nimmt denn so was ernst, nachdem klar geworden ist, dass diese Herren für die Verschuldungskrise mitverantwortlich sind! Diese Pappnasen schaffen eine Menge hochdotierte Arbeitsplätze, das schon, aber nur in der EU Verwaltung, für sich und ihre Familienangehörige. Demnächst wird also Brussel 17 Milionen mehr Einwohner verkraften müssen, das ergibt einen enormen Boom in der Bauwirtschaft....
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Fotostrecke: So funktioniert eine Umschuldung

Finanzkrise in Griechenland
Europa wird ungeduldig: Griechenland bekommt sein Schuldenproblem nicht in den Griff - inzwischen wird offen über eine geplante Insolvenz des Landes gesprochen. Doch ist das die Rettung für den Euro?

dapd
Was würde eine Pleite Griechenlands bedeuten? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:
Welche Folgen hätte eine Pleite Griechenlands?
Für die Euro-Zone wären die Folgen weitreichend: Die Gläubiger müssten ganz oder teilweise auf ihr Geld verzichten. Die Europäische Zentralbank etwa müsste Verluste auf die Staatsanleihen hinnehmen. Gleiches gilt für Geschäftsbanken oder Versicherer, die in griechische Staatsanleihen investiert haben. Das würde ihr Eigenkapital belasten. Allerdings haben die großen Banken im Ausland ihre Papiere schon zum Teil abgeschrieben.

Umstrittener sind die Folgen für Griechenland: Einige Ökonomen halten eine Pleite für die beste Option. Denn die Schuldenlast des Landes würde vermindert, die Zinsbelastung im Haushalt würde sinken, und die Tilgungsverpflichtungen dürften abnehmen. Als endgültige Lösung für die Schuldenkrise gilt eine Pleite aber keineswegs, denn die Griechen müssten ihre laufenden Ausgaben trotzdem ihren Einnahmen anpassen. Sonst häufen sie weiter Schulden an. Der Teufelskreis wäre nicht durchbrochen. Außerdem blieben griechische Banken bei einer Pleite auf Forderungen sitzen. Das Bankensystem im Land könnte kollabieren.
Wäre ein Austritt aus der Euro-Zone sinnvoll?
Die konkreten ökonomischen Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone sind schwer vorhersehbar. Viele Experten sind sich aber sicher, dass die Auswirkungen für das Schuldenland und andere Staaten des Währungsraums verheerend wären.
Für Griechenland könnte es der wirtschaftliche Zusammenbruch sein. Ohne Euro müsste das Land wieder seine alte Währung Drachme einführen, die vermutlich eine drastische Abwertung erfahren würde. Über billigere Produkte würde dies zwar der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Athens zugutekommen. Viel schwerwiegender wäre aber, dass zugleich die in Euro aufgenommenen Altschulden drastisch steigen würden. Das wäre allerdings nicht der Fall, wenn es vorher zu einer Pleite gekommen wäre.
Hinzu kommt, dass das Land seine Staatsausgaben mangels Kreditfähigkeit nur aus seinen Einnahmen finanzieren könnte. Die Folge wäre ein vermutlich noch viel stärkerer Abschwung als bisher.

Auch für die Euro-Zone hätte ein Austritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verheerende Folgen. An den Finanzmärkten würden wohl schnell andere finanzschwache Länder unter Druck geraten, der sogenannte Domino-Effekt könnte eintreten. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen entsprechender Länder würden drastisch steigen und die jeweiligen Länder ähnlich wie Griechenland an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führen. Letztlich könnte so der gesamte Währungsraum ins Wanken geraten.
Gibt es eine Alternative zu Pleite und Austritt?
Wichtig ist vor allem, dass Athen seine Sanierungspläne einhält und keine neuen Schulden anhäuft: Der Staat muss verschlankt werden, die Steuerhinterziehung bekämpft, die Privatisierung von Staatseigentum muss weitergehen. Zudem muss das zweite Rettungspaket für Athen umgesetzt werden, das bis 2014 die Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt garantiert und dem Land so Zeit für tiefgreifende Reformen geben soll.

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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