Argentinien Archäologen finden Hinweise auf Nazi-Versteck in Dschungel

Es sollte wohl die letzte Zuflucht für ranghohe Nationalsozialisten sein. In Argentinien haben Forscher im Dschungel eine Ruine entdeckt, die sie für ein NS-Versteck halten. Darauf deuten die Spuren hin.

Der KZ-Arzt Josef Mengele: Nach 1945 flohen viele Hintermänner Adolfs Hitlers nach Südamerika.
DPA

Der KZ-Arzt Josef Mengele: Nach 1945 flohen viele Hintermänner Adolfs Hitlers nach Südamerika.


Argentinische Archäologen haben im Urwald einen Baukomplex gefunden, der möglicherweise geflüchteten Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg als Versteck dienen sollte. In den drei Gebäuden in der nordostargentinischen Provinz Misiones seien deutsche Münzen aus den Jahren 1938 bis 1941 und Meißner Porzellan gefunden worden, sagte Daniel Schávelzon, Leiter des Archäologen-Teams der Universität Buenos Aires, der Zeitung "Clarín". Die Forscher vermuten, dass der Bau dazu gedacht war, Nazis als Zuflucht zu dienen.

Die Datierung des Baus auf Anfang der Vierzigerjahre des 20. Jahrhunderts und die deutschen Fundstücke seien kein zwingender Beweis für ein Nazi-Projekt, räumte Schávelzon ein. Es gebe aber keine andere Erklärung für einen so kostspieligen Bau in einem damals unzugänglichen Ort und mit Materialien, die nicht der lokalen Architektur entsprächen.

Der Fund im heutigen Naturpark Teyú Cuaré, 1000 Kilometer nördlich von Buenos Aires, wurde den Angaben zufolge nie benutzt - möglicherweise, weil es in den Nachkriegsjahren für flüchtige Kriegsverbrecher relativ einfach gewesen sei, in Argentinien im normalen Stadtleben unterzutauchen, sagte Schávelzon. Nach Angaben der staatlichen Kommission zur Aufklärung von Nazi-Aktivitäten (CEANA) flüchteten mindestens 180 Kriegsverbrecher nach Argentinien.


Anmerkung: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, dass zu den ranghohen Nazis, die nach Argentinien geflüchtet waren, auch Martin Bormann und der Eichmann-Mitarbeiter Alois Brunner gehörten. Das ist falsch, wir haben Agenturangaben übernommen und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

kbl/dpa

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insgesamt 32 Beiträge
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juanth 22.03.2015
1. Martin Bormann?
Liebe SPON-Redaktion, bitte den Artikel ueberarbeiten. Bormann ist eindeutig in Berlin in den letzten Kriegstagen umgekommen, in jedem Fall nie in Argentinien gewesen.
protzmanski 22.03.2015
2. Das sollte man als Journalist eigentlich wissen.
Auch ohne es zu recherchieren. Martin Bormanns Leiche wurde 1972 bei Bauarbeiten in der Berliner Invalidenstraße entdeckt. Dort starb er 1945.
Newspeak 22.03.2015
3.
Diese Verstecke seien in abgelegenen Gegenden gebaut worden, "an unerreichbaren Orten, mitten in Wüsten, Gebirgen, an einer Klippe oder wie hier mitten im Dschungel", sagte er. [...] Um den Bau zu erreichen, fuhren die Wissenschaftler laut "Clarín" ab dem Dorf San Ingacio sechs Kilometer über unebene Straßen. Dann schlugen sie sich mit Macheten zwanzig Minuten durch den Dschungel über steile Pfade. Oh, doch schon ganze sechs Kilometer und 20 Minuten in den Dschungel hinein. Da ist ja manches Eifeldorf abgelegener ;).
gambow 22.03.2015
4. Wahnsinnsleistung
20 Minuten mit der Machete im Dschungel durchschlagen: höchstens 20 Meter!!!
ronniii 22.03.2015
5. Bormann?
Martin Bormann's Leiche wurde in den siebziger Jahren in Berlin bei Bauarbeiten gefunden. Er hatte 1945 Berlin nicht mehr lebend verlassen können. Liebe Redaktion: Bitte spendieren Sie dem Autor des Beitrags eine Weiterbildung über die deutsche Geschichte zwischen 1933-45 damit er in Zukunft weiß worüber er schreibt.
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