Massenproteste gegen Sparpläne Generalstreik lähmt Argentinien

Schulen dicht, kaum noch Züge oder Flüge: In Argentinien haben Arbeiter 24 Stunden lang gestreikt. Ihre Wut richtet sich gegen Sparmaßnahmen, die Regierung und Internationaler Währungsfonds verabredet haben.

Demonstrationen in Buenos Aires
AFP

Demonstrationen in Buenos Aires


Ein Generalstreik hat Argentinien weitgehend lahmgelegt. Öffentliche Transportmittel standen am Montagmorgen still, Fluggesellschaften hatten ihre Flüge gestrichen, Industrie und Handel ruhten größtenteils, öffentliche Schulen blieben geschlossen. Zu dem 24-stündigen Ausstand, der sich gegen die Wirtschaftspolitik des konservativen Präsidenten Mauricio Macri richtet, hatte der Gewerkschaftsdachverband CGT aufgerufen.

Teuerungsrate bei 26 Prozent

Die Gewerkschaften fordern unter Hinweis auf die hohe Inflation Tarifverhandlungen ohne die Vorgabe einer Obergrenze. Die Regierung will Gehaltserhöhungen von maximal 15 Prozent zugestehen, obwohl die jährliche Teuerungsrate Anfang Juni bei 26 Prozent lag.

Der Protest richtet sich auch gegen Sparmaßnahmen, die die Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart hat. Argentinien wurde nach einer starken Abwertung der Landeswährung eine Finanzhilfe von bis zu 50 Milliarden Dollar (44 Mrd. Euro) gewährt.

Gewerkschaften befürchten Entlassungen

Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen und die Inflation in einer Bandbreite von 27 bis 32 Prozent zu begrenzen. Die Gewerkschaften befürchten, dass die Etatkürzungen zu massiven Entlassungen in der Staatsverwaltung und zur Einstellung von öffentlichen Bauprojekten führen wird.

Kabinettschef Marcos Peña bezeichnete den Ausstand als "politischen Streik". Nach Schätzungen des Finanzministeriums kostet der Generalstreik die Wirtschaft etwa 28 Milliarden Peso, umgerechnet etwa 900 Mio. Euro.

ans/dpa/AFP



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