Recherche zu Todesfall Nisman Reporter fürchtet in Argentinien um sein Leben

Damian Pachter hat als Erster über den rätselhaften Tod des argentinischen Terrorermittlers Alberto Nisman berichtet. Nun fürchtet der Journalist selbst um sein Leben - und ist aus seiner Heimat geflüchtet.

Proteste in Buenos Aires nach dem Tod von Nisman: Wurde der Ermittler ermordet?
REUTERS

Proteste in Buenos Aires nach dem Tod von Nisman: Wurde der Ermittler ermordet?


Buenos Aires - Damian Pachter fühlt sich in Argentinien nach dem mysteriösen Tod des Staatsanwalts Alberto Nisman nicht mehr sicher. Aus Angst um sein Leben ist der in dem Fall recherchierende Journalist der Zeitung "Buenos Aires Herald" aus dem Land geflohen, wie das Nachrichtenportal "Infobae" berichtete.

Pachter hatte als Erster vom Tod des Terrorermittlers berichtet, der wenige Tage zuvor schwere Vorwürfe gegen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner gerichtete hatte. Deren Regierung macht mittlerweile frühere Geheimdienstmitarbeiter für Nismans Tod verantwortlich.

Dem Nachrichtenportal zufolge hat Pachter Argentinien bereits verlassen. "Ich gehe, weil mein Leben in Gefahr ist. Meine Telefone werden überwacht", wurde Pachter zitiert. "Ich werde in dieses Land zurückkehren, wenn meine Quellen mir sagen, dass sich die Umstände geändert haben. Ich glaube nicht, dass dies unter dieser Regierung der Fall sein wird." Der amtlichen Nachrichtenagentur Telam zufolge wollte Pachter einen Flug ins Nachbarland Uruguay nehmen.

Staatsanwalt Nisman war vor einer Woche tot in seiner Wohnung gefunden worden, eine Pistole lag neben ihm. Er hatte über Jahre den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 untersucht, bei dem 85 Menschen getötet wurden. Argentiniens Gerichte sehen die Verantwortung bei Iran, das jegliche Verwicklung in den Anschlag zurückgewiesen hat.

Nisman warf Kirchner vor, sie habe versucht, die Ermittlungen gegen die tatverdächtigen Iraner zu stoppen. Ihr Ziel sei es gewesen, die Beziehungen zu Iran zu verbessern und ein Ölgeschäft einzufädeln. Der Staatsanwalt starb, kurz bevor er im Parlament seine Vorwürfe gegen die Präsidentin erläutern sollte. Die Regierung wies die Beschuldigungen als absurd zurück.

Der Fall sorgt in Argentinien für gewaltige Empörung und nährt Verschwörungstheorien. Nachdem die Regierung zunächst von einem Suizid gesprochen hatte, vermutet sie nach eigener Darstellung inzwischen einen anderen Hintergrund. Demnach sind ehemalige Mitarbeiter des argentinischen Geheimdienstes in die Affäre verwickelt, die kürzlich nach einem internen Machtkampf entlassen wurden.

Mehr zum Fall Nisman lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.

wit/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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stülpnerskarl 25.01.2015
1. Mehr zum Fall Nisman
lesen Sie im aktuellen SPIEGEL, aber sicher nichts wissenswertes. Die argentinische Regierung hat sich mit einem US-Hedgefond angelegt, raten sie mal, auf wessen Seite der SPIEGEL da steht! Einen objektiven Beitrag zum Thema findet man hier: http://www.heise.de/tp/artikel/43/43932/1.html
LauschenIstTerror 25.01.2015
2. Die kürzlich entlassenen Geheimdienst-Mitarbeiter
sind wahrscheinlich die, die zur Vertuschung der Affäre von der Regierung, sprich Kirchner, beauftragt und jetzt abgesägt wurden. Diesen will man jetzt noch den Mord anhängen und hat gleich alle Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Ankläger tot, die Vertuscher sind Mörder und haben ja auch nichts mehr mit der Regierung zu tun. Nachdem die Sache mit dem vorgetäuschtem Selbstmord, selbst für den dümmsten Argentinier, nicht plausibel zu machen war mußte ja auch eine schlüssigere Strategie her. Mann was eine Posse, so geht Geheimdienst für Doofe.
ronkurbs 25.01.2015
3. Die Verbrechen der Kirchner Regierung
haben gar nichts mit den Hedge-Fonds zu tun. Der jüngste vermutliche Mord an den Sonderstaatsanwalt Nisman wurde von in Panik geratenen Regierungsmitglieder verübt. Die geheimen Iran-Argentinien Vereinbarungen (Erdöl gegen Weizen und Nichtstrafverfolgung der iranischen Verantwortlichen des AMIA Attentates von 1994) wären sonst ja wenige Stunden später vor der öffentlichen Anhörung im Parlament bekannt geworden. Nun wird die vermeintlich korrupteste Regierung der Geschichte Argentiniens Probleme mit der fiktiven Darstellung der argentinischen katastrophalen Wirtschaftspolitik weitere Probleme bekommen.
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