44 Mann an Bord Argentinisches Marine-U-Boot im Atlantik verschollen

Vor mehr als 48 Stunden ist der Kontakt abgebrochen: Ein argentinisches Marine-U-Boot mit 44 Besatzungsmitgliedern wurde als vermisst gemeldet. Schlechte Sicht- und Wetterverhältnisse erschweren die Suche.

Argentinisches U-Boot "San Juan" (Archivbild)
DPA

Argentinisches U-Boot "San Juan" (Archivbild)


Die argentinische Marine hat die Suche nach einem seit Mittwoch vermissten U-Boot eingeleitet. Seit mehr als 48 Stunden konnte kein Kontakt zu der 44-köpfigen Besatzung der "San Juan" hergestellt werden, wie der Marinesprecher Enrique Balbi am Freitag auf einer Pressekonferenz erklärte. Seit dem Verschwinden des U-Boots habe es auch keinen Sicht- oder Radarkontakt gegeben. Medienberichte, nach denen es an Bord des Schiffs ein Feuer gegeben haben soll, dementierte Balbi.

Das 65 Meter lange Diesel-Elektro-Boot vom Typ TR-1700 wurde in der Werft Thyssen Nordseewerke in Emden gebaut und lief 1983 vom Stapel. Die "San Juan" war vor über einer Woche zu einem Routineeinsatz nach Ushuaia nahe des südlichsten Zipfels von Argentinien aufgebrochen. Nach drei Tagen Aufenthalt vor Ushuaia trat die "San Juan" den Rückweg zu ihrer Basis in Mar del Plata rund 240 Kilometer südlich von Buenos Aires an.

Am Donnerstagnachmittag begann Argentinien mit zwei Korvetten und einem Zerstörer die Suche nach dem U-Boot. Auch ein Flugzeug kam dabei zum Einsatz. Die Suchaktion werde allerdings durch schlechte Sicht- und Wetterverhältnisse erschwert, erklärte Balbi. Bisher habe der Einsatz rund um den letzten bekannten Aufenthaltsort der "San Juan" keine neuen Erkenntnisse geliefert. Das Boot habe Proviant für mehrere Tage, so dass es seine Fahrt auch bei Verständigungsschwierigkeiten fortsetzen dürfte.

Balbi sagte, die Marine wisse bisher nicht, was passiert sei. Eine Hypothese sei technisches Versagen. "Es könnte ein Problem mit der Stromversorgung geben", fügte der Sprecher hinzu. In diesem Fall sieht das Protokoll der Marine das Auftauchen des U-Boots an die Oberfläche vor.

mkl/dpa/AFP



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