Argentinien Oppositionskandidat Macri gewinnt Präsidentschaftswahl

Aus dem ersten Wahlgang ging er als Zweiter hervor, nun kann er Argentiniens neuer Präsident werden: Mauricio Macri hat sich gegen den Kandidaten der Regierungspartei durchgesetzt. Daniel Scioli hat seine Niederlage bereits eingestanden.


Der konservative Kandidat Mauricio Macri hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Argentinien gewonnen. Der 56-Jährigen lag am Sonntagabend klar vor Daniel Scioli von der Regierungspartei "Front für den Sieg" (FPV). Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam Macri auf etwa 51,4 Prozent, Scioli auf 48,6 Prozent.

Scioli räumte seine Niederlage ein: Das argentinische Volk habe "einen neuen Präsidenten gewählt, Mauricio Macri, dem ich gerade telefonisch gratuliert habe". Scioli wurde von der bisherigen Amtsinhaberin Cristina Fernández de Kirchner unterstützt. Sie durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Auch Kirchner rief Wahlsieger Macri an und lud ihn für Dienstag zu einem Treffen in der Präsidentenresidenz ein.

Der 58-jährige Scioli hat als Gouverneur der Provinz Buenos Aires großen Einfluss. Am 25. Oktober war er als Bestplatzierter aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen hervorgegangen. Vor der Stichwahl büßte er die Favoritenrolle dann jedoch ein.

Macri lag in Umfragen zuletzt vorn. Bei der Stimmabgabe sprach er von einem "historischen Tag", der "unser Leben verändern wird". Schon eine Viertelstunde nach Schließung der Wahllokale traten führende Vertreter von Macris Bündnis "Cambiemos" siegesgewiss vor die Anhänger und bedankten sich bei den Wählern. Rund 32 Millionen Menschen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent.

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Präsidentenwahl in Südamerika: Argentinien hat gewählt
Macri ist Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires und wird von einem breiten Bündnis unterstützt, das vom Mitte-Links-Lager bis zu den Rechten reicht. Er will dem kriselnden Land eine wirtschaftsfreundlichere Politik verordnen: Die drittwichtigste Volkswirtschaft Lateinamerikas leidet unter einer hohen Inflationsrate, die 2014 bei fast 24 Prozent lag.

sun/aar/AFP/Reuters



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insgesamt 8 Beiträge
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Giotti 22.11.2015
1. Eventuell ein Neuanfang
Mauricio Macri ist der Kandidat der sich gegen 12 Jahre Korruption und Selbstherrlichkeit gestellt hat in dem er eine Kluge Allianz geflochten hat. Es ist die Frage ob er sich an der Macht halten kann und ob er das Umsetzt was er versprochen hat.
Mara Cash 23.11.2015
2. Macri bringt bessere Zukunft
Ich kann das argentinische Volk zu dieser Wahl nur beglückwünschen. Nach den damals erforderlichen Amtsperioden der beiden Kirchners nach der Staatspleite 2001/2002 war mittlerweile Stagnation und Ideenlosigkeit im Regierungslager eingekehrt - durch Macris Wahlsieg wird sich vieles zum Besseren wenden. Macri wird das in den letzten Jahren zunehmend abgeschottete Argentinien wieder für Investitionen attraktiv machen und dem Land zu neuer Blüte verhelfen.
keilajedrik 23.11.2015
3. Herzlichen Glückwunsch Argentinien!
Woran es auch immer gelegen hat: Über eine Dekade links-populistischer Herrschaft haben wenigstens nicht die demokratischen Fundamente Argentiniens ausgehöhlt (ganz anders als z.B. in Venezuela), sondern "nur" anderweitig immensen Schaden angerichtet. Dieser kann jedoch repariert werden - die Voraussetzung dafür hat das argentinische Volk nun geschaffen und einer korrupten Bande den Kopf abgeschlagen. Ob Macri und das, was er repräsentiert, wirklich besser ist, muss man skeptisch abwarten. Aber dass der Wechsel überhaupt möglich war - allein das ist schon ein Hoffnungszeichen für Argentinien und den ganzen Subkontinent.
Lukas. 23.11.2015
4.
@keilajedrik in Venezuela ist die Demokratie noch intakt...selbstverständlich kann man bei der Presse nicht von europäischen Standards sprechen.
Lukas. 23.11.2015
5.
Hoffentlich werden die sozialen Erfolge nicht zugunsten der Wirtschaft geopfert.
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