Entscheidung im Senat Argentinien lehnt Legalisierung von Abtreibungen ab

Das katholisch geprägte Argentinien hat gegen eine Liberalisierung des rund hundert Jahre alten Abtreibungsrechts gestimmt - die Entscheidung im Senat fiel allerdings knapp aus.

Argentinisches Parlament
PABLO RAMON/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Argentinisches Parlament


In Argentinien ist eine Initiative zur Legalisierung der Abtreibung gescheitert. Der Senat lehnte mit 38 gegen 31 Stimmen eine Gesetzesvorlage ab, die bereits von der Abgeordnetenkammer angenommen worden war. (Mehr zu dem Thema Abtreibung in Argentinien lesen Sie hier.)

Zehntausende Menschen hatten sich während der 16-stündigen Debatte auf den Straßen um das Parlament versammelt, um teils für und teils gegen die Legalisierung der Abtreibung zu demonstrieren.

Befürworterinnen der Legalisierung vor dem Parlament
AP

Befürworterinnen der Legalisierung vor dem Parlament

In Argentinien ist Abtreibung bislang nur im Fall von Vergewaltigung oder Lebensgefahr für Mutter oder Kind erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich über 350.000 ungesetzliche Abtreibungen durchgeführt. Rund 50.000 Frauen werden jährlich wegen gesundheitlicher Komplikationen nach diesen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert.

Nach der gültigen Gesetzgebung von 1921 machen sich bei einer Abtreibung nicht nur die Ärzte, sondern auch die Frauen strafbar. Zwischen 2007 und 2016 sind in Argentinien 63 Menschen in Verbindung mit illegalen Abtreibungen vor Gericht verurteilt worden.

Demonstrierende Abtreibungsgegner
REUTERS

Demonstrierende Abtreibungsgegner

Die Abstimmungen fanden in beiden Parlamentskammern ohne Fraktionszwang statt. Der konservative Staatschef Mauricio Macri hielt sich neutral. Einige Minister, darunter der Gesundheitsminister, sprachen sich für die Gesetzesvorlage aus, andere Regierungsmitglieder dagegen. Die katholische Kirche hatte gegen die Legalisierung der Abtreibung gestritten.

asa/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.