Argentinien Indio-Aktivist verschwunden - Tausende protestieren

Der Indio-Aktivist Santiago Maldonado wird seit einem Monat vermisst. Bei einer Demonstration für den Menschenrechtler kam es in Buenos Aires zu Ausschreitungen.

Demonstration für Santiago Maldonado
REUTERS

Demonstration für Santiago Maldonado


Er verschwand vor einem Monat - nun haben Tausende Argentinier Aufklärung über den Verbleib eines Menschenrechtsaktivisten gefordert. Dabei kam es zu Ausschreitungen.

In mehreren Städten des Landes gingen Menschen mit dem Konterfei des 28-jährigen Santiago Maldonado auf die Straßen. Am Rande einer Großkundgebung in Buenos Aires eskalierte die Situation am Freitagabend (Ortszeit). Mindestens 23 Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Polizisten, berichtet die Zeitung "La Nación". 27 Demonstranten seien festgenommen worden.

"Wo ist er?", hatten zuvor die Menschen auf dem berühmten Plaza de Mayo nahe dem Regierungssitz in Buenos Aires gerufen. Maldonado war vor einem Monat nach einem Protest für die Rechte von Mapuche-Indios im Zentrum des Landes verschleppt worden. Seitdem fehlt von dem Handwerker jede Spur.

Laut Zeugenaussagen wurde Maldonado zuletzt gesehen, als er von Sicherheitskräften in dem Ort El Bolsón in der Provinz Río Negro geschlagen wurde. Die Mapuche kämpfen dort seit Jahren um Land.

Furcht vor Rückfall in die Vergangenheit

Das Schicksal von Maldonado rief in dem südamerikanischen Land Angst vor früheren Zuständen hervor. Während der letzten Militärdiktatur von 1976 bis 1983 wurden Zehntausende Argentinier von Regimekräften verschleppt. Menschenrechtler sprechen von bis zu 30.000 Verschwundenen.

Die Regierung des konservativen Staatschefs Mauricio Macri bat die Demonstranten um Besonnenheit. Die Regierung arbeite daran, Klarheit zu schaffen, teilte Kabinettschef Marcos Peña mit.

Zugleich warnte er vor voreiligen Schlüssen. Es gebe Akteure, die die Situation bewusst politisch nutzten, sagte Peña. In den vergangenen Tagen hatten auch viele linke soziale Bewegungen zu Protesten aufgerufen.

brt/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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gha5we 02.09.2017
1. Carioca1
Benetton und 900.000 Hektar: im Artikel fehlt die Information, dass die Demonstration bei der Santiago Maldonado verschwand gegen den Landbesitzer und Modehersteller BENETTON stattfand. Benetton hat vor Jahren unglaubliche 900.000 Hektar Land in Südamerika gekauft. info z.b. unter http://www.mapuche-nation.org/deutsch/html/nachrichten/dokument-02.htm
geotie 02.09.2017
2.
Zitat von gha5weBenetton und 900.000 Hektar: im Artikel fehlt die Information, dass die Demonstration bei der Santiago Maldonado verschwand gegen den Landbesitzer und Modehersteller BENETTON stattfand. Benetton hat vor Jahren unglaubliche 900.000 Hektar Land in Südamerika gekauft. info z.b. unter http://www.mapuche-nation.org/deutsch/html/nachrichten/dokument-02.htm
Benetton macht gerne Bilder mit Blut und Elend. Diese Firma hat kein Verantwrtungsgefühl. Wenn es nicht so makaber wäre, würde ich vermuten, es gibt bald wieder eine Bilderserie. Wer da noch was kauft, macht sich mitschuldig!
kuestenvogel 02.09.2017
3. Krass, danke an die Vorkommentatoren
Danke für die Info, ich kaufe dort zwar nicht, aber das ging leider unwissend an meiner Schulter vorbei.
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