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Terrorermittler tot im Badezimmer: Argentinischer Staatsanwalt starb durch Kopfschuss

Spurensicherung in Buenos Aires: Der Anwalt starb durch einen Kopfschuss Zur Großansicht
AFP

Spurensicherung in Buenos Aires: Der Anwalt starb durch einen Kopfschuss

Staatsanwalt Alberto Nisman wollte einen Terroranschlag aufklären und klagte die argentinische Staatschefin an. Doch bevor er seine Vorwürfe erläutern konnte, starb er. Laut Obduktion soll es keine Fremdeinwirkung gegeben haben.

Buenos Aires - Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman ist durch einen Kopfschuss ums Leben gekommen. Das ergab die Autopsie des Leichnams, wie die staatliche Nachrichtenagentur Télam am Montag unter Berufung auf Justizkreise berichtete. Die Ermittlungsbehörde gab am Montagabend bekannt, es gebe keine Anzeichen, dass Dritte in den Tod von Nisman verwickelt gewesen seien.

"Alles deutet auf einen Suizid hin", sagte Sergio Berni, Staatssekretär im Sicherheitsministerium, im argentinischen Fernsehen. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass ihr Kollege zum Selbstmord gezwungen worden sei, sagte Staatsanwältin Viviana Fein.

Der Jurist hatte wegen des Attentats auf das jüdische Gemeindehaus Amia im Jahr 1994 ermittelt, bei dem in Buenos Aires 85 Menschen umgekommen waren. Am vergangenen Mittwoch hatte er Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wegen mutmaßlicher Verschleierung angeklagt: Die Staatschefin habe versucht, die Ermittlungen gegen die tatverdächtigen Iraner zu sabotieren, um die Beziehungen mit Teheran zu verbessern und ein lukratives Ölgeschäft abzuschließen.

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Alberto Nisman: "Es könnte sein, dass ich wegen dieser Geschichte sterbe"
Nisman wollte seine Vorwürfe an Montag im Parlament erläutern, doch in der Nacht zu Montag wurde der Sonderstaatsanwalt tot in seiner Wohnung im 13. Stock eines Apartmenthauses im Viertel Puerto Madero aufgefunden.. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lag Nisman in einer Blutlache in seinem Badezimmer. Neben seiner Leiche wurden laut argentinischem Sicherheitsministerium eine Pistole vom Kaliber 22 sowie eine Patronenhülse gefunden.

Die Abgeordnete Cornelia Schmidt-Liermann hatte Nisman am Montag zu Hause abholen und ins Parlament begleiten wollen. Sie glaubt nicht, dass Nisman sich selbst das Leben genommen hat, "unter keinen Umständen". Jeder, der mit ihm in den vergangenen 24 Stunden gesprochen habe, bestätige, dass er vor der Anhörung zuversichtlich gewesen sei.

Nisman sei von iranischen Agenten bedroht und von der argentinischen Regierung unter Druck gesetzt worden, so Schmidt-Liermann. Laut Sicherheitsministerium waren zehn Polizisten damit beauftragt, ihn zu beschützen. Wo sie während des tödlichen Schusses waren, ist unklar.

In der ganzen Stadt gingen zahlreiche Menschen auf die Straße, um Aufklärung zu verlangen. Sie trugen Plakate mit sich, auf denen "Yo soy Nisman" ("Ich bin Nisman") zu lesen war - in Anlehnung an den Slogan "Je suis Charlie", mit denen Demonstranten nach dem Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris ihre Solidarität mit den Opfern bekundet hatten.

Präsidentin Kirchner sagte, der Tod Nismans habe "Bestürzung und Fragen" ausgelöst. Sie ordnete an, dass der Geheimdienst Informationen zugänglich macht, die Nisman vor seinem Tod beantragt hatte. Nach lokalen Medienberichten geht es unter anderem um Namen von Agenten, die nach Ermittlungen Nismans an Plänen beteiligt waren, die eine Verfolgung mutmaßlicher iranischer Drahtzieher des Attentats verhindern sollten. Kirchner sagte, sie stelle sich vor allem eine Frage: "Was war es, das einen Menschen zu der furchtbaren Entscheidung bringt, aus dem Leben zu scheiden?"

mia/vet/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Weia, SPON!))
zehwa 19.01.2015
"...wurde erschossen...." / "...Ob es sich um Suizid handelt, blieb weiter unklar..."
2. Selbstmord?
emeticart 19.01.2015
Genau deshalb, nimmt das Opfer eine Waffe mit einem Kaliber .22, das ausser von Sportschützen, auch bevorzugt von Auftragsmördern, politischen Attentätern und Geheimdiensten verwendet wird!? Schon klar ...! MfG
3. Respekt und Anerkennung
Holsteiner2 19.01.2015
Man muss diese Menschen bewundern, die trotz Gefahr für Leib und Leben sich für Recht und Gerechtigkeit einsetzen. In vielen Staaten auf dieser Erde ist Politik nichts anderes als organisierte Kriminalität.
4. Da werden Erinnerungen geweckt!
ing.mark 19.01.2015
Uwe Barschel, am 11.10.87 in der Badewanne eines Hotels in Genf tot aufgefunden ... bis heute wohl nicht aufgeklärt
5.
besserwisser-ffm 19.01.2015
Zitat von zehwa"...wurde erschossen...." / "...Ob es sich um Suizid handelt, blieb weiter unklar..."
auch beim Suizid wurde jemand erschossen. "Wurde" ist nur eine Passivsatzkonstruktion, die nichts über den Schießenden aussagt!
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
dpa
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
Corbis
Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).
Chronik
Aufstieg von Mohammed Resa
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.
Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution
1978 mobilisieren Liberale und Konservative, Säkulare und Religiöse, Linke und Rechte Massenproteste gegen den Schah. Zur Leitfigur des Protests wird Ajatollah Chomeini. Den landesweiten Streiks und Massendemonstrationen in Teheran schließen sich Hunderttausende an. Armee und Polizei gehen teilweise brutal gegen die Demonstranten vor. Dennoch enden die Proteste mit dem Sturz des Schahs am 16. Januar 1979. Nach Chomeinis Rückkehr aus dem Exil in Frankreich, wohin er 1978 gedrängt worden war, spricht sich die Bevölkerung in einem Referendum für die Islamische Republik aus, deren oberster Führer der Großajatollah selbst wird.

Die Außenpolitik Chomeinis wendet sich vor allem gegen die USA und Israel. Am 4. November 1979 besetzen islamische Kräfte die amerikanische Botschaft und nehmen mehr als 50 Geiseln, die erst nach 444 Tagen wieder freikommen. Chomeini billigt die Aktion. Die Beziehungen zu den USA erreichen ihren Tiefpunkt. Unterstützt von den USA überfällt der Nachbarstaat Irak am 22. September 1980 Iran. In dem folgenden acht Jahre langen Krieg zwischen den beiden Ländern sterben etwa eine Million Menschen.
Phase der Islamisierung
Im Laufe des Kriegs treibt die Regierung die Islamisierung des Landes voran. Für Frauen gilt eine strenge Kleiderordnung, in öffentlichen Verkehrsmitteln die Geschlechtertrennung. Chomeini lässt linksgerichtete politische Häftlinge ermorden, vor allem Anhänger der Volksmudschahidin, die noch während der Revolution auf Seiten Chomeinis standen.

1989 stirbt der religiöse Führer. Der Expertenrat, ein Gremium aus höchsten religiösen Sachverständigen, ernennt Ajatollah Ali Chamenei zum Nachfolger. In den Folgejahren hat Iran stark unter zunehmender Korruption zu leiden. Die Liberalisierung der Wirtschaft bleibt weitgehend wirkungslos. Bereits 1995 verhängen die USA erste wirtschaftliche Sanktionen, weil Iran nach US-Auffassung den internationalen Terrorismus unterstützt.
Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad
Der als liberaler Geistlicher geltende Mohammed Chatami gewinnt 1997 die Präsidentschaftswahl. Seine innenpolitischen Reformbemühungen geraten allerdings ins Stocken, da er versucht, zu viele politische Lager zusammenzubringen, und die nach wie vor einflussreichen konservativen Hardliner erheblichen Widerstand leisten. Im Juni 2005 erobert der frühere Bürgermeister Teherans und konservative Hardliner Mahmud Ahmadinedschad das Amt des Präsidenten. Außenpolitisch sorgt er vor allem durch Vorantreiben eines Atomprogramms und harsche verbale Angriffe gegen Israel für Ärger. Infolge seiner Wiederwahl als Präsident im Sommer 2009 kam es wegen Unregelmäßigkeiten zu wochenlangen Massenprotesten, die teils brutal niedergeschlagen wurden. Zahlreiche Demonstranten wurden getötet, Hunderte Menschen verhaftet.
Entspannung gegenüber dem Westen
Bei der neuerlichen Präsidentenwahl im Sommer 2013 durfte Ahmadinedschad nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Es siegte der als gemäßigt geltende Kandidat Hassan Rohani, der seitdem mildere Töne nach außen anstimmt. Der Westen und Iran einigen sich im November auf einen "Gemeinsamen Aktionsplan" im Streit um das iranische Atomprogramm.


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