Argentinien Gewerkschaften kassieren Millionenstrafe nach Streik

Umgerechnet 25 Millionen Euro soll eine argentinische Gewerkschaft zahlen, weil sie trotz laufender Verhandlungen laut Regierungsinformationen gestreikt hat. Die Arbeitervertretung spricht von "politischer Verfolgung".

Streik in Buenos Aires
REUTERS

Streik in Buenos Aires


Die argentinische Regierung hat gegen eine Gewerkschaft eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 25 Millionen Euro verhängt. Das Arbeitsministerium begründete die Rekordstrafe damit, dass die Gewerkschaft der Fernfahrer Ende 2017 trotz laufender Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern gestreikt habe. Das Gesetz verbietet in diesem Fall einen Ausstand.

Die Gewerkschaft sprach von "politischer Verfolgung". "Wir werden vor der Justiz Berufung einlegen", sagte der Vize-Generalsekretär der Gewerkschaft, Pablo Moyano, und kritisierte einen "Einschüchterungsversuch" der Regierung. Der Generalsekretär der Föderation der Fernfahrer, Hugo Moyano, warnte, dass die Krankenkasse der Fernfahrer, die etwa 800.000 Menschen abdeckt, bankrott wäre, wenn die Gewerkschaft die Strafe zahlen müsse.

Die Fernfahrer hatten Ende Juni Argentinien mit einem Streik lahm gelegt. Am Freitag beteiligten sie sich an einer Demonstration gegen eine vergangenen Monat getroffene Vereinbarung der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Diese wird aus Sicht der Gewerkschafter hohe soziale Kosten für die etwa 41 Millionen Argentinier haben.

Ende Juni hatte ein Generalstreik gegen Sparmaßnahmen weite Teile des Landes vorübergehend lahmgelegt.

ans/AFP



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