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Arizona-Attentäter Jared Lee L.: "Bitte seid nicht wütend auf mich"

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Er las Peter Pan und fürchtete Gehirnwäsche durch Staatsorgane: Jared Lee L., der Attentäter von Arizona, hat im Netz Fragmente seiner Weltsicht hinterlassen. Ermittler halten die Profile für echt. Vor allem ein Gefühl durchzieht die wirren Texte: die Angst vor der Regierung.

Arizona-Attentäter Jared Lee L.: Auf der Suche nach einem Motiv Zur Großansicht
REUTERS/ MySpace

Arizona-Attentäter Jared Lee L.: Auf der Suche nach einem Motiv

Ja, natürlich war er immer schon etwas merkwürdig, erzählen nun Menschen, die Jared Lee L. flüchtig kannten, den Zeitungen. Jetzt, nachdem der 22-Jährige in der Großstadt Tucson in Arizona sechs Menschen erschossen und viele schwer verletzt hat - darunter auch die Abgeordnete Gabrielle Giffords -, suchen die Medien und die Einwohner nach Auffälligkeiten in L.'s Lebensgeschichte.

Die bisher zusammengetragene, vom " Arizona Daily Star" und der " New York Times" kodifizierte Lebensgeschichte L.s klingt so: Der junge Mann hat häufiger die Schule gewechselt, 2007 hatte er Ärger mit der Polizei, weil er mit "Zubehör zum Drogenkonsum" erwischt wurde. Ein Mitschüler erzählt den Medien, L. habe Gras geraucht und er habe sich "auch nicht besonders für Religion begeistert". Eine Mitschülerin beschreibt L. so: Schüchtern habe er gewirkt, in der Schulband sei er sehr aktiv gewesen, aber sonst habe er sich im Unterricht selten konstruktiv beteiligt. Wenn er auffiel, dann durch Störungen. Zuletzt wurde er wohl von Kursen ausgeschlossen. Und überhaupt, so die Mitschülerin: "Es gibt Menschen, die sind einfach wütend, ich habe nie ein Lächeln auf seinem Gesicht gesehen."

Lieblingsbücher: Fahrenheit 451, Mein Kampf, Peter Pan

Aber L. hat durchaus gelächelt, zumindest im März 2010, als er als freiwilliger Helfer beim Literaturfestival "Tucson Festival of Books" von einem Reporter der Lokalzeitung fotografiert wurde. Auf dem Bild hält L. eine Tafel mit einem übergroßen Kreuzworträtsel fest, das eine Besucherin gerade zu lösen versucht. Beide lächeln dem Fotografen zu.

Fotostrecke

15  Bilder
Verletzte US-Abgeordnete Giffords: Schießerei in Arizona
Dieses Foto fügt sich in eine ganz andere Sicht auf L. ein, die sich auch aus den bekannten Bruchstücken zusammensetzen lässt. Es ist die Lebensgeschichte eines jungen Amerikaners, der gerne Basketball spielt, sich freiwillig zum Militärdienst meldet (aber nicht genommen wird), gerne liest (sein YouTube-Profil erwähnt als Lieblingsbücher unter anderem "Fahrenheit 451", "Mein Kampf", "Das kommunistische Manifest" und "Peter Pan") und bei seinen Eltern in einer Mittelschichtsgegend Tucsons lebt, wo Palmen und weiße Pick-ups vor den gepflegten weißen Einfamilienhäusern stehen.

Stunden vor dem Attentat: "Lebt wohl, Freunde"

Und dann gibt es da noch ein drittes Bild von dem jungen Mann, das L. selbst gezeichnet hat, es erzählt wiederum eine andere Geschichte: Auf Profilseiten bei Myspace (inzwischen gelöscht) und YouTube veröffentlichte er seine Gedanken über die Welt. Ermittler halten diese Seiten für authentisch, Behördensprecher erklärten dem "Arizona Daily Star", man analysiere das dort veröffentlichte Material.

Auf der Myspace-Seite schrieb L. zuletzt einen Eintrag, der sich nun als Abschiedsbotschaft interpretieren lässt: "Lebt wohl, Freunde, bitte seid nicht wütend auf mich." So zitieren US-Medien die Profilseite, die wenige Minuten nachdem die Behörden die Identität des Schützen bestätigten, gelöscht wurde. Auf diese Seite verweist auch ein YouTube-Konto, das die Behörden L. zurechnen.

Es ist nicht möglich, aus den drei Videobotschaften L.s so etwas wie ein geschlossenes Weltbild zu rekonstruieren. Die von bedrohlicher Musik unterlegten Texte kreisen immer um dieselben Motive: Gedankenkontrolle, Gehirnwäsche, Grammatik, Analphabetismus, Bürgerrechte und die US-Verfassung.

Das alles hält weniger einen Leitgedanken als vielmehr ein diffuses Verschwörungsgefühl zusammen. Zitat aus einer Videobotschaft: "Sie müssen die Bundesgesetze nicht akzeptieren, aber sie müssen die US-Verfassung lesen, um die verräterischen Gesetze zu begreifen." Und weiter: "Die Regierung impliziert Gedankenkontrolle und Gehirnwäsche der Bevölkerung, indem sie die Grammatik kontrolliert."

L. fürchtet eine Verschwörung der übermächtigen US-Bundesregierung

L. schreibt auch, dass er Schulden in einer Währung, die nicht an Goldreserven gebunden ist, nicht akzeptieren werde. So unklar ist, was er meint, so klar ist, dass er sich von der US-Regierung verraten und bedroht fühlt: "Ich weiß, wer zuhört: Regierungsbeamte und die Bevölkerung. Fast alle Menschen, die diese exakten Informationen über eine neue Währung nicht kennen, sind sich der Methoden der Gedankenkontrolle und Gehirnwäsche nicht bewusst. Wenn ich meine Bürgerrechte hätte, würde es diese Botschaft nicht geben."

Dieses Feindbild der freiheitsraubenden Bundesregierung haben schon andere Attentäter bemüht. Der Golfkriegsveteran Timothy McVeigh zum Beispiel, der 1995 in Oklahoma City mit einer Bombe 167 Menschen ermordete und 509 verletzte. McVeigh glaubte, mit seinem Anschlag die individuelle Freiheit der amerikanischen Bürger gegen die Interventionen der Zentralregierung zu verteidigen. McVeigh trug bei seiner Tat ein T-Shirt mit einem Zitat von Thomas Jefferson: "Der Baum der Freiheit muss von Zeit zu Zeit mit dem Blut von Patrioten und Tyrannen getränkt werden."

L. formulierte seine Maxime selbst, statt sich eines Zitats zu bedienen: "Die Regierungsbeamten haben die Macht über ihre Währung, aber ich informiere euch über eure neue Währung."

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insgesamt 2587 Beiträge
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1. ****
Carla, 09.01.2011
Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
2. No surprise!
emobil 09.01.2011
Definitiv ja! Und ich schätze, das ist erst der Anfang. Die Hetze und der Hass der Rechten hat in den Staaten inzwischen ein Ausmaß erreicht, das man eigentlich nur noch als "faschistisch" bezeichnen kann - auch wenn die Teebeutel und ihre Medien wahrscheinlich gar nicht wissen, was dieser Ausdruck eigentlich bedeutet. Nun, und in einem Land, in dem es gang und gäbe ist, mit Waffen im Alltag herumzufuchteln und dies für "Freiheit" zu halten, ist es nur eine Frage der Zeit, wann diese Waffen auch mal zum Einsatz kommen. Die Hemmschwelle ist ja jetzt bereits erschreckend niedrig. Nach dem ersten Erschrecken wird man auch schnell wieder zur Tagesordnung übergehen - business as usual - wie bei allen solchen Taten in der Vergangenheit.
3. Was
Spiegeleii 09.01.2011
hat das denn mit einem politischen Streit zu tun wenn ein Einzeltäter ein Attentat verübt? Die Politik in USA wie auch bei uns ist ein einziges schlechtes Schmierentheater. Die Darsteller spielen Demokratie vor. Wenn sich diese Politikschranzen nicht hinter Heeren von Sicherheitsdiensten und Bodyguards verstecken würden, wären die morgen alle tot. Weil der Großteil der Leute schlicht die Schnauze voll hat. Daraus jetzt einen politischen Streit und gegensätzliche Positionen zu lesen, wegen denen es zu irgendeiner Verschärfung der Atmosphäre kommt ist nichts anderes als dem Schmierentehater zuzuspielen. Oder anders gesagt, es ist völlig piepschnurzegal ob der Präsident Bush, Obama, Bob der Baumeister oder Palin heisst. Das ändert überhaupt nichts an der Politik die gemacht wird. 1:1 übertragbar auch auf die BRD. Es ist völlig kackegal ob die SPD mit den Grünen regiert oder die CDU mit der FDP, es ändert sich nichts. Die politische Klasse in unserer westlichen Welt hat mittlerweile den Unterhaltungswert von DSDS erreicht. Da kann man ruhig an den Haaren irgendwelche politischen Scharmützel herbeiziehen, die Mehrheit des Wahlviehs spürt ganz genau das seine Meinung nichts zählt. Und sie zählt nichts bei allen vorhandenen Schauspielern die man wählen darf.
4.
emobil 09.01.2011
Zitat von CarlaDen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
Soso, das sind also Ihre Quellen der Information und Erkenntnis. Kommentar überflüssig, oder?
5. Hitlers "Mein Kampf"
Emil Peisker 09.01.2011
Zitat von CarlaDen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
Hi Carla Und Hitlers "Mein Kampf". Ihre ideologische Ablenkung ist ja verständlich, aber unkorrekt. Er fabuliert über eine Regierung, die Gesetze erlässt, die bei genauem Studium der Verfassung als verräterisch entlarvt werden. Zitat: "Sie müssen die Bundesgesetze nicht akzeptieren, aber sie müssen die US-Verfassung lesen, um die verräterischen Gesetze zu begreifen. Sehen Sie, da wird dann ein anderer Schuh draus. Gruß Emil
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In Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania tötet ein Amokläufer an einer Amish -Schule fünf Mädchen. Dann nimmt er sich das Leben.

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20. April 1999: Littleton/Colorado, USA
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13. März 1996: Dunblane, Schottland
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23./24. September 1995: Toulon, Frankreich
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16. Oktober 1991: Killeen/Texas, USA
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18. Juli 1984: Kalifornien, USA
In einem Schnellrestaurant in San Diego erschießt ein 41-Jähriger wahllos 21 Menschen. Er wird von einem Polizisten erschossen.
1. August 1966: Universität von Texas, USA
An der Universität von Texas schießt der Amokläufer Charles Whitman mehr als eine Stunde lang von einem Turm der Universität auf Passanten. Mindestens 17 Menschen werden getötet.
11. Juni 1964: Volkhoven bei Köln
Beim Attentat von Volkhoven bei Köln stürmt ein Wehrmachtsveteran eine Volksschule. Er fügt acht Kindern tödliche Verletzungen zu und ersticht zwei Lehrerinnen.

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