Arizona Männer kommen mit Waffen zu Obama-Protest

Bewaffnet zu Demo gegen den Präsidenten: Bei einem Auftritt von Barack Obama in Phoenix haben mehrere Gegner seiner Politik Schusswaffen mitgebracht - einer trug ein Sturmgewehr über der Schulter. Die Männer erklärten, sie machten lediglich von ihrem Recht Gebrauch.

Waffennarr bei Protesten in Arizona gegen US-Präsident Obama: "Hier habe ich noch Freiheiten"
AP/ The Arizona Republic

Waffennarr bei Protesten in Arizona gegen US-Präsident Obama: "Hier habe ich noch Freiheiten"


Phoenix - Es sind verstörende Bilder: Vor einem Kongresszentrum in Phoenix im Bundesstaat Arizona, in dem US-Präsident Barack Obama eine Rede hielt, demonstrieren mehrere Männer und trugen dabei Waffen. Einer der Männer hatte den Berichten zufolge ein M4-Sturmgewehr über der Schulter. Er trage die Waffe lediglich, weil er das dürfe. "In Arizona habe ich noch Freiheiten", sagte der Mann den Medien.

Die Polizei in Phoenix teilte mit, die Männer bräuchten für das Tragen der Waffen keine Erlaubnis. Die Beamten hätten den Mann mit der Waffe auch deshalb beobachtet, damit er selbst nicht angegriffen wird. "Allein durch seine Präsenz und dadurch, dass die Menschen seine Waffe sehen und wissen, dass der Präsident in der Stadt ist, werden eine Menge Emotionen geweckt. Wir sichern den Frieden auf beiden Seiten", so ein Polizeisprecher. Im US-Bundestaat Arizona dürfen Waffen in der Öffentlichkeit getragen werden, so lange sie sichtbar sind. Nur für das versteckte Tragen braucht man eine Erlaubnis.

Barack Obama hatte im Wahlkampf angekündigt, den illegalen Waffenbesitz einzudämmen und befürwortet ein Verbot von Handfeuerwaffen.

Schon einmal hatten in den vergangenen Tagen Männer mit Waffen gegen den US-Präsidenten demonstriert. Während einer Rede zur Gesundheitsreform in New Hampshire hatte sich ein Mann eine Pistole an sein Bein gebunden. "Wenn man seine Rechte nicht nutzt, verliert man sie", begründete er die Aktion. Ein anderer Demonstrant wurde dort laut "Huffington Post" festgenommen, weil er eine nicht zugelassene geladene Pistole bei sich hatte.

Der amerikanische Geheimdienst erklärte, bewaffnete Demonstranten würden die Sicherheitsvorkehrungen bei einem Präsidentenauftritt kaum ändern. Die bewaffneten Männer hätten weder in Phoenix noch in New Hampshire versucht, Absperrungen zu durchbrechen. Innerhalb der Sicherheitszone dürften sie die Waffen aber nicht tragen.

Fred Solop, Politikwissenschaftler an der Northern Arizona University befürchtet indes, dass die jüngsten Waffenvorfälle Beginn eines verstörenden Trends sein könnten.

Die National Rifle Association wollte die Ereignisse nicht kommentieren.

anr/Reuters/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.