Kampf um Rohstoffe Obama will Bau von Arktis-Eisbrecher beschleunigen

US-Präsident Obama will die kümmerliche Eisbrecherflotte der USA modernisieren. Ein neuer Eisbrecher soll spätestens in fünf Jahren in der Arktis unterwegs sein. Russlands Pläne sind ambitionierter.

US-amerikanischer Eisbrecher in der Arktis: "Russland ist bereit"
REUTERS

US-amerikanischer Eisbrecher in der Arktis: "Russland ist bereit"


2022 ist zu spät. Spätestens im Jahr 2020 müssten die USA mit einem weiteren Eisbrecher in der Arktis vertreten sein, sagte US-Präsident Barack Obama am zweiten Tag seiner dreitägigen Alaska-Reise. Bislang sind in der Arktis nur zwei solche Schiffe der USA im Einsatz, während Russland eine Flotte von 40 Eisbrechern hat - elf weitere sind geplant. Auch die USA könnten weitere Aufträge erteilen, hieß es aus dem Weißen Haus. Das sei aber auch eine Preisfrage. Ein Eisbrecher kostet rund eine Milliarde US-Dollar. Die Küstenwache habe einen Bedarf von acht neuen Eisbrechern angemeldet.

Die Bauzeit für Eisbrecher beträgt normalerweise bis zu zehn Jahre, so dass Russland auf absehbare Zeit stärker mit diesen Schiffen in der Arktis vertreten sein wird.

Die neuen Schiffe sollten US-Interessen und natürliche Ressourcen schützen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. "Großmächte sollten die Möglichkeiten haben, eine Rolle in dem Theater zu spielen", sagt Malte Humpert, Chef des "Arctic Institute", einem Think Tank. "Russland ist bereit für alles, was in der Arktis passiert, und China bereitet sich ebenfalls darauf vor, diese Möglichkeiten zu haben."

Obama ist in Alaska, um vor allem auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen. Seitdem das Weiße Haus vor kurzem dem Ölkonzern Shell eine Bohrerlaubnis für die Arktis erteilt hat, wird die Regierung scharf von Umweltschützern kritisiert. Die Öl- und Gasvorkommen in der Arktis sind sehr begehrt. Dieses Thema habe Obama bei seiner Rede ausgespart, bemerkten die Umweltschützer der Organisation Greenpeace.

mia/dpa/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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marthaimschnee 01.09.2015
1.
Wäre es nicht weitaus bequemer, einfach die Umweltverschmutzung zu erhöhen, dann schmilzt das Eis von alleine.
der.tommy 01.09.2015
2.
1 Milliarde Dollar für einen Eisbrecher? Hier wäre etwas mehr Information als der lapidare Verweis auf diesen Betrag und die Bauzeit wünschenswert. Selbst der Bau eines Flugzeugträgers dauert nicht wesentlich länger. Was sind das für "Ungetüme"
averroes 02.09.2015
3. Eisbrecher - wozu???
Ist nicht Obama auch einer von diesen "Klimawandel-Freaks"? Wozu braucht der Eisbrecher, wenn doch angeblich das Eis in der Arktis schmilzt? Was will uns dieser Typ eigentlich sagen? Es wird Zeit, dass der keine weitere Chance bei der nächsten Wahl hat. Hoffentlich sehen das die Wähler in den USA auch so. Es ist Zeit für einen neuen Reagan, der den Klimasozialismus beendet!
tegele 02.09.2015
4. Obama ist in Alaska, um vor allem auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen
und dann die Arktis erobern wollen und noch mehr zu zerstören
anfrage 02.09.2015
5.
Schön zu hören, dass die Amis nicht überall die Nase vorn haben. Russland wird vom Westen in vielerlei Hinsicht unterschätzt. Dass wird sich in den nächsten Jahren, unter anderem, mit dem Ausbau der Chinesisch-Russischen Seidenstraße als kolossaler Fehler herausstellen.
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