Rohstoffvorkommen Russland stellt Militärbasis in der Arktis fertig

Russland untermauert seinen Anspruch auf die Arktis mit einer Militärbasis. Auf einer Insel hat Moskau einen Komplex für 150 Soldaten gebaut - und in den Nationalfarben gestrichen.


Russland hat in der Arktis eine Basis errichtet, in der nach Angaben der Regierung 150 Soldaten eineinhalb Jahre lang autonom leben können. Das Verteidigungsministerium gab bekannt, dass der Komplex auf der Insel Alexandraland auf dem Archipel Franz-Josef-Land zu 97 Prozent fertiggestellt sei. Die "Arktisches Kleeblatt" getaufte Militärbasis wurde mit den russischen Farben rot, weiß und blau angemalt und ist 14.000 Quadratmeter groß.

Russland baut seine militärische Präsenz in der Arktis derzeit aus. Dies ist Folge einer erneuerten Militärdoktrin, in der die Region als Priorität eingestuft wurde. Hintergrund sind die reichen Rohstoffvorkommen dort und die strategische Position. Eine ähnliche Militärbasis hatte Russland bereits südlicher auf der Insel Kotelny gebaut.

Erst im August hatte Moskau in einem Schreiben an die Uno seinen Anspruch auf rohstoffreiche Gebiete rund um den Nordpol unterstrichen. Dabei forderte Russland die Hoheitsrechte über eine Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometern in der Arktis. Das von Russland beanspruchte Gebiet umfasst auch den Nordpol und würde Moskau nach eigenen Angaben den Zugang zu 4,9 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe verschaffen.

Wegen der in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen melden auch die vier anderen Anrainerstaaten der Arktis - die USA, Dänemark, Norwegen und Kanada - Gebietsansprüche in der entlegenen Region an. Das voranschreitende Abschmelzen des Packeises macht die Region auch für den Frachtverkehr zwischen Atlantik und Pazifik zunehmend attraktiv.

kev/AFP



insgesamt 41 Beiträge
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n.nixdorff 21.10.2015
1. Das Problem mit Russland ist,
dass denen das Völkerrecht völlig egal ist. Erinnern wir uns an 2007, als alle Welt darüber lachte, dass die Russen unter dem arktischen Eis eine Flagge in den Boden rammten. Wieso will Putin den Nordpol? Andere Länder (Grönland/Dänemark) liegen bedeutend näher dran. Allerdings habe die keine Atomwaffen und verhalten sich auch sonst sehr völkerrechtskonform. Es ist doch immer die Rede davon, dass Russland an Rohstoffen quasi überläuft. Warum also die Gier nach noch mehr? Es geht nicht um Rohstoffe. Es geht darum den Rest der Welt noch effizienter mit bedrohen zu können und Schifffahrtswege zu kontrollieren. Russland ist der letzte imperialistische Staat der Welt.
aeom 21.10.2015
2. Das ist der Stoff
...Aus dem kriege entstehen! Nicht irgendwelche Menschenleben die einer Rettung bedürfen...
xx901 21.10.2015
3. Riesige Militärbasis?
Zu meiner Bundeswehrzeit waren 150 Mann etwa eine Kompanie und 14.000 qm sind ein Areal von ca. 120m mal 120m. Und das wollen Sie dem Leser als riesige Militärbasis verkaufen?
maxderzweite 21.10.2015
4. Nein die Russen sind die Guten
warum sie dann allerdings alles alleine haben wollen, bei dem Riesenland? Hmm geht es Putin auch nur um seine Macht, oder hilft er den Menschen wirklich?Rosa Rote Brille abziehen, derMann ist keine Wohltäter
spon-facebook-10000348186 21.10.2015
5. Dänemark hat auch Ansprüche angemeldet auf den Nordpol
https://www.tagesschau.de/ausland/daenemark-erhebt-anspruch-auf-den-nordpol-101.html Kanada hält da oben auch Militär vor (inkl. Patrouillen) zur Unterstreichung seiner Ansprüche. USA sowieso, wenngleich vergleichweise dort etwas weniger. Bei denen liegt der Fokus eher in anderen Gebieten der Welt. Unterstreicht das imperialistischem Gehabe Russlands und der anderen Staaten.
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