Waffenschau in Seoul: Südkorea hält größte Militärparade seit zehn Jahren ab

Armee in Südkorea: Seouls große Waffenparade Fotos
AP/dpa

11.000 Soldaten, 120 Flugzeuge, modernste Raketen - Südkoreas Militär hat in Seoul eine Waffenparade der Superlative abgehalten. Präsidentin Park Geun Hye will dem verfeindeten Nordkorea so deutlich machen, "dass seine Nuklearwaffen und Raketen nutzlos sind".

Seoul - Südkorea demonstriert im Konflikt mit dem kommunistischen Norden Stärke. Am Dienstag hat die Armee in Seoul die größte Militärparade seit einem Jahrzehnt abgehalten. Rund 11.000 Soldaten marschierten auf, dabei stiegen auch 120 Flugzeuge in die Luft.

"Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist sehr ernst", sagte die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye in ihrer Ansprache. Aufgrund der fortschreitenden Aufrüstung im benachbarten Nordkorea müsse ihr Land auch auf militärische Abschreckung setzen.

Bei der Parade präsentierte Südkoreas Armee erstmals öffentlich die beiden Raketen Hyeonmu-2 und Hyeonmu-3, die eine Reichweite von bis zu tausend Kilometern haben und Ziele in Nordkorea angreifen könnten. Außerdem wurden hochentwickelte Abfangraketen gezeigt, mit denen ein nordkoreanischer Angriff abgewehrt werden könnte.

US-Verteidigungsminister Hagel als Ehrengast

Die Parade fand anlässlich der Gründung der südkoreanischen Streitkräfte vor 65 Jahren statt. Ehrengast war US-Verteidigungsminister Chuck Hagel. Er bekräftigte, dass die Vereinigten Staaten die Zahl ihrer Soldaten vor Ort nicht reduzieren werden. Derzeit sind 28.500 US-Streitkräfte im Süden der koreanischen Halbinsel stationiert.

Mit der Waffenschau wolle Seoul der Kim-Diktatur deutlich machen, "dass die Nuklearwaffen und Raketen, von denen sie besessen ist, nutzlos sind", sagte Präsidentin Park. Beobachter werteten die Präsentation der neuen Marschflugkörper als Reaktion auf nordkoreanische Atom- und Raketentests Anfang des Jahres. Später hatte Machthaber Kim Jong Un mit Nuklearschlägen gegen Südkorea und die USA gedroht.

Seither hat das Regime in Pjöngjang seine Rhetorik zwar gemäßigt, dennoch drohte Kim damit, sein Kernwaffenarsenal weiter aufzustocken. Zwar ist die gemeinsame betriebene Sonderwirtschaftszone Kaesong nach mehreren Monaten wieder geöffnet worden, gleichzeitig sendete Nordkorea aber auch widersprüchliche Signale. Eine für Ende September geplante Familienzusammenführung zwischen Verwandten aus beiden koreanischen Staaten sagte der Machthaber kurzfristig ab.

syd/AP/Reuters/AFP

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1. Genau so demonstrativ wie der Kim in NK
wachsamer_bürger heute, 11:16 Uhr
Aber lustig ist dieser Satz schon..."Bei der Parade präsentierte Südkoreas Armee erstmals öffentlich die beiden Raketen Hyeonmu-2 und Hyeonmu-3, die eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern haben und Ziele in Nordkorea angreifen könnten." Die beiden Länder haben eine gemeinsame Grenze!!! Da würden schon Raketen mit 1km Reichweite reichen oder einfach nur Handgranaten. Und warum ist das in SK nur Abschreckung und wenn der Olle Kim das macht ne Provokation?
2. Säbelrasseln
klugscheißer2011 heute, 11:19 Uhr
Zitat von sysop11.000 Soldaten, 120 Flugzeuge, modernste Raketen - Südkoreas Militär hat in Seoul eine Waffenparade der Superlative abgehalten. Präsidentin Park Geun Hye will dem verfeindeten Nordkorea so deutlich machen, "dass seine Nuklearwaffen und Raketen nutzlos sind". Armee in Südkorea hält in Seoul größte Militärparade seit 2003 ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/armee-in-suedkorea-haelt-in-seoul-groesste-militaerparade-seit-2003-ab-a-925448.html)
Natürlich und dieses Säbelrasseln mit Waffen, die der Westen gern auf Kosten des südkoreanischen Steuerzahlers liefert, ist auch genau das richtige Mittel, um den immerwährenden Konflikt auf der koreanischen Halbinsel einzudämmen. Ich hatte immer gedacht, die im Süden wären etwas weniger dumm und vernünftiger als die im Norden... Hab mich getäuscht. Sorry!
3. Nk
APPEASEMENT heute, 11:27 Uhr
Zitat von sysop11.000 Soldaten, 120 Flugzeuge, modernste Raketen - Südkoreas Militär hat in Seoul eine Waffenparade der Superlative abgehalten. Präsidentin Park Geun Hye will dem verfeindeten Nordkorea so deutlich machen, "dass seine Nuklearwaffen und Raketen nutzlos sind". Armee in Südkorea hält in Seoul größte Militärparade seit 2003 ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/armee-in-suedkorea-haelt-in-seoul-groesste-militaerparade-seit-2003-ab-a-925448.html)
NK hat ca. 1.000.000 Soldaten unter Waffen, Kernwaffen und ist ökonomisch in der Defensive. Das ist gefährlich.
4. Tolle Idee ...
maxibutz heute, 11:36 Uhr
war es zu ruhig in den letzten Monaten? Muss jetzt wieder mal die Gegenseite provozieren und Muskeln spielen???
5. ...
MartinS. heute, 11:37 Uhr
Zitat von klugscheißer2011Natürlich und dieses Säbelrasseln mit Waffen, die der Westen gern auf Kosten des südkoreanischen Steuerzahlers liefert, ist auch genau das richtige Mittel, um den immerwährenden Konflikt auf der koreanischen Halbinsel einzudämmen. Ich hatte immer gedacht, die im Süden wären etwas weniger dumm und vernünftiger als die im Norden... Hab mich getäuscht. Sorry!
Ja - vom bequemen Deutschen Schreibtisch aus lassen sich Menschen leicht als dumm verurteilen. Aber auch ohne den Einsatz von Nuklearwaffen ist ein Krieg zwischen Nord- und Südkorea nicht auszuschließen. Mag ja sein, dass sie der Meinung sind, dass man nur lange genug lieb und nett sein muss, und dann wird die Gegenpartei auch von allen Aggressionen absehen... nur sieht das eventuell etwas anders aus, wenn man selbst betroffen ist. Dann rasselt man eben mit dem Säbel, um deutlich zu machen, dass man kein leichtes Opfer abgeben würde. Was jetzt besser ist, und ob deshalb ein Volk gleich "dumm" ist - da denke ich, dass uns in dieser Beziehung gar kein Urteil zusteht.
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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)