Armenien Oppositionsführer Paschinjan zum Regierungschef gewählt

Zehntausende Armenier gingen für ihn auf die Straße - nun hat Oppositionsführer Nikol Paschinjan sein Ziel erreicht. Er ist neuer Regierungschef der Kaukasusrepublik.

Oppositionsführer Nikol Paschinjan
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Oppositionsführer Nikol Paschinjan


Die friedlichen Proteste haben offenbar gewirkt: Das armenische Parlament hat den Oppositionsführer Nikol Paschinjan zum Regierungschef gewählt. 59 Abgeordnete stimmten für Paschinjan, 42 gegen ihn. Bei einem ersten Wahldurchgang hatte er nicht genügend Stimmen bekommen, weil die regierende Republikanische Partei ihn nicht unterstützt hatte.

Seit Wochen ruft Paschinjan zu friedlichen Straßenprotesten in der Ex-Sowjetrepublik auf. Die Demonstranten versperrten in der Hauptstadt Eriwan wichtige Hauptstraßen und sorgten für Zugausfälle. Zu gewalttätigen Ausschreitungen kam es nicht. Mit der sogenannten Samtenen Revolution wurde Ministerpräsident Sersch Sargsjan zum Rücktritt gezwungen.

Entzündet hatten sich die Proteste gegen Sargsjan daran, dass der Staatschef ins Amt des Ministerpräsidenten gewechselt und per Verfassungsänderung diesem Posten weitreichende Vollmachten verschafft hatte.

Paschinjan versprach seinen Anhängern einen Kampf gegen Korruption und Armut in Armenien. Zudem hat er sich für vorgezogene Neuwahlen ausgesprochen. Die Unterstützer des 42-Jährigen werfen Sargsjan und seiner Partei vor, den Oligarchen die Kontrolle über die Wirtschaft Armeniens überlassen zu haben.

vks/dpa/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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bene_lava 08.05.2018
1. Man sollte sich nicht täuschen....
Samtene Revolution. Das Wort täuscht. Die militärische Bekleidung von Herrn Paschinjan ist nur ein kleiner Vorgeschmack, was der REgion bevorsteht. Während die EU, Deutschland und die Minsker Gruppe klar auf eine friedliche Lösung des schwelenden KArabachkonfliktes drängen, hat er eine harte Hand angekündigt. Er ist wohl ein knallharter Nationalist, muss man vermuten.
axel_roland 08.05.2018
2. wenn man sich das Bild anschaut...
...dann weiß man, was man kriegt - wohl eher einen WarLord als einen Politiker
tomtor 08.05.2018
3. Gut gemacht Armenien
Schlechter als es bisher lief als russisch höriger Oligarchenstaat gings ja kaum noch. Hoffentlich schaft er es sich aus der russischen Abhängigkeit loszusagen.
hlka 08.05.2018
4. Glück für Armenien
dass man keine Grenze zu Russland hat. Sonst wären die Amis schon längst da und es wäre genau so wie in der Ukraine ausgegangen.
hlka 08.05.2018
5.
Zitat von tomtorSchlechter als es bisher lief als russisch höriger Oligarchenstaat gings ja kaum noch. Hoffentlich schaft er es sich aus der russischen Abhängigkeit loszusagen.
Wenn er es schafft, gleich am nächsten Tag greift Aserbaidschan an und hollt sich Nagorni Karabakh zurück. Hat man keine Ahnung, soll man keine Kommentare schreiben.
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