Damaskus - Der syrische Präsident Baschar al-Assad bestreitet jede Verwicklung in das Massaker von Hula. Bei seiner ersten Rede seit dem Gewaltexzess vor einer Woche sagte Assad vor dem neuen Parlament, nicht einmal "Monster" würden ein solch grausames Verbrechen begehen. Bei der Panzerattacke auf ein Wohngebiet waren mehr als hundert Menschen gestorben, viele von ihnen Kinder.
Für die brutale Gewalt in seinem Land machte Assad erneut vermeintliche Terroristen sowie andere Länder verantwortlich. Ausländische Regierungen verfolgten einen "Plan der Zerstörung" seines Landes, sagte er. Syrien befinde sich in einem "vom Ausland aus geführten echten Krieg".
Assad erklärte, das Land mache die schwerste Zeit seit dem Ende der Kolonialzeit durch. "Uns wurde ein Kampf aufgezwungen und das Ergebnis ist das Blutvergießen, das wir sehen." Er werde keine Nachsicht gegenüber Terroristen zeigen, die den Aufstand im Land angezettelt hätten. "Wir werden nicht nachsichtig sein. Wir werden nur denen vergeben, die dem Terrorismus abschwören."
Zugleich behauptete Assad, er sei zum Dialog mit politischen Gegnern bereit. "Wir halten die Tür für diejenigen offen, die zurückkehren wollen", sagte er. "Der Staat wird sich nicht rächen."
Assad lässt seit März 2011 eine Protestbewegung gegen seine Regierung blutig niederschlagen. Dabei wurden nach Angaben der Opposition bisher mehr als 13.400 Menschen getötet. Am 7. Mai hatte Assad ein neues Parlament wählen lassen. Die Abstimmung wurde von der Opposition als Farce bezeichnet und stieß auch international auf viel Kritik.
Die Proteste gegen Assad erreichten am Samstagabend das syrische Staatsfernsehen. Ein Reporter des staatlichen Fernsehens wurde auf einer Straße in der Stadt Aleppo von einem Passanten mit einem Schuh attackiert. Der Journalist hatte ins Mikrofon gesagt, die Berichterstattung der arabischen Nachrichtensender über die Syrien-Krise sei schlecht. Daraufhin sprang der junge Mann auf ihn zu, schlug zweimal auf den Reporter ein und rief: "Die syrischen Medien lügen." Nach der Attacke verschwand er in der Dunkelheit. Der Reporter schickte ihm einige wüste Flüche hinterher, bevor er sich wieder seinem Bericht zuwandte.
Wenige Stunden vor dem Zwischenfall, der sich auf der Internetplattform YouTube großer Beliebtheit erfreut, hatten die arabischen Außenminister beschlossen, die Ausstrahlung des syrischen Staatsfernsehens über die Satelliten Nilesat und Arabsat zu stoppen.
dab/AFP/Reuters/dapd
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