Asylstreit Griechenland will Kanzlerin Merkel unterstützen

Im Asylstreit von CDU und CSU bekommt die Kanzlerin Unterstützung von Griechenland. Ministerpräsident Tsipras zeigte sich bereit, Flüchtlinge zurückzunehmen. Es gehe schließlich nur um 50 bis 100 Menschen pro Monat.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras
AP

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras


Vor dem EU-Gipfel zum Asylstreit hat Griechenland sich bereit erklärt, Bundeskanzlerin Angela Merkel zu unterstützen. Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte der "Financial Times", er sei offen für eine Sondervereinbarung mit der Kanzlerin. Dabei gehe es um die Eindämmung des Problems, dass Flüchtlinge an den südlichen EU-Grenzen ankämen und sich dann weiter auf den Weg nach Deutschland machten.

"Es ist nicht fair, dass diese Menschen nach Deutschland gehen, wenn wir meinen, dass es ein europäisches Problem ist." Man müsse im Gefüge internationaler Regeln einen Weg zur Lastenverteilung finden, um von der ungerechten Lage für die Länder mit EU-Außengrenzen und auch für Deutschland wegzukommen, sagte Tsipras.

Griechenland werde solche Flüchtlinge zurücknehmen, wenn dies dabei helfe, Schleppern zu zeigen, dass Europa gegen illegale Einwanderung vorgehe. Für Griechenland selbst werde eine solche Rücknahme keine gravierenden Folgen haben, sagte der Regierungschef. Schließlich gehe es hier lediglich um 50 bis 100 Menschen pro Monat.

Der Streit im Umgang mit ankommenden Flüchtlingen beschäftigt seit Tagen die Bundespolitik. Der CSU-Vorsitzende und Innenminister Horst Seehofer will bestimmte Flüchtlinge an der Grenze zurückweisen und droht mit einem nationalen Alleingang - die CDU-Chefin Merkel kämpft hingegen für eine europäische Lösung.

asc/Reuters



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