Athen: Verdächtiges Paket an deutsche Botschaft abgefangen
Eine Serie von Anschlagsversuchen mit Paketbomben hat Athen erschüttert. Vor der Schweizer Botschaft explodierte ein Sprengsatz, weitere Sendungen wurden rechtzeitig gefunden und unschädlich gemacht - ein verdächtiges Paket war auch an die deutsche Botschaft adressiert.
Athen - Eine Serie von teilweise vereitelten Anschlägen mit Paketbomben hat am Dienstag die griechische Polizei in Atem gehalten. Nach Angaben der Behörden wurden insgesamt fünf Pakete mit Sprengsätzen gefunden, die demnach jedoch keinen Schaden anrichteten.
Während ein kleiner Sprengsatz am Dienstag in der Schweizer Vertretung in Athen explodierte, wurde ein an die deutsche Botschaft adressiertes Paket bei einer Kurierfirma kontrolliert zerstört. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, das Paket sei als Büchersendung deklariert gewesen. Bei der Überprüfung habe ein Metalldetektor angeschlagen; dann sei das an den Botschafter adressierte Paket an den Kurierdienst zurückgegeben worden Dort wurde es unschädlich gemacht.
Hinweise auf die Urheber der Paketbomben-Serie lagen zunächst nicht vor. "Wir gehen in keiner Weise davon aus, dass sich diese Aktion speziell gegen Deutschland gerichtet hat", sagte der Sprecher.
Zwei Sprengsätze konnten nicht rechtzeitig unschädlich gemacht werden: Neben der Schweizer Botschaft detonierte auch in der russischen Botschaft ein Paket. Polizeiangaben zufolge wurde niemand verletzt. Eine vorherige Warnung habe es nicht gegeben, sagte ein Beamter.
Das Schweizer Außenministerium erklärte, es habe sich lediglich um eine Stichflamme und nicht um eine Explosion gehandelt. Das Paket wurde demnach am Dienstagmorgen am Empfang der Botschaft abgegeben und überprüft. "Beim Entfernen der äußeren Verpackung entzündete sich der Inhalt in einer Stichflamme", erklärte Ministeriumssprecher Georg Farago.
Bei der Explosion bei der russischen Botschaft sei die Polizei gerade auf dem Weg gewesen, als der Sprengsatz detonierte. Kontrolliert gesprengt wurden Paketbomben an der bulgarischen Botschaft und vor dem Parlament.
Briefbombenfunde am Montag
Bereits am Montag waren Briefbomben in der griechischen Hauptstadt entdeckt worden. Sie waren an die niederländische und an die belgische Botschaft sowie den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy adressiert. Außerdem explodierte ein weiteres, für die Vertretung Mexikos bestimmtes Paket bei einem Lieferservice in Athen in den Händen einer Angestellten, die dadurch leicht verletzt wurde. Die abgefangenen Pakete wurden kontrolliert gesprengt.
Die Polizei hatte die Vermutung geäußert, dass hinter den Paketbomben Linksextremisten stecken könnten. Eine Verbindung zu al-Qaida gilt als unwahrscheinlich.
Anschläge dieser Art haben in Griechenland zuletzt häufig Autonomenorganisationen verübt. Die Polizei nahm dem Bericht zufolge zwei Verdächtige fest. Die beiden hatten zwei weitere Briefbomben bei sich und waren mit Pistolen bewaffnet. Die Festgenommenen sollen dem griechischen Staatsradio zufolge einer kleinen Terrorgruppe namens "Konspiration der Zellen des Feuers" angehören, die für Dutzende von Bombenanschlägen auf Banken und Regierungsgebäude sowie Filialen ausländischer Firmen in den vergangenen drei Jahren verantwortlich gemacht wird.
ler/hut/Reuters/AFP
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- Dienstag, 02.11.2010 – 14:48 Uhr
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Fläche: 131.957 km²
Bevölkerung: 11,305 Mio.
Hauptstadt: Athen
Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias
Regierungschef: Antonis Samaras
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