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Atomdeal mit Iran: Israels Drohung birgt eine Chance

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AFP

Israels Verteidigungsminister Ya'alon: "Am Ende sollte Israel in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen"

Der israelische Verteidigungsminister droht Iran mit Luftschlägen. Für die Umsetzung des Atomabkommens mit Teheran muss das keine schlechte Botschaft sein.

Im Büro des israelischen Verteidigungsministers Moshe Ya'alon im Stadtzentrum von Tel Aviv hängt ein Foto an der Wand. Das Bild zeigt das Konzentrationslager Auschwitz, über das drei Kampfjets der israelischen Luftwaffe fliegen. Der Kommandeur der Luftwaffe hat am Rand ein handschriftliches Versprechen hinzugefügt: "Nie wieder. Vertraue nur auf dich selbst."

Dieses Bild sagt mehr als alle Worte. Israel wird mit allen Mitteln verhindern, je wieder in eine Situation zu geraten, in der das jüdische Volk Gefahr läuft, vernichtet zu werden. Und der jüdische Staat wird sich dabei auf niemand verlassen außer auf sich selbst. Nicht einmal auf die USA, die trotz aller Differenzen noch immer Israels engster Verbündeter sind.

In dieser Woche hat Moshe Ya'alon, der israelische Verteidigungsminister, Iran in einem SPIEGEL-Interview offen mit Luftschlägen gedroht, sollte Teheran das mit der internationalen Staatengemeinschaft ausgehandelte Atomabkommen verletzen. "Wir können unter keinen Umständen ein Iran mit Nuklearwaffen tolerieren", so hat es Ya'alon gesagt. "Wir bevorzugen, dass dies durch ein Abkommen oder Sanktionen erreicht wird. Aber am Ende sollte Israel in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen."

Man kann das Bild in Ya'alons Büro auch als Metapher betrachten: Eine iranische Atombombe wäre für Ya'alon das Auschwitz von morgen. Um das zu verhindern, ist er bereit, Israels Kampfbomber zu entsenden.

Am Tag des Interviews dampfte Tel Aviv vor Hitze, Ya'alon erschien locker gekleidet, in einem kurzärmeligen Hemd und ohne Schlips und machte ein paar Scherze. Aber als es um Teherans Atomprogramm ging, war jede Leichtigkeit verflogen. Täusche sich niemand. Der israelischen Regierung ist es bitterernst. Premierminister Benjamin Netanyahu denkt wie sein Verteidigungsminister, das Land fühlt sich international isoliert wie selten zuvor.

Man muss diese Sicht nicht teilen. Man kann den Iran-Deal auch als einen überfälligen Schritt zur friedlichen Lösung einer seit Jahrzehnten andauernden Krise betrachten. Der Iran-Konflikt war einer von mehreren Schwelbränden, der jederzeit den Nahen Osten hätte in einen Flächenkrieg stürzen können. Er hat eine Entspannung in der gefährlichsten Region der Welt verhindert. Das Abkommen ist keine Gewähr für eine Veränderung zum Besseren. Aber es ist notwendige Voraussetzung.

Drohungen haben die Israelis immer wieder ausgestoßen, sie wirkten meist wie der Versuch, Entspannungsdiplomatie mit Kriegsrhetorik zu begegnen, um eine politische Annäherung zu verhindern. Doch die Ausgangslange hat sich geändert. Sollte der US-Kongress das Abkommen im Herbst passieren lassen, geht es nicht mehr um Diplomatie, sondern um die Umsetzung des geopolitisch vielleicht wichtigsten Abkommens seit dem Ende des Kalten Kriegs.

Der Westen darf Ya'alons Drohung deshalb als Auftrag verstehen, diese Vereinbarung umso präziser umzusetzen. Wenn sich die Regierung in Teheran an die Abmachungen hält, dann wird es für mindestens ein Jahrzehnt kein iranisches Atomwaffenprogramm geben. Dies ist die Botschaft aus Tel Aviv an die Verhandler, darunter Deutschland: Es liegt nun in eurer Verantwortung, das einzuhalten, was ihr versprochen habt.

Anmerkung der Redaktion: Das Bild im Büro des israelischen Verteidigungsministers Moshe Ya'alon ist, anders als von uns irrtümlicherweise berichtet, keine Montage, sondern ein Original. Wir haben die Textstellen entsprechend angepasst und bitten um Entschuldigung.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 81 Beiträge
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1. Völliger Irrsinn
olivervöl 08.08.2015
Israel hat Atomwaffen, der Iran nicht. Der Iran hat in seiner Geschichte keine Nachbarstaaten angegriffen und keine Absichten, Israel anzugreifen, dies ergäbe auch gar keinen Sinn. Die aktuellen Vereinbarungen sind der beste Weg zur Entspannung. Die Politik Israels ist vom Interesse geprägt, die Spannungen aufrecht zu erhalten.
2. Iran ist auf dem gutem Weg
treuschalkefan 08.08.2015
sich den Westen anzunähren und muss nicht noch Androhungen von Israel anhören.
3. so so, Israel droht dem Iran mit Bomben und das soll gut sein...???
me-and-bobby 08.08.2015
In der Tat hat Israel fast keine Verbündete oder gar Freunde mehr... Schuld sind die Israelis selbst ... Ihr engster Verbündeter die USA ist dabei sich von Israel abzuwenden... Diese Drohung mit der Bombe gleicht einer Selbstmord- Drohung und würde die Lage Israels und des Nahen Osten völlig kollabieren lassen... Innenpoltisch sind die Grenzen in Israel längst erreichet, zwischen der fortschrittlichen liberalen Jugend und den Orthodoxen und Radikalen auf der anderen Seite... Die Mieten explodieren, der Lebensunterhalt ist extrem teuer geworden...Sogar für die Mittelschicht sind die Lebensmittel-Preise nicht mehr bezahlbar und werden von 2, 3 Oligarchen- Familien- kontrolliert und monopolisiert... Viele sitzen auf gepackten Koffern und gehen lieber nach London oder in die hypiest Town Berlin...
4. Absolut richtig !
fraumarek 08.08.2015
Zuckerbrot und Peitsche ist hier das wirksame Rezept. Nur blöd, dass der Westen bzw. die 5 Uno-Mächte dem Iran seit Jahrzehnten Zucker in den Hintern blasen. Das freut die dortigen Hardliner, Hamas, Hisbollah, die Kuds Brigaden und der ganze Rest dieser religiösen Fanatiker. Die Peitsche wurde vergessen. Und NUR darauf reagiert der Iran.
5.
Datenscheich 08.08.2015
"Im Büro des israelischen Verteidigungsministers Moshe Ya'alon im Stadtzentrum von Tel Aviv hängt eine Fotomontage an der Wand. Das Bild zeigt das Konzentrationslager Auschwitz, über das drei Kampfjets der israelischen Luftwaffe fliegen." Wie krank ist das denn?!!! Und warum gibt es keine Montagen vom Auszug unter Mose (mit Kampfjets), von Nebukadnezar (mit Kampfjets), von der Inquisition (mit Kampfjets) ... usw. usf. Ich denke, hier ist höchste Eile geboten - für eine psychologische Betreuung.
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