Atomabkommen USA fordern Europäer zu Sanktionen gegen Iran auf

Im Streit über das Atomabkommen mit Iran machen die USA Druck auf ihre Partner in Europa. Washington setzt auf Sanktionen gegen Teheran - das Thema dürfte auch bei der Nahostreise von Außenminister Pompeo eine zentrale Rolle spielen.

US-Außenminister Pompeo
AFP

US-Außenminister Pompeo


Die USA drängen ihre europäischen Verbündeten und weitere Nationen zu Sanktionen gegen den Iran, damit dieser sein Raketenprogramm einschränkt.

Rund um die Welt sollten Staaten Strafmaßnahmen gegen sämtlich Personen und Einrichtungen verhängen, die im Zusammenhang mit dem Programm stünden, sagte Brian Hook, einer der engsten Berater von US-Außenminister Mike Pompeo. Der Punkt sei auch in Gesprächen mit den Europäern klargemacht worden, betonte Hook. Das Programm des Iran stelle eine Bedrohung der internationalen Sicherheit dar.

Hook verhandelt mit den Europäern über Änderungen an dem von US-Präsident Donald Trump scharf kritisierten Atomabkommen mit dem Iran. Die EU will die Vereinbarung bewahren.

Der von Trump infrage gestellte Vertrag stellt dem Iran eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen - inklusive des Abbaus von Sanktionen - in Aussicht. Im Gegenzug hat sich das Land verpflichtet, für mindestens ein Jahrzehnt wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch zu beschränken, um keine Atomwaffe bauen zu können.

Hook äußerte sich in Riad. Pompeo traf dort am Samstag zum Auftakt seiner Nahost-Reise ein und wurde von Außenminister Adel al-Dschubair empfangen.

Auch ein Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman war geplant. Anschließend wird er in Jerusalem und in Amman erwartet. Irans Raketenprogramm werde am Sonntag ein wichtiges Thema bei Gesprächen des US-Chefdiplomaten mit führenden Vertretern Saudi-Arabien und Israels sein, sagte Hook.

Pompeo hatte am Freitag zum ersten Mal in seiner neuen Funktion an einem Nato-Treffen in Brüssel teilgenommen. Er war erst am Donnerstag als Außenminister vereidigt worden. Der 54-Jährige gilt als konservativer Hardliner.

cop/dpa/Reuters



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