Atomanlagen Schwere Störfälle


Seit Inbetriebnahme von Atomkraftwerken, -anlagen und Versuchsreaktoren ist es zu Tausenden von Zwischenfällen gekommen.

Die schwerste Katastrophe bisher war die Explosion des Leichtwasser-Grafit-Reaktors von Tschernobyl am 26.4.1986. Unmittelbar nach dem Unglück kamen 32 Menschen ums Leben. Seitdem sind mindestens 4300 Menschen an den Folgen nuklearer Verstrahlung gestorben. Allein in der Ukraine benötigen drei Millionen Tschernobyl-Opfer staatliche Hilfe. In manchen Gegenden Weißrusslands haben die Fälle von Schilddrüsenkrebs um ein 50-Faches zugenommen.

Zum bisher schwersten Atomunfall in den USA kam es am 28.3.1979 im Kernkraftwerk Three Mile Island/Harrisburg (Pennsylvania). Eine radioaktive Wolke wurde noch mehrere hundert Kilometer vom Unglücksort gemessen. Mehr als 200.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Einige der schweren Nuklearunfälle in Atomfabriken und Wiederaufbereitungsanlagen:

29.09.1957 - Explosion in der Plutoniumfabrik Majak (Ost- Ural/Russland - mehr als 1000 Tote, 15.000 Quadratkilometer verstrahlt.

Frühjahr 1969 - In einer Atomwaffenfabrik in der Wüste Gobi (China) wird Radioaktivität frei gesetzt - mehr als 20 Beschäftigte werden verstrahlt.

6.01.1981 - Bei einem Brand in einem unterirdischen Lagerraum für strahlende Abfälle in der Wiederaufbereitungsanlage La Haque (Frankreich) erleiden 20 Menschen Strahlenschäden.

4.01.1986 - In einer Uran-Konversionsanlage in Gore (Oklahoma/USA) wird ein Arbeiter nach einem Unfall mit Hexafluorid tödlich verletzt, etwa 100 Beschäftigte werden verstrahlt.

Januar-März 1986 - In der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield (Großbritannien) - bis 1981 Windscale - werden mehrere Arbeiter strahlenverseucht.

12.9.1990 - Vermutlich durch eine Wasserstoffexplosion entsteht in einer Atombrennstofffabrik in Ust-Kamenogorsk (Ost-Kasachstan) ein Brand - das Gebiet wird zur ökologischen Notstandszone erklärt und das Werk geschlossen.

3.2.1997 - In Sellafield werden sechs Arbeiter leicht radioaktiv verseucht.

11.3.1997 - In der nuklearen Wiederaufbereitungsanlage Tokai (Japan) gibt es eine Explosion - insgesamt 37 Arbeiter werden verstrahlt.

14.4.1997 - Bei Nischni-Nowgorod (Russland) treten in der Nuklearfabrik "Awangard" giftige Gase aus. Mehr als 40 Menschen werden verletzt.

17.6.1997 - Bei einem Störunfall in der Atomfabrik "Arsamas-16" bei Nischni Nowgorod stirbt ein Wissenschaftler, nachdem er Neutronenstrahlen ausgesetzt war.



© SPIEGEL ONLINE 1999
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.