Atombomben-Bau Wissenschaftler soll Bin Laden informiert haben

Seit Jahren wird spekuliert, dass das Terrornetzwerk al-Qaida nach Nuklearmaterial strebt, entweder um eine Atombombe oder eine "schmutzige Bombe" zu bauen. Das Magazin "Cicero" legt nun neue Hinweise für Bin Ladens Atom-Ehrgeiz vor. Der Terrorchef besitzt demnach bereits waffenfähiges Uran.


Osama bin Laden: Im Besitz von Uran?
AP

Osama bin Laden: Im Besitz von Uran?

Berlin - Der Sohn des für seine islamistischen Ansichten bekannten pakistanischen Atomwissenschaftlers Azim Mahmood erklärte gegenüber "Cicero", dass Osama Bin Laden und sein Vater sich in den Jahren 2000 und 2001 mehrmals getroffen hätten, um über eine Atombombe für das Terrornetzwerk zu sprechen.

"Sie haben definitiv über die Frage, wie al-Qaida eine Atombombe bauen kann, diskutiert", zitiert das Magazin den Mann. Bei einem dreitägigen Treffen von Mahmood, zwei weiteren pakistanischen Atomwissenschaftlern und hochrangigen al-Qaida-Leuten habe Bin Laden behauptet, er sei bereits im Besitz von waffenfähigem Uran. Die Quelle des Bombenstoffs sei Usbekistan. Das berichtet "Cicero" in der Augustausgabe, die morgen erscheint.

"Cicero" zitiert zudem einen pakistanischen Ermittler, der bestätigt habe, dass Mahmood den al-Qaida-Chef drei Tage lang gebrieft habe. Der Atomwissenschaftler sei dabei ins Detail gegangen und habe "detaillierte Anweisungen gegeben, wie al-Qaida zumindest eine schmutzige Bombe bauen kann".

Als "Schmutzige Bombe" wird ein mit radioaktivem Material verseuchter Sprengsatz bezeichnet; er ist in der Wirkung nicht mit einer richtigen Atombombe vergleichbar.

Der Geheimdienstler habe weiter gesagt, es sei möglich, dass al-Qaida bei dem Versuch, eine Nuklearwaffe zu entwickeln, "weiter gekommen ist, als wir das überhaupt wissen wollen" - vorausgesetzt, dass Mahmood und dessen Kollegen Bin Laden kontinuierlich unterstützt haben.

Osama Bin Laden hat bereits vor Jahren erklärt, er halte den Besitz von Massenvernichtungswaffen angesichts der Aggressionen des Westens gegenüber der islamischen Welt für gerechtfertigt.



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