Wien - Der Chef der Atomenergiebehörde IAEA Mohamed ElBaradei bemüht sich, ein Scheitern der Atomgespräche mit Iran und damit eine jahrelange Krise zu verhindern. Nach drei Tagen zäher Verhandlungen legte ElBaradei den vier beteiligten Ländern den Entwurf für ein Abkommen vor, das sie bis Freitag annehmen sollen. Er habe einen Text erstellt, der allen Seiten gerecht werde, sagte ElBaradei am Mittwoch nach den Gesprächen mit Iran, den USA, Russland und Frankreich.
Der Westen wirft der iranischen Regierung vor, unter dem Deckmantel der Energiegewinnung an der Entwicklung von Kernwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das und beharrt auf seinem Recht, Uran anzureichern.
"Ich drücke die Daumen, dass wir bis Freitag die Zustimmung aller Beteiligten haben", sagte der Chef der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA). Diplomaten zufolge enthält der Text die Forderung an Iran, 75 Prozent seiner Reserven an angereichertem Uran bis zum Jahresende im Ausland zu Kernbrennstoff verarbeiten zu lassen. Damit sollen Befürchtungen des Westens entkräftet werden, die Führung in Teheran arbeite insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen. Der Iran hat erklärt, mit dem Kernbrennstoff Krebskranke zu bestrahlen.
Beobachtern zufolge handelt es sich im Wesentlichen um eine technische Vereinbarung, die jedoch politisch und strategisch von hoher Bedeutung ist. Demnach müsste Teheran gut 1200 Kilogramm schwach angereichertes Uran nach Russland verschicken. Da für eine Atombombe nach Expertenangaben mindestens 1000 Kilogramm Uran notwendig sind, wäre die Gefahr der Waffenproduktion vorerst gebannt.
Der iranische IAEA-Botschafter Ali Asgharf Soltanieh kündigte eine sorgfältige Prüfung der Vorschläge ElBaradeis an. Sein Land sei an einer einvernehmlichen Lösung interessiert.
cte/Reuters/AP
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