Atomkonflikt Iran bietet US-Regierung Verhandlungen an

Kommt endlich Bewegung in den Atomkonflikt mit Iran? Teherans Außenminister Salehi hat sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt - das Angebot von Obama-Vize Biden sei ein richtiger Schritt. Israel glaubt dagegen nicht, dass Teheran zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.


München - Iran ist zu bilateralen Verhandlungen mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm bereit. Das sagte Irans Außenminister Ali Akbar Salehi am Sonntag bei der Sicherheitskonferenz in München. "Wenn es auf der anderen Seite eine ehrliche Absicht zu Verhandlungen gibt, werden wir das ernsthaft berücksichtigen", sagte Salehi. Iran sei nicht auf eine Konfrontation aus.

Die Atomgespräche mit der Sechsergruppe aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und den USA sollten am 25. Februar in Kasachstan wiederaufgenommen werden. US-Vizepräsident Joe Biden hatte Iran erneut direkte Verhandlungen im Atomstreit angeboten. Voraussetzung sei allerdings, dass es dem Land ernst sei, sagte er.

Salehi begrüßte Bidens Angebot. "Wir nehmen diese Aussagen positiv zur Kenntnis", sagte er. "Sie sind ein Schritt in die richtige Richtung." Für sein Land gebe es keine roten Linien für bilaterale Verhandlungen. Auch den USA müsse es jedoch ernst sein, den Konflikt lösen zu wollen. Iran bestreitet, dass sein Atomprogramm der Waffenherstellung dient. Das Land kündigte zuletzt jedoch an, die Uran-Anreicherung beschleunigen zu wollen. Der Westen befürchtet, dass Iran Atombomben entwickelt.

Fotostrecke

7  Bilder
Qaher-313: Irans neuer Kampfjet
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak forderte in München einen harten Kurs gegen Iran. Ein atomar bewaffneter Iran würde das Ende des Atomwaffensperrvertrags bedeuten. "Es wäre das Aus für jeden Versuch, die Ausbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern", sagte Barak. Die Sorge vor atomarem Terrorismus werde wachsen. Zudem werde ein ungehinderter Transport von Energie aus den Golfstaaten nicht mehr garantiert sein.

Die Sanktionen gegen den Iran zeigten zwar Wirkung. "Ich glaube aber nicht, dass das den Iran in absehbarer Zeit an den Verhandlungstisch bringt", erklärte der Minister.

Fotostrecke

6  Bilder
Irans Weltraumprogramm: War der Affe oben?
Barak stimme US-Vizepräsident Joe Biden zu, der gesagt hatte, es könne mit Blick auf den Iran nicht nur um eine Eindämmungspolitik gehen. Ziel sei es vielmehr, eine atomare Bewaffnung zu verhindern. Die Erkenntnisse über das iranische Atomprogramm zeigten ganz klar, dass der islamische Staat eine Atombombe bauen wolle. Anders ließen sich viele der technischen Vorgehensweisen und Käufe des Iran nicht erklären.

cte/Reuters/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 110 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
schnitti23 03.02.2013
1. Unsinn!
Ernsthafte Verhandlungen wird es nicht geben. Wie soll man ernsthaft verhandeln, wenn Iran auf sein Atomprogramm (zu Recht) besteht, die USA als Handlanger Israels aber die völlige Einstellung fordert? Das ist genau so, als ob Israel über den Abbau seiner illegalen Siedlungen verhandeln will, als Voraussetzung aber den Erhalt fordert. Man muß die Sache völkerrechtlich sehen, und da verweist der Iran auf Israel, welches bekanntlich Atomwaffen besitzt, obwohl die Verweigereung der Unterzeichnung des Sperrvertrags diese nicht legitimieren. Sie sind also illegal. Das Problem ist im Westen der angelegte Maßstab, wobei unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Solange nicht mit dem selben Maßstab für jedes Land gemessen wird, sind Verhandlungen zum Scheitern verurteil.
G-Kid 03.02.2013
2. Was zum Teufel
Zitat von sysopAFPKommt endlich Bewegung in den Atomkonflikt mit Iran? Teherans Außenminister Salehi hat sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt - das Angebot von Obama-Vize Biden sei ein richtiger Schritt. Israel glaubt dagegen nicht, dass Teheran zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/atomkonflikt-iran-bietet-us-regierung-verhandlungen-an-a-881179.html
spricht Barak vom Ende des Atomsperrvertrages, dem Israel nie beigetreten ist, aber Iran dagegen sehr wohl? Israel sieht langsam seine Felle davonschwimmen, denn eine friedliche Lösung des Atom-Konfliktes ist ihm ein Graus!
Oberleerer 03.02.2013
3.
Diese Verhandlungen können sich die Idioten stecken. Nein, Idioten sind es nicht, aber sie behandeln uns wie Idioten. Die legen halb München lahm, seit Tagen dröhnt die Stadt von Hubschraubern, die im Schwebeflug über der Stadt hängen, die wichtigsten Straßen werden immer wieder gesperrt und Nachts kann man nicht schlafen weil dauernd Blaulicht durchs Wohngebiet flackert. Und dann muß man lesen, dass Israel den Konferenzsaal bereits verlassen hat, als der Iran seine Rede hält. Für wen bitte wird diese sündhaft teure Show abgezogen? Es gibt Telefon, Post und Internet. Diese Rituale können die sich endlich mal stecken und nicht ihre und vor allem die Zeit der Weltöffentlichkeit verplempern.
saul7 03.02.2013
4. Naiv, das Ganze...
Zitat von sysopAFPKommt endlich Bewegung in den Atomkonflikt mit Iran? Teherans Außenminister Salehi hat sich offen für Gespräche mit den USA gezeigt - das Angebot von Obama-Vize Biden sei ein richtiger Schritt. Israel glaubt dagegen nicht, dass Teheran zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/atomkonflikt-iran-bietet-us-regierung-verhandlungen-an-a-881179.html
Es wird keine Verhandlungen darüber geben, die zu einem beiderseitig zufriedenstellenden Ergebnis führen werden. Die jetzige amerikanische Politik spielt auf Zeit und zwar solange, bis der Iran seine Nuklearwaffen besitzt. Das ist doch gar nicht mehr zu verhindern!
anonym187 03.02.2013
5. warum usa nichts über den Siedlungs-
bau sagt oder über die bestehenden Atomwaffen von Israel redet ist mir noch immer ein Schleier! ich finde diese israelische pro Haltung albernd, wenn Israel nur fordert aber selbst nie was geben möchte, dann kann es keinen diplomatische Lösung geben!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.