Atomstreit mit Pjöngjang USA beklagen Nordkoreas mangelnde Gesprächsbereitschaft

Nach Wochen der Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea gibt es ein ermutigendes Zeichen: US-Außenminister Tillerson will Gespräche mit Pjöngjang. Doch bislang ist die Reaktion offenbar nicht so wie erhofft.

Kim Jong Un
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Kim Jong Un


Die US-Regierung ist nach Wochen der Eskalation auf Nordkorea zugegangen und hält Verhandlungen über das nordkoreanische Nuklearprogramm für möglich. Doch nach jüngsten Erkenntnissen des US-Außenministeriums hat das Regime von Kim Jong Un kein Interesse an solchen Gesprächen.

"Trotz unserer Zusicherung, dass die Vereinigten Staaten kein Interesse an einem Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes haben, haben die nordkoreanischen Vertreter nicht durchblicken lassen, dass sie sich für Gespräche über eine nukleare Abrüstung interessieren oder dazu bereit sind", teilte Heather Nauert, Sprecherin des US-Außenministeriums, in einer Erklärung mit.

Zugleich bestätigte Nauert, dass US-Diplomaten mehrere offene Kanäle zur Kommunikation mit Mitgliedern der nordkoreanischen Führung hätten.

Zuvor hatte US-Außenminister Rex Tillerson am Samstag ´verkündet, dass Washington in direktem Kontakt mit Pjöngjang stehe. Es gebe "Kommunikationskanäle nach Pjöngjang", sagte Tillerson bei einem Besuch in Peking. "Wir sondieren", fügte er hinzu. "Wir fragen: Wollt ihr reden?"

Der Außenminister berät sich am Wochenende mit seinem Amtskollegen Wang Yi und anderen chinesischen Politikern. Schwerpunkt ist der Konflikt mit Nordkorea. Die USA hatten zuletzt nachdrücklich versucht, China zu einer stärkeren Einflussnahme auf Pjöngjang zu drängen.

US-Außenminister Tillerson, Chinas Staatspräsident Xi Jinping
REUTERS

US-Außenminister Tillerson, Chinas Staatspräsident Xi Jinping

Für Peking ist es allerdings nicht einfach, in dieser Frage Stellung zu beziehen. Einerseits will es keine Atomwaffen in seiner Nachbarschaft dulden - die Gefahr eines Atomkrieges soll gering gehalten werden. Gleichzeitig will China aber einen Zusammenbruch Nordkoreas verhindern, denn damit riskierte China, Millionen Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Außerdem könnten damit die US-Truppen von Südkorea bis an die chinesische Grenze vorrücken.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt, nachdem Nordkorea als Reaktion auf kriegerische Töne von US-Präsident Donald Trump mit dem möglichen Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht hatte. Ob Nordkorea tatsächlich über eine Wasserstoffbombe verfügt, ist zurzeit allerdings unklar. Die USA schickten zugleich B-1B-Bomber und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea.

mja/Reuters



insgesamt 28 Beiträge
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opinio... 01.10.2017
1. Twittern ersetzt keine Diplomatie
Das muss man Trump endlich eintrichtern!
Lak Moose 01.10.2017
2. Das ist ja auch
lächerlich. Nachdem man vorher auf übelste Weise tonnenweise Porzellan zerdeppert hat jetzt einen auf Gesprächsbereitschaft machen. Man wusste das Trump nicht das hellste Lämpchen im Leuchter ist, aber das er so schwach glimmt...
niska 01.10.2017
3.
Tillerson ist wirklich noch die Stimme der Vernunft in der US-Regierung. Ohne China ist keine Lösung möglich. Man mag nur hoffen, dass Trump die ganzen Bestreben nicht wieder mit unbedacht/beholfenen Tweets sabotiert. Und dass Kim aus seiner Schmollecke tritt. Dann muss noch ein unabhängiger Mediator gefunden werden, der von allen respektiert, bzw. wenigstens akzeptiert, wird. Das wird die schwerste Aufgabe.
mwroer 01.10.2017
4.
Reaktion 'Nicht wie erhofft' bedeutet doch offensichtlich aber auch das Nord-Korea antwortet. Also reden wir über die enttäuschte Erwartenshaltung der US Administration die gedacht hat nach ein paar Monaten Drohungen und Bomberflügen käme NK angekrochen oder reden wir wir über 'Nein Danke, kein Interesse an Verhandlungen'? Das hätte ich gerne aus einer neutralen Quelle gehört - ich traue weder den USA noch NK weiter als ich die jeweiligen Präsidenten werfen könnte.
klyton68 01.10.2017
5. Vielleicht
sollten die Amis Kim Yong Un die Herrschaft über die USA anbieten.
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