Atomkonflikt: Nordkorea nimmt amerikanischen Touristen fest

Ein US-Urlauber ist offenbar in Nordkorea festgenommen worden. Dem Mann wird angeblich die Planung eines Verbrechens gegen den Staat vorgeworfen. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Haft in dem isolierten Land. Die schwedische Botschaft in Pjöngjang hat sich eingeschaltet.

Washinton/Pjöngjang - Dieser Vorfall dürfe das angespannte Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea nicht gerade verbessern. Ein amerikanischer Staatsbürger ist nach Angaben der staatlichen Medien in dem isolierten Land festgenommen worden. Ihm wird offenbar die Planung eines Verbrechens gegen den Staat zur Last gelegt. Es gebe Beweise und angeblich sogar ein Geständnis - ein Prozess soll folgen. Bei einer Verurteilung drohen ihm zwischen fünf und zehn Jahren Haft.

Wie es weiter heißt, sei der Mann amerikanisch-koreanischer Abstammung und am 3. November eingereist. Nach Angaben von südkoreanischen Aktivisten arbeitet er für eine Tourismus-Firma, die sich auf Reisen nach Nordkorea spezialisiert hat.

Details zu der Festnahme sind noch äußerst spärlich. Unklar ist sogar der Name des Mannes. Während die Nachrichtenagentur Reuters ihn als Kenneth Bae bezeichnet, meldet AP den Namne Pae Jun Ho. Dabei könnte es sich jedoch im dieselbe Person handeln.

Eine südkoreanische Internetseite berichtet, der Mann habe einen Datenträger mit Fotos bei sich gehabt. Darauf soll die Exekution von Regimegegnern zu sehen sein.

Es hat bereits ein Treffen mit Vertretern der schwedischen Botschaft gegeben. Schweden vertritt die USA in Nordkorea, weil es offiziell keine diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang gibt.

Die Beziehungen Nordkoreas zum Ausland haben sich zuletzt noch einmal verschlechtert. Seit langem wird vermutet, dass Pjöngjang an einem Raketenprogramm mit Atomsprengköpfen arbeitet. Mitte Dezemberfeuerte das Land eine Langstreckenrakete ins All, eine international scharf kritisierte Aktion.

jok/Reuters/AP

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insgesamt 7 Beiträge
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1. die nächste posse
schnulli602 21.12.2012
wenn es nicht so tragisch wäre und es hier um ein menschenleben geht, könnte man nur noch herzlich lachen. klar, der mann wollte wahrscheinlich einen selbstmordanschlag verüben. nun also versuchen sie mal wieder die USA zu erpressen, indem sie einen US-bürger festnehmen. das haben vor ihnen auch schon andere staaten gemacht. wahrscheinlich brauchen sie mal wieder dringend nahrungsmittel für ihre hungernde bevölkerung. im gegenzug für die freilassung des häftlings. wie erbärmlich...
2.
feverpitch 21.12.2012
"Schweden vertritt die USA in Nordkorea, weil es offiziell keine diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang gibt." Da scheint Julian Asange wohl nicht zu Unrecht gewisse Vorbehalte wegen der Beziehungen Schwedens zu den USA zu haben.
3.
hxk 21.12.2012
Zitat von feverpitch"Schweden vertritt die USA in Nordkorea, weil es offiziell keine diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang gibt." Da scheint Julian Asange wohl nicht zu Unrecht gewisse Vorbehalte wegen der Beziehungen Schwedens zu den USA zu haben.
Manchen Usern ist aber auch nichts zu sehr an den Haaren herbeigezogen, wenn es darum geht, gegen die USA Stimmung zu machen.
4.
Helmut Kaufmann 21.12.2012
Man mus nichts an den Haaren herbei ziehen,das machen sie schon selber Man muss nichts an den Haaren herbei ziehen,um gegen die USA Stimmung zu machen,das machen sie schon selber.
5. Hxk
Ottokar 21.12.2012
Es ist nicht notwendig gegen die USA Stimmung zu machen, das besorgen die USA weltweit schon selber.
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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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Nord- und Südkorea
Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS
Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP
Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke
Militär in Nord- und Südkorea
Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76
(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)