Atomkontrolle Iran und IAEA einigen sich über Zeitplan

Iran und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben sich auf einen Zeitplan zur Überprüfung des umstrittenen iranischen Atomprogramms geeinigt. Die USA bezeichneten die Einigung als "unzureichend" und wollen auf neue Uno-Sanktionen drängen.


Teheran - Man habe einen konkreten Plan mit weiteren Inspektionen iranischer Atomanlagen ausgearbeitet, sagte Irans Atomunterhändler Javad Vaidi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem stellvertretenden IAEA-Direktor Olli Heinonen in Teheran. Heinonen sprach von "sehr positiven" Gesprächen. Einzelheiten zum Zeitplan wurden nicht genannt.

Inspekteure der Uno-Atombehörde sollen auch die Uran-Anreicherungsanlage bei Natans und den im Bau stehenden Schwerwasser-Reaktor bei Arak in Augenschein nehmen, sagte Vaidi. Der Plan gilt als letzte Anstrengung des Irans und der IAEA, im Atomstreit eine weitere Uno-Resolution gegen Teheran zu vermeiden.

Teheran hatte die verbesserte Zusammenarbeit mit der IAEA eingeleitet, nachdem der Uno-Sicherheitsrat im März eine neue Resolution verabschiedete, die ein Waffenembargo, Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Auslandsgeldern vorsieht.

Die USA bezeichneten die Einigung zwischen Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde als "unzureichend". Die Abmachung sei zwar "ermutigend", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington. "Aber das allein reicht nicht aus und erfüllt auch nicht die Forderungen des Uno-Sicherheitsrates an Iran." Deshalb würden die USA weiter auf neue Sanktionen gegen Teheran drängen.

Die IAEA versucht seit vier Jahren, Klarheit über das iranische Atomprogramm zu bekommen. Vor allem will sie klären, ob die Atomanlagen in Iran ausschließlich zur zivilen Nutzung der Atomenergie dienen, wie es die Regierung in Teheran erklärt, oder ob sie auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden können, wie es insbesondere die Regierungen der USA und Israels vermuten.

asc/dpa/AFP



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